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Jagdscheinentzug

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Avatar: terrierwilli
Mitglied
aus niendorf
Beiträge: 388
Alter: 41 Jahre,
# 08.02.10, 20:00 Uhr
ssquat schrieb:

Wie war die ausgegebene Regel andernorts doch gleich: Erst beherzt schießen - dann an das Stück treten und ansprechen? Und mit ein bisschen Pech anschließend feststellen, dass es nicht nur fehlfarbene Böcke gibt, sondern auch untypisch gefärbte Hunde? Oder der genauso bescheuerte Spruch: Nicht geschossen ist auch vorbei?

Keiler, ich befürchte, dasss Du recht hast - Verfall der moralischen Sitten, Strecke vor Schussdisziplin. Früher galt (und für mich gilt noch heute): Sicherheit vor Jagderfolg. Das scheint aber ein aussterbendes Motto zu sein, wenn man sich bestimmte Sprüche und Gepflogenheiten von heute genauer anschaut.

Dennoch (und obwohl ich selbst zwei Hunde habe), würde ich den Appell der Teckelianer in dieser Form nicht unterschreiben. Ist mir zu unkonkret.

Was bedeutet denn "Fahrlässigkeit" überhaupt? Wie definiert sie sich und anhand welcher Kriterien macht man diese fest?

Nur ein Beispiel: Wer selbst schon mal Nachsuchen gemacht hat, weiß, dass schnell dabei mal der eigene Hund "dazwischen" springen kann – und wie unübersichtlich es generell im Dichten hergehen kann. Da gibt es keine Garantien, dass immer alles glatt geht - selbst wenn man meint, alles richtig zu machen. Wer es nicht glaubt, lese sich mal die Schilderungen erfahrener Nachsuchenführer durch, die bei solchen Aktionen ihre eigenen Hunde erschossen haben (u.a. Krewer, wenn ich mich recht erinnere). Hund verloren, während man die Fehler anderer ausbügelt - und dann nun auch noch Jagdschein weg und Nachsuchenstation für ein Jahr schließen? Das scheint mir, den Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben zu haben.

Ich würde so einen Appell ja im Grundsatz begrüßen - aber nicht in dieser unkonkreten, unpräzisen Form, in der er jetzt vorliegt! Das kann zum Bumerang für Hundeführer selbst werden - und zwar ausgerechnet für die, die von allen den härtesten Job machen: mit ihren Hunden im Dichten an krankem Wild.



Das der Appell im Grundsatz richtig ist, stimmt! das er präzieser gestaltet werden muß, stimmt auch.
Für die Hundeführer, die ständig auf Achse sind und die Fehler andere mit ihren Hunden ausbügeln müssen gilt das meiner Meinung nicht was dort angesprpochen wird.

Man muß doch nur mal auf die Jahreszeit sehn wann sich diese Fälle häufen, ist doch meißt im Winter und auf Drückjagden. Und jetzt kommt man der Sache auch etwas näher und das müßte auch präzieser angesprochen werden. Nicht der Jäger der bewuß sich und seine Hund in Gefahr bringt um ein Stück Schalenwild nachzusuchen ist gemeint. Es geht doch darum das jemand einen Stand auf einer Jagd zugewiesen bekommt, Wild kommt in Anblick und wird dicht von einem oder mehrern Hunden bedrängt und dann wird geschossen und der Hund liegt . Hier fehlt meine Meinung nach Aufklärungsarbeit gerade für die Jäger die nicht so oft die Möglichkeit haben gerade auf Sauen zu jagen. Bei der Einweisung der Schützen, Sicherheitsbestimmungen, Schussektor u.s.w. muß einfach mehr und eindringlicher auf dieses Thema eingegangen werden.

Wenn ich dann aber höre, wie es in meinem Bekanntenkreis passiert ist, das 2 Schüsse kurz nacheinander fallen, beim ersten der Hund getroffen wurde und beim zweiten die Sau, also dann tut es mir nicht leid, dann muß der Jagdschein weg....
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Avatar: Wachtelhund
Mitglied
aus D-D
Beiträge: 9898
Alter: 43 Jahre,
# 08.02.10, 20:06 Uhr
Für mich ist das so, wer mit Vorsatz einen Jagdhund erschießt, selbst wenn er überjagen sollte, gehört in meinen Augen von der gesamten Jägerschaft geächtet. Wenn solch ein Zeitgenosse jagdlich keinen Fuß mehr auf den Boden bekommt, geschieht ihm das zu Recht. Ansonsten wäre es auch salonfähig, wenn ein Spediteur dem Konkurrenten die LKWs abfackelt.
Wenn ein Hundeabschuß versehentlich passiert, hängt es von der Reaktion danach ab, ich glaube, im Juristendeutsch nennt man es "tätige Reue" wenn der Schütze sich bemüht, den Schaden zu begrenzen, und es ihm wirklich leid tut, er vielleicht den Terrier auf der anderen Seite der Sau nicht sehen konnte, ein Splitter den Hund erwischte, und dergleichen Unwägbarkeiten mehr, warm soll man diesem Menschen den Jagdschein nehmen? Sein Gewissen plagt ihn eh schon. Noch schlimmer, wenns der eigene Hund ist, das wäre doch Paradox, dem armen Kerl dafür noch den Jagdschein wegzunehmen.
Einen Hund mit ner Sau oder sonstigem Wild verwechseln wiederum rechtfertigt den Entzug des Jagdscheines voll und ganz. Nur wer will sowas kontrollieren oder nachweisen?
Mancher tut sich als Jäger kund,
als Weidmann unverdrossen,
doch gleicht der Gute ohne Hund
der Leiter ohne Sprossen!
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Avatar: terrierwilli
Mitglied
aus niendorf
Beiträge: 388
Alter: 41 Jahre,
# 08.02.10, 20:14 Uhr
Wachtelhund schrieb:

Für mich ist das so, wer mit Vorsatz einen Jagdhund erschießt, selbst wenn er überjagen sollte, gehört in meinen Augen von der gesamten Jägerschaft geächtet. Wenn solch ein Zeitgenosse jagdlich keinen Fuß mehr auf den Boden bekommt, geschieht ihm das zu Recht. Ansonsten wäre es auch salonfähig, wenn ein Spediteur dem Konkurrenten die LKWs abfackelt.
Wenn ein Hundeabschuß versehentlich passiert, hängt es von der Reaktion danach ab, ich glaube, im Juristendeutsch nennt man es "tätige Reue" wenn der Schütze sich bemüht, den Schaden zu begrenzen, und es ihm wirklich leid tut, er vielleicht den Terrier auf der anderen Seite der Sau nicht sehen konnte, ein Splitter den Hund erwischte, und dergleichen Unwägbarkeiten mehr, warm soll man diesem Menschen den Jagdschein nehmen? Sein Gewissen plagt ihn eh schon. Noch schlimmer, wenns der eigene Hund ist, das wäre doch Paradox, dem armen Kerl dafür noch den Jagdschein wegzunehmen.
Einen Hund mit ner Sau oder sonstigem Wild verwechseln wiederum rechtfertigt den Entzug des Jagdscheines voll und ganz. Nur wer will sowas kontrollieren oder nachweisen?



oftmals hängt es leider vom Jagdherrn ab....
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Avatar: brodtmashine
Mitglied
aus Göttingen
Beiträge: 182
Alter: 28 Jahre,
Beitrag bearbeitet von brodtmashine am 08.02.10 um 21:52 Uhr.
# 08.02.10, 21:10 Uhr
So ein Quatsch!
Da die miesten hier ja selbst jagen gehen sollten sie auch wissen, dass solche Sachen auch durchaus mal ziemlich unverschuldet passieren können.
Ich denke man sollte immer eine Einzelfallentscheidung mit Augenmaß daraus machen.

Mehr sag ich dazu lieber nicht.

Also damit keine Missverständnisse aufkommen: Ich meine mit Quatsch die Unterschriftenaktion - nicht den vorhergehenden Beitrag.
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Avatar: Rauschenberg
Mitglied
aus Bad Homburg
Beiträge: 21

# 08.02.10, 23:49 Uhr
brodtmashine schrieb:

So ein Quatsch!
Da die miesten hier ja selbst jagen gehen sollten sie auch wissen, dass solche Sachen auch durchaus mal ziemlich unverschuldet passieren können.
Ich denke man sollte immer eine Einzelfallentscheidung mit Augenmaß daraus machen.

Mehr sag ich dazu lieber nicht.

Also damit keine Missverständnisse aufkommen: Ich meine mit Quatsch die Unterschriftenaktion - nicht den vorhergehenden Beitrag.


Ohne auf einen wie auch immer geartete Einzelfallkonstellation eingehen zu wollen, meine ich auch, dass die Aktion niemals Früchte tragen - meint gesetzlich umgesetzt - werden wird.
Wie allerdings inzwischen so mancher HF behandelt wird, nachdem ihm der Hund weggeschossen wurde, ist schon starker Tobak.
Wenn dann auf diesem Weg aber zumindest eine regere Diskussion in Jägerkreisen über die vorzunehmende Entschädigung erfolgt, begrüße ich das Ganze dennoch!

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Avatar: KeilerHeinrich
Mitglied
aus Kremmen
Beiträge: 414
Alter: 49 Jahre,
Beitrag bearbeitet von KeilerHeinrich am 09.02.10 um 00:03 Uhr.
# 08.02.10, 23:52 Uhr
Rauschenberg schrieb:

Ohne auf einen wie auch immer geartete Einzelfallkonstellation eingehen zu wollen, meine ich auch, dass die Aktion niemals Früchte tragen - meint gesetzlich umgesetzt - werden wird.
Wie allerdings inzwischen so mancher HF behandelt wird, nachdem ihm der Hund weggeschossen wurde, ist schon starker Tobak.
Wenn dann auf diesem Weg aber zumindest eine regere Diskussion in Jägerkreisen über die vorzunehmende Entschädigung erfolgt, begrüße ich das Ganze dennoch!



Ich danke Dir für diese Zeilen.
Ob mein Beitrag etwas bewirkt, kann ich nicht sagenrolleyes
Ich hoffe jedoch das sich die Einstellung einiger weniger doch zum positiven ändert.
Angeprangert werden sollen hier keine Unglücksfälle, sondern die schnellen Schüsse einiger Jägersleute,
durch die jährlich viele Bau und Stöberhunde getötet werden.
Wer einen Hund in signalfarbener Weste schießt, ist nicht tragbar in der Jägerschaft.
Dazu stehe ich.

Gruß
Frank
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Avatar: matthes1962
Mitglied
Beiträge: 156
Alter: 48 Jahre,
# 09.02.10, 01:53 Uhr
KeilerHeinrich schrieb:

Ich danke Dir für diese Zeilen.
Ob mein Beitrag etwas bewirkt, kann ich nicht sagenrolleyes
Ich hoffe jedoch das sich die Einstellung einiger weniger doch zum positiven ändert.
Angeprangert werden sollen hier keine Unglücksfälle, sondern die schnellen Schüsse einiger Jägersleute,
durch die jährlich viele Bau und Stöberhunde getötet werden.
Wer einen Hund in signalfarbener Weste schießt, ist nicht tragbar in der Jägerschaft.
Dazu stehe ich.

Gruß
Frank

Nur meine bescheidene Meinung:
Die Aktion ist zwar gut gemeint, aber leider Fehl am Platz.
Es wird - wie auch in Politik und Medien - mit Emotionen gearbeitet. Vom Grundsatz nicht übel, aber nicht sachlich.
Squat, Hugo1952, Keiler und andere haben bereits einige Antworten hierzu gegeben.
Diese unsägliche Unterschriftenaktion sollte man sofort beenden.

Nichts gegen die Kritik an wilden Schießern. Die ist berechtigt. Was aber ist, wenn wirklich aus irgendwelchen Gründen etwas schiefgeht ? Das ist normalerweise einfache Fahrlässigkeit, die jedem passieren kann.
Oder möchte hier jemand behaupten, daß jemand in seinem Leben keinen Verkehrsunfall verursachen wird ? Vielleicht sogar mit tödlichem Ausgang ?
So etwas nennt man dann tragisch, ja, es kann jedem passieren.

Und es kann auch auf der Jagd passieren. Sogar den "gewissenhaften" Schützen.

Also bitte wieder von der emotionalen Welle herunterkommen.


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Avatar: Keiler
Moderator
aus Niedersachsen
Beiträge: 3992
Alter: 59 Jahre,
# 09.02.10, 09:52 Uhr
matthes1962 schrieb:

So etwas nennt man dann tragisch, ja, es kann jedem passieren.

Und es kann auch auf der Jagd passieren. Sogar den "gewissenhaften" Schützen.

Also bitte wieder von der emotionalen Welle herunterkommen.



mit anderen Worten - wir bekommen schon genug Probleme durch Politiker die dem öffentlichen Druck bei tragischen Morden mit Waffen nachgeben.
Die sollten wir uns nun wirklich nicht auch noch selber machen.

Grüße Keiler
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Avatar: ssquat
Mitglied
aus Tedau
Beiträge: 3110
Alter: 41 Jahre,
# 09.02.10, 10:02 Uhr
terrierwilli schrieb:
Wenn ich dann aber höre, wie es in meinem Bekanntenkreis passiert ist, das 2 Schüsse kurz nacheinander fallen, beim ersten der Hund getroffen wurde und beim zweiten die Sau, also dann tut es mir nicht leid, dann muß der Jagdschein weg....

Ich bin kein Jurist, aber ich glaube, dass das von Dir Geschilderte unter "grob fahrlässig" fällt.

Ich für meinen Teil glaube, dass man diese grob fahrlässigen Fälle mit einer ganz einfachen Regelung in den Griff bekommt - wenn es denn schon sanktioniert werden soll.

Wenn der Jagdleiter seine Ansage macht, kann nach dem Satz "Jeder ist für seinen Schuss selbst verantwortlich" noch den zweiten Satz folgen lassen: "Grob fahrlässig verletzte oder erschossene Hunde sind vom Schützen mit dem doppelten Wiederbeschaffungspreis für einen Welpen an den Hundebesitzer zu entschädigen." Das halte ich für eine Lösung, mit der ich als HF zumindest leben könnte. Rechtsgültig gemacht wird das vor der Jagd, indem jeder Schütze in einer Liste für die erhaltene Belehrung und Anerkennung dieser Regelung unterschreibt und damit quasi diesbezüglich einen Vertrag eingeht, dessen Erfüllung notfalls auch einklag- und vollstreckbar ist.
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Avatar: hawe1
Mitglied
Beiträge: 1602

# 09.02.10, 10:12 Uhr
Ich bin der Meinung, dass wir nicht zusätzliche Gesetzte brauchen.
Eher weniger, und die eindeutig und auch für Nichtjuristen verstehbar!
Alles erstes aber auch die mutige Anwendung der bestehenden Gesetze und nicht das ewige Lamentieren!
Entrümpeln!
Z.B den unsäglichen "Jagdschutz"
Hans
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