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Bienenprodukte
117 Themen, Moderator: Bienenfuchs, Bienenalex
Forum: Bienenprodukte

Refrakto-Messung sinnlos?

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Avatar: Bienenfreund
Mitglied
aus Saarbrücken
Beiträge: 1944
Alter: 64 Jahre,
# 21.07.10, 09:27 Uhr
Refrakto-Messung sinnlos?
Immer wieder sind meine Messungen des Wassergehalts des Honigs mit dem Handrefraktometer widersprüchlich. Das Gerät ist geeicht.

Problem:
Wenn man mit einem Zahnstocher oder Zündholz Honig aus einzelnen Wabenzellen einer Wabe entnimmt und misst, erreicht man Werte zwischen 15% und 19%.

Wenn man während des Schleuderns die Probe aus dem auslaufenden Honig nimmt, kann man zum Beispiel 16% messen, wenn der Eimer voll ist, zeigt er 17%.

Wenn man die Probe nach einigen Tagen des Klärens und Absetzens von der Oberfläche des Eimers nimmt, zeigt er 17,5%.

Wenn man den Honig in der Abfüllkanne misst, kann er sich vom Ablasshahn zur Oberfläche bei einer 50 kg Kanne um bis zu 1% unterscheiden, bei einer Honigsäule von etwa 50 cm.

uni Exakte Wissenschaft sieht für mich anders aus.

Ich kann jedem nur raten, diese Messungen mal durchzuspielen. Zwar ist es etwas mühsam, das Gerät nach jeder Messung wieder zu reinigen und zu trocknen, aber der Aufwand lohnt sich für die Messreihen. Ich verwende zum Putzen ein neues feuchtes Schwammtuch und zum Trocknen ein Brillenputztuch.

Wie sind Eure Erfahrungen? Ich frage auch vor dem Hintergrund, dass ja bei allen Honigbewertungen exakte Prozente hergenommen und zu Grunde gelegt werden.
foerster Sicher, anders geht es wohl nicht - aber wenn die Werte so zufällig und flüchtig sind, was taugen dann alle diese Messungen??

Bienenfreund eek
Die Bienen weisen uns den Weg
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Avatar: Luftkutscher
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aus Boxberg
Beiträge: 304
Alter: 52 Jahre,
# 21.07.10, 09:41 Uhr
Bienenfreund schrieb:

Immer wieder sind meine Messungen des Wassergehalts des Honigs mit dem Handrefraktometer widersprüchlich. Das Gerät ist geeicht.

Problem:
Wenn man mit einem Zahnstocher oder Zündholz Honig aus einzelnen Wabenzellen einer Wabe entnimmt und misst, erreicht man Werte zwischen 15% und 19%.

Wenn man während des Schleuderns die Probe aus dem auslaufenden Honig nimmt, kann man zum Beispiel 16% messen, wenn der Eimer voll ist, zeigt er 17%.

Wenn man die Probe nach einigen Tagen des Klärens und Absetzens von der Oberfläche des Eimers nimmt, zeigt er 17,5%.

Wenn man den Honig in der Abfüllkanne misst, kann er sich vom Ablasshahn zur Oberfläche bei einer 50 kg Kanne um bis zu 1% unterscheiden, bei einer Honigsäule von etwa 50 cm.

uni Exakte Wissenschaft sieht für mich anders aus.

Ich kann jedem nur raten, diese Messungen mal durchzuspielen. Zwar ist es etwas mühsam, das Gerät nach jeder Messung wieder zu reinigen und zu trocknen, aber der Aufwand lohnt sich für die Messreihen. Ich verwende zum Putzen ein neues feuchtes Schwammtuch und zum Trocknen ein Brillenputztuch.

Wie sind Eure Erfahrungen? Ich frage auch vor dem Hintergrund, dass ja bei allen Honigbewertungen exakte Prozente hergenommen und zu Grunde gelegt werden.
foerster Sicher, anders geht es wohl nicht - aber wenn die Werte so zufällig und flüchtig sind, was taugen dann alle diese Messungen??

Bienenfreund eek


Wer viel misst misst Mist!
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Avatar: Hochfeld
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aus Hofheim
Beiträge: 505
Alter: 72 Jahre,
# 21.07.10, 09:46 Uhr
Bienenfreund schrieb:

Immer wieder sind meine Messungen des Wassergehalts des Honigs mit dem Handrefraktometer widersprüchlich. Das Gerät ist geeicht.

Problem:
Wenn man mit einem Zahnstocher oder Zündholz Honig aus einzelnen Wabenzellen einer Wabe entnimmt und misst, erreicht man Werte zwischen 15% und 19%.

Wenn man während des Schleuderns die Probe aus dem auslaufenden Honig nimmt, kann man zum Beispiel 16% messen, wenn der Eimer voll ist, zeigt er 17%.

Wenn man die Probe nach einigen Tagen des Klärens und Absetzens von der Oberfläche des Eimers nimmt, zeigt er 17,5%.

Wenn man den Honig in der Abfüllkanne misst, kann er sich vom Ablasshahn zur Oberfläche bei einer 50 kg Kanne um bis zu 1% unterscheiden, bei einer Honigsäule von etwa 50 cm.

uni Exakte Wissenschaft sieht für mich anders aus.

Ich kann jedem nur raten, diese Messungen mal durchzuspielen. Zwar ist es etwas mühsam, das Gerät nach jeder Messung wieder zu reinigen und zu trocknen, aber der Aufwand lohnt sich für die Messreihen. Ich verwende zum Putzen ein neues feuchtes Schwammtuch und zum Trocknen ein Brillenputztuch.

Wie sind Eure Erfahrungen? Ich frage auch vor dem Hintergrund, dass ja bei allen Honigbewertungen exakte Prozente hergenommen und zu Grunde gelegt werden.
foerster Sicher, anders geht es wohl nicht - aber wenn die Werte so zufällig und flüchtig sind, was taugen dann alle diese Messungen??

Bienenfreund eek


Hallo Imkerfreund,
wenn du beim Schleudern einen 40 kg Hobock voll laufen läst, den dann etwas sterhen läst, sorgfältig abschäumst und dann mit einem Suppenlöffel in Gläser füllst wirst du am Boden den nidrigsten Wassergehalt messen.
Es ist wohl eine Frage der Dichte wie sich Honig schichtet. Es wäre einmal eine Aufgabe unter welchen Bedingungen sich Honig in punkto Wassergehalt homogenisiert und ob überhaupt.

Gruß Hochfeld
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Avatar: Bienenfreund
Mitglied
aus Saarbrücken
Beiträge: 1944
Alter: 64 Jahre,
# 21.07.10, 09:51 Uhr
Hochfeld schrieb: Hallo Imkerfreund,
wenn du beim Schleudern einen 40 kg Hobock voll laufen läst, den dann etwas sterhen läst, sorgfältig abschäumst und dann mit einem Suppenlöffel in Gläser füllst wirst du am Boden den nidrigsten Wassergehalt messen.
Es ist wohl eine Frage der Dichte wie sich Honig schichtet. Es wäre einmal eine Aufgabe unter welchen Bedingungen sich Honig in punkto Wassergehalt homogenisiert und ob überhaupt. Gruß Hochfeld


Hallo Hochfeld,
die geben das ja zu, wie Dr. Horn und andere. Man müsse den Honig mischen.
Das Labor nimmt mit einem Stechheber die Probe aus der Mitte des Gebindes.

Aber was taugt das? Oben und unten ist der Wert anders. Vielleicht läßt Langnese dauernd Schiffschrauben durch sein Honigtanks drehen, um einen homogenen Wert zu erzielen, aber ich kann das nicht. rolleyes

Wassergehalt - nein Danke?

Das fragt (scherzhaft) Bienenfreund foerster
Die Bienen weisen uns den Weg
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Avatar: Sunday
Mitglied
aus Steinwiesen
Beiträge: 24
Alter: 54 Jahre,
# 21.07.10, 09:56 Uhr
Bienenfreund schrieb:

Immer wieder sind meine Messungen des Wassergehalts des Honigs mit dem Handrefraktometer widersprüchlich. Das Gerät ist geeicht.

Problem:
Wenn man mit einem Zahnstocher oder Zündholz Honig aus einzelnen Wabenzellen einer Wabe entnimmt und misst, erreicht man Werte zwischen 15% und 19%.

Wenn man während des Schleuderns die Probe aus dem auslaufenden Honig nimmt, kann man zum Beispiel 16% messen, wenn der Eimer voll ist, zeigt er 17%.

Wenn man die Probe nach einigen Tagen des Klärens und Absetzens von der Oberfläche des Eimers nimmt, zeigt er 17,5%.

Wenn man den Honig in der Abfüllkanne misst, kann er sich vom Ablasshahn zur Oberfläche bei einer 50 kg Kanne um bis zu 1% unterscheiden, bei einer Honigsäule von etwa 50 cm.

uni Exakte Wissenschaft sieht für mich anders aus.

Ich kann jedem nur raten, diese Messungen mal durchzuspielen. Zwar ist es etwas mühsam, das Gerät nach jeder Messung wieder zu reinigen und zu trocknen, aber der Aufwand lohnt sich für die Messreihen. Ich verwende zum Putzen ein neues feuchtes Schwammtuch und zum Trocknen ein Brillenputztuch.

Wie sind Eure Erfahrungen? Ich frage auch vor dem Hintergrund, dass ja bei allen Honigbewertungen exakte Prozente hergenommen und zu Grunde gelegt werden.
foerster Sicher, anders geht es wohl nicht - aber wenn die Werte so zufällig und flüchtig sind, was taugen dann alle diese Messungen??

Bienenfreund eek



Hallo Bienenfreund!

Bei der Refraktometermessung des Wassergehaltes kommt es immer auf die Qualität des verwendeten Messgerätes an. Das billigste Refraktometer, das für Imker angeboten wird, hat eine Messgenauigkeit von plus-minus einem Prozent und ist schon für um die 70 € zu haben. Wichtig ist auch, dass du das Gerät jedes Jahr neu eichen musst, sonst liefert es ungenaue Angaben!

Grüße aus dem Frankenwald

Sunday

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Avatar: Bienenfreund
Mitglied
aus Saarbrücken
Beiträge: 1944
Alter: 64 Jahre,
# 21.07.10, 10:24 Uhr
Sunday schrieb: Hallo Bienenfreund!
Bei der Refraktometermessung des Wassergehaltes kommt es immer auf die Qualität des verwendeten Messgerätes an. Das billigste Refraktometer, das für Imker angeboten wird, hat eine Messgenauigkeit von plus-minus einem Prozent und ist schon für um die 70 € zu haben. Wichtig ist auch, dass du das Gerät jedes Jahr neu eichen musst, sonst liefert es ungenaue Angaben! Grüße aus dem Frankenwald Sunday


Hallo Sunday,
danke für den Hinweis. Mein Gerät ist solide, bewährt und frisch geeicht. Unser Zuchtwart ist Apotheker und hat die teure Messlösung besorgt. Gemeinsam im Verein haben wir vor Kurzem unter Berücksichtigung der Temperaturkorrektur die mitgebrachten Geräte kalibriert.
Beste Grüße sendet Bienenfreund
Die Bienen weisen uns den Weg
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Avatar: Dackelbiene
Mitglied
aus 'm Brandenburgischen
Beiträge: 887
Alter: 44 Jahre,
# 21.07.10, 10:34 Uhr
Bienenfreund schrieb:

Wassergehalt - nein Danke?

Das fragt (scherzhaft) Bienenfreund foerster


Hallo Bienenfreund,

ich besitze nicht einmal ein Refraktometer. Geschleudert wird, wenn ich der Meinung bin, dass die jeweilige Tracht zu Ende ist und der Honig nicht mehr aus den Waben spritzt.
Weder in den abgefüllten Gläsern noch in gelagerten Eimern ist der Honig jemals gärig geworden.

Ist diese eine gemessene Prozent Feuchte mehr oder weniger denn wirklich wichtig?rolleyes
Wie heißt es so schön: "Was man nicht weiß, macht einen nicht heiß!" wink

Ich jedenfalls fahre mit meiner Methode gut und käme nichtmal ansatzweise auf die Idee, mir noch ein teures Messgerät zuzulegen, dessen Werten man dann doch nicht wirklich vertrauen kann.neutral

Gruß
Sabine
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Avatar: rfunk99
Mitglied
aus berlin
Beiträge: 15
Alter: 59 Jahre,
# 21.07.10, 10:37 Uhr
Hallo,

wenn ich aus einem meiner Honiggläser eine Refraktometermessung mache, bekomme ich eine klare Trennlinie.

Wenn ich das mit einer Probe von einer Wabe mache sehe ich nur einen diffusen
Bereich, nach einigen Minuten bekomme ich auch dort dann eine klare Trennlinie.

Woran liegt das?

Oder mach ich etwas falsch?

Gruß
rfunk99



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Avatar: Bienenalex
Moderator
Beiträge: 2254
Alter: 60 Jahre,
# 21.07.10, 11:38 Uhr
rfunk99 schrieb:

Hallo,

wenn ich aus einem meiner Honiggläser eine Refraktometermessung mache, bekomme ich eine klare Trennlinie.

Wenn ich das mit einer Probe von einer Wabe mache sehe ich nur einen diffusen
Bereich, nach einigen Minuten bekomme ich auch dort dann eine klare Trennlinie.


Hallo,
das Probem kenne ich auch. Woran das liegen mag weis ich nicht. Oft bleibt die Skala total diffus.
Vielleicht muss sich der Honig erst mal absetzten?? oder anders zur "Ruhe kommen".

@bienenfreund
Der Messdrucheinander ist gang und gäbe. Wir haben im Verein zwei Refraktometer gleichen Typs über den Landesverband und dann besitze ich noch privat einen. Da kann jedes mal etwas anderes herauskommen. Ich hatte mit einem der LV Refratometer ein verlgeichsmessen mit dem gleich Gerät eins benachbarten Imkers gemacht. Da kamen 0,5 Unterschied heraus.

Mann könnte es einfach lassen. Aber wenn man nach DIB-Vorgaben ausliefern muss, dann sollte es stimmten. Sonst gibts Haue!.

Die letzte Abfüllung hatte ich beim Abfüllen vom 300 kg Fass ins den Hobock mit 17,4 gemessen. Beim Abfüllen ins Glas warens dann 16,0 % . Das soll man dann auch noch ins Honnigbuch zur Eigenkontrolle und zur Dokumentation eintragen. Wenn nicht ernst wäre könnte man lachen.

Am besten: Spritzprobe und wenn ein Sprizter kommt nicht ernten und wenn der Honig am Ablaufhahn der Schleuder keine Falten wirft aufhören und zurück damit aufs Volk - oder zwei Tage lang neben den Raumentfeuchter stellen.

Grüße



Viele Grüße Alexander
Und im übrigen bin ich der Meinung dass imkern bienengemäß, einfach, praktisch, zeitsparend und preiswert sein muss.
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Avatar: Heckenimker
Mitglied
aus Regensburg
Beiträge: 140
Alter: 74 Jahre,
Beitrag bearbeitet von Heckenimker am 21.07.10 um 15:43 Uhr.
# 21.07.10, 12:09 Uhr
Bienenfreund schrieb:

Immer wieder sind meine Messungen des Wassergehalts des Honigs mit dem Handrefraktometer widersprüchlich. Das Gerät ist geeicht.

Problem:
Wenn man mit einem Zahnstocher oder Zündholz Honig aus einzelnen Wabenzellen einer Wabe entnimmt und misst, erreicht man Werte zwischen 15% und 19%.

Wenn man während des Schleuderns die Probe aus dem auslaufenden Honig nimmt, kann man zum Beispiel 16% messen, wenn der Eimer voll ist, zeigt er 17%.

Wenn man die Probe nach einigen Tagen des Klärens und Absetzens von der Oberfläche des Eimers nimmt, zeigt er 17,5%.

Wenn man den Honig in der Abfüllkanne misst, kann er sich vom Ablasshahn zur Oberfläche bei einer 50 kg Kanne um bis zu 1% unterscheiden, bei einer Honigsäule von etwa 50 cm.

uni Exakte Wissenschaft sieht für mich anders aus.

Ich kann jedem nur raten, diese Messungen mal durchzuspielen. Zwar ist es etwas mühsam, das Gerät nach jeder Messung wieder zu reinigen und zu trocknen, aber der Aufwand lohnt sich für die Messreihen. Ich verwende zum Putzen ein neues feuchtes Schwammtuch und zum Trocknen ein Brillenputztuch.

Wie sind Eure Erfahrungen? Ich frage auch vor dem Hintergrund, dass ja bei allen Honigbewertungen exakte Prozente hergenommen und zu Grunde gelegt werden.
foerster Sicher, anders geht es wohl nicht - aber wenn die Werte so zufällig und flüchtig sind, was taugen dann alle diese Messungen??

Bienenfreund eek


Hallo Bienenfreund,

Nein nicht sinnlos - aber problematisch.
Verzeiht, dass die Antwort etwas lang geworden ist.

Ehe ich zu angesprochenen Fragen komme, als Hintergrund, zwei Fakten aus alter Imkerpraxis meiner Vatergeneration. Noch aus Zeiten ohne heutige Messtechnik bei jedem Imker.
1)
Bekanntlich darf man zum Honig nichts zugegeben – doch darf ihm auch nichts entzogen werden.
Also auch kein Wasser, im nach-hinein!
Diese heute verbindliche Vorschrift war vor ihrer amtlichen Festlegung, als schweigend gebilligte Übereinkunft zwischen guten Imkern und ihren Kunden schon immer Vertragsgrundlage.

Ich beschreibe nun hier zwei Vorgehensweisen beim Schleudern und Lagern von Honig , (genauso altehrwürdige wie der oben genannte Anspruch), die, so meinte man, nicht im Widerspruch zu diesem Anspruch standen also allgemein praktiziert wurden.
2)
Zum Schleudern schritt man, wenn nur möglich im Juli, wenn über Europa einige Zeit ein sonniges, stabiles Hoch herrschte also die Luftfeuchte gut unter 50 % lag. Meist noch in knochentrockenen Räumen (in Deutschland s. g. Bienenhäuser, anderswo – wenn in Hausnähe gegeben am Dachboden mit Temperaturen über 30°C und Relativen Feuchten kleiner 30 %).
Die Schleudern waren offen. Es wurde also in der Mitte sehr trockene Luft eingesogen (durch welche dann die Honigfäden fliegen) und am Mantel wasserangereicherte Luft wieder rausgedrückt.
Weil die Schleudern langsam, (also lange), liefen wurde dabei der Wassergehalt vom abfließenden Honig um mindestens 1 % gesenkt ohne, dass jemand deswegen Gewissensbissen haben musste.
Heute ist man nicht mehr abhängig vom Wetter oder Raum.
Um den Honig nicht mit zu hoher Raumfeuchte anzureichern kann man ein Tag vorm Schleudern in den Raum ein Ausfrier-Entfeuchter stellen und sicher sein, dass der Honig im Scheuderabfluss nicht eine höhere Feuchte hat als in den Waben. Er wird durch das Schleudern sicher nicht feuchter!
3)
Ist der geschleuderte Honig mit der Feuchte in der Nähe von 18 % Wasser und hat er zudem eine ungünstige Zusammensetzung (mit Tendenzen zur Sedimentation ) so kann es leicht zur Wasseranreicherung in den Oberflächenschichten kommen – und als Folge zur Gärung desselben.
Auch dagegen hatte man eine erprobte Vorgehensweise.
Man stellte für einige Zeit (auch um den Schaum- und Wachsaustritt zu beschleunigen) die Kübel mit Honig auf den staubtrockenen, nicht isolierten Dachboden. Lose zugedeckt mit sauberen Leinentüchern.
Es herrschten da meist Temperaturen zwischen 30° bis 36°.
Der Honig blieb also stock-warm, klärte sich gut und rasch. Doch man beließ ihn da für mindestens 2 Wochen. Die hohen Temperaturen und das stark ausgetrocknete Dachholz wirkten dieser Anreicherung mit Wasser in den obersten Honigschichten entgegen.
Die Wasserdiffusion aus dem Honig, durch das Leinentuch ins Dachholz war so effizient, dass Gärvorgänge an der Oberfläche fast nie ein Problem wurden selbst wenn man den Honig damals , (aus Zeitmangel) kaum umrührte.
4)
Das Messen der Honigfeuchte.
Nachdem ich viele der Richtlinien diverser Institute und Hersteller vergleichend durchgelesen hatte, war mir klar, dass zwar aus praktischen Gründen die Refraktormetermessung konkurrenzlos verbleibt, dass man aber bei solchen Messungen, wie im Kastentext beschrieben, auch Ergebnisse bekommen kann, wie sie gezeigt und beanstandet werden. (Deswegen habe ich oben mit dem Hinweis auf alte Praktiken angefangen.)
Die Sache ist ja noch viel komplizierter als es die Kurzbeschreibungen zu den Refraktormetern schon vermuten lassen. Leider ist der Honig an Luft immer dabei mit dieser Feuchte zu tauschen.
D.h. ich sehe die Refraktormeter als Messmittel für Imker ohne Alternative – doch man sollte sich von diesem, unter Bedingungen, wie sie beim Imker, also außerhalb von einem Labor mal sind, betreffend Genauigkeit nicht mehr erhoffen als diese Messung überhaupt her geben kann. Nicht die geeichten (kalibrierten) Messgeräte sind daran schuld. Es ist auch die Physik die mitspielt.
Von schlechten oder falsch skalierten Refraktormetern ganz zu schweigen – denn in den Fragen geht es ja nur um die Reproduzierbarkeit bei Wiederholungen. Dann wenn die Bedingungen (für Honig und Umgebung) nicht ganz fix gehalten werden oder gehalten werden können.
Meine Meinung ist, dass deine Ergebnisse normal und nachvollziehbar sind. Ich gebe zu, dass man dabei mit einem flauen Gefühl zu kämpfen hat.
5)
Diesem Gefühl bin ich entkommen indem ich kein Refraktormeter besitze. Dafür habe ich eine Feinwaage. Damit bestimme ich die spezifische Dichte vom Honig.
Mit der Dichte wiederum komme ich auf den Wassergehalt beim Schleudern.
Auch hier geht die Temperatur stark ein, doch weil ich ca. 0,5 dm³ Honig benutze schwankt sie nicht so wie auf dem Prisma. Man kann sie mit dem Thermometer exakt messen. Und dann über Messkurven die Dichtewerte auf 20°C zurückrechnen.
Die Luftfeuchte beginnt bei einer 0,5 dm³ Probe erst nach Stunden eine Rolle zu spielen.
Die Messung über die Dichte ist deutlich aufwendiger als Refraktormetermessung – also kaum zu empfehlen. Messe die Dichte nur nur von Fall zu Fall. Nicht bei jedem Honig der anfällt.
Meistens langt mir die über Jahre gesammelte Erfahrung.

Für Interessierte - Zu Messung der Dichte/Feuchte mal eine Kurzübersicht.
Specific gravity of honeys with different water content. Tabelle unten stammt aus:
Honigdichte nach WHITE, J W (1975) Physical characeristics of honey,
In Crane, E (ed.) Honey, a comprehensive survey, Heinemann Edition; London; pp 207-239.
Sehr informativ auch die Links:

[www.bee-hexagon.net]
[www.fao.org]

Water Specific
content gravity at 20°C
H2O Dichte
(%) kg/dm³
13,0 1,4457
14,0 1,4404
15,0 1,4350
16,0 1,4295
17,0 1,4237
18,0 1,4171
19,0 1,4101
20,0 1,4027
21,0 1,3950

Die Tabelle in Kurzform - angenähert mit einer Formel (Polynom).

Wasser in % = - 1362,3 + 2100,4 x Dichte -794,84 x Dichte x Dichte

Grüsse HI

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