Kartellamt unterstützt Milchbauern
[www.landundforst.de]Das Bundeskartellamt sieht den Wettbewerb um den Rohstoff Milch als stark gestört an. Das machte die Berichterstatterin des Bundeskartellamtes in Sachen Milch, Frau Eva-Maria Schulze, gestern (Montag, 01.03.2010) in Warburg-Hardehausen auf einer Milchtagung deutlich. „Es hat uns zunächst sehr überrascht, dass das Machtgefälle auf dem Milchmarkt zulasten der Milchbauern so stark ist, obwohl 70 Prozent der Milch von Genossenschafts-Molkereien erfasst wird. Aber die Strukturen und Organe der Genossenschaften haben sich verselbständigt", war eine Aussage von Frau Schulze, die bei den anwesenden Milchbauern mit großem Applaus bedacht worden sind.
Auf die Preisbildung für ihre Milch hätten die Milchbauern bisher kaum einen Einfluss. Der Milchpreis werde rückwärts gebildet, d.h. aus dem, was nach der Verhandlung der Molkerei mit den Abnehmern wie den Handelsketten übrigbleibe. „Die Molkerei-Genossenschaft trägt kein eigenes Schmerz-Risiko ", formulierte Schulze. Sie reiche das Risiko der Vermarktung an die Bauern weiter. „Die Genossenschaften haben nicht den letzten Anreiz, in den Verhandlungen mit dem Handel das letzte für die Bauern rauszuholen", so Schulze. Da helfe es den Bauern nicht, immer nur die Marktmacht des Handels zu beklagen.
Bei den Privatmolkereien sehe die Situation nicht viel besser aus, obwohl viele Privatmolkereien mit ihren nicht austauschbaren Markenprodukten einen höheren Preis auszahlen könnten. „Aber beim Auszahlungspreis an die Bauern orientieren sie sich an den Preisen der Genossenschaften", so Schulze.
Als wesentliche Möglichkeit der Milcherzeuger, ihre Position am Milchmarkt zu stärken, nannte Frau Schulze den Zusammenschluss in Erzeugergemeinschaften. Der Gesetzgeber räume anerkannten Erzeugergemeinschaften nicht nur das Recht zu mengenbegrenzenden Maßnahmen, sondern auch zur Preisabsprache ein. Auf die Frage aus dem Publikum, bei welchem Bündelungsgrad das Kartellamt einschreiten werde, sagte Frau
Schulze: „Von 80 Prozent sind wir soweit entfernt, dass es keinen Sinn macht, darüber zu reden." Nochmals darauf angesprochen sagte sie: „Verflixt nochmal, machen Sie es, und sagen Sie nicht immer, Sie wissen nicht, wie das Kartellamt sich verhält".
Also deutlicher kann man es nicht sagen!
Wieso will der DBV nicht die Milchbauern auf ihrem Weg zu einer besseren Position im MArkt unterstützen!
Wieso soll alle Macht in Zukunft bei den Molkereien liegen und weiter nach dem Upside Down Prinzip für die Molkereien risikolos das Restgeld nach Abzug aller Kosten 4Wochen im Nachhinein an die Milcherzeuger ausgezahlt werden! Und das bei einer Kündigungsfrist von 2 Jahren! Mit den Angestrebten Leuchtturmmolkereien soll nun auch der letzte Wettbewerb um die Milch ausgeschalet werden!
Es wurde vom DBV nichts umgesetzt, was den BAuern Helfen würde!
Da fragt man sich, ob die Bauern als Mitglied vertreten werden oder ob nur Molkereiinteressen vertreten werden!
Ich jedenfalls habe meine Schlüsse aus diesem Einheitsverband gezogen.