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Bienenprodukte
118 Themen, Moderator: Bienenfuchs, Bienenalex
Forum: Bienenprodukte

Refrakto-Messung sinnlos?

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Avatar: pke1951
Mitglied
aus NRW
Beiträge: 776
Alter: 59 Jahre,
# 26.07.10, 23:31 Uhr
Hallo,

es ist hier verschiedentlich die Luftfeuchtigkeit im Schleuderraum und im Honiglager angesprochen worden.
Mein Hygrometer gibt mir heute (regnerisch) einen Wert von 66 Prozent bei 21 Grad im Schleuderraum. Ist das (relativ) viel? Im Honiglager waren's davor unter 50 % bei knapp 20 Grad. Im Winter sind es etwa 40 bis 45 % bei teilweise 13 Grad.
Was sind denn Richtwerte? Natürlich steht mein Honig nicht offen rum, aber trocken und kühl ist besser als feucht und warm, gell?

pke
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Avatar: MahlitzerBiogarten
Mitglied
aus Schollene/Düsseldorf
Beiträge: 44
Alter: 39 Jahre,
Beitrag bearbeitet von MahlitzerBiogarten am 27.07.10 um 08:44 Uhr.
# 27.07.10, 08:43 Uhr
Auch ich benutze ein Refraktometer (ATC, automatische Temperatur Compensation, REF 116 c von Arcarda, mit Versand 67 €) und ich nehme morgens aus der Beute immer die Randwabe, bzw. die äußerste mit Honig gefüllte Wabe. Mit dem Streichholz entnehme ich Honig aus einer verdeckelten Zelle messe diesen Honig und danach aus der Mitte meist nicht verdeckelter Honig. Wenn erster Wert < 18 besser < 17 % ist und 2. Wert um die 18 % ist, dann kann ich schleudern. Ich schätze dann auch noch den Anteil des unverdeckelten zum verdeckelten Honig, beste Verhältnis ist da 2/3 verdeckelt oder mehr und Rest unverdeckelt.
Besonders schnell trocken ist Honig aus zuckerreichen Necktar, wie Heide oder Honigtau. In Holzbeuten trocknet der Honig schneller und in Dickwaben dauert es länger. Und immer am Vormittag messen und dann Honig entnehmen.

Ich habe auch mal Honig mehrere Wochen eingefroren, davor gemessen, da hatte ich < 18 %, nach Entnahme an der Oberfläche hatte ich dann 21- 25 % und nach dem Rühren (homogenisieren) < 18 %. Dies könnte auch ein Tipp sein, feuchten Honig aus dem Eimer zu bekommen, einfach die oberen 4-5 cm Honig nach dem Auftauen abzuschöpfen und selbst essen oder wieder verfüttern, ich glaube auch, dass der feuchte Honig immer oben schwimmt, da er eine geringere Dichte hat. Deshalb sind die Messungen immer sehr unterschiedlich und durch große Gebinde und Rühren kann man dies verhindern bzw. ausgleichen.
Wochenendimker und Biogärtner, der gerne alte Pflanzen in den Garten zurück holen möchte.
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Avatar: Heckenimker
Mitglied
aus Regensburg
Beiträge: 140
Alter: 74 Jahre,
Beitrag bearbeitet von Heckenimker am 28.07.10 um 09:16 Uhr.
# 27.07.10, 15:28 Uhr
pke1951 schrieb:

Hallo,

es ist hier verschiedentlich die Luftfeuchtigkeit im Schleuderraum und im Honiglager angesprochen worden.
Mein Hygrometer gibt mir heute (regnerisch) einen Wert von 66 Prozent bei 21 Grad im Schleuderraum. Ist das (relativ) viel? Im Honiglager waren's davor unter 50 % bei knapp 20 Grad. Im Winter sind es etwa 40 bis 45 % bei teilweise 13 Grad.
Was sind denn Richtwerte? Natürlich steht mein Honig nicht offen rum, aber trocken und kühl ist besser als feucht und warm, gell?

pke

Hallo
Der zwei Internetseiten, die ich oben (in Englisch) angegeben hatte, kann man folgendes entnehmem.

Ich habe dazu eine Rohübersetzung (Maschine) dazugefügt.

Auf jeden Fall nimt gut reifer Honig bei RF von 66 % beim schleudern zügig Wasser auf. Weil die Honigfäden eine große Oberfläche haben und der Honig an den Schleuderwänden mit Luft umspühlt wird, dazu langsam und "rollend" abläuft, abfließet.
Hier der Text zum nachschauen

Hygroscopicity, Table 2.5
The strongly hygroscopic character of honey is important both in processing and for final use. In end products containing honey this tendency to absorb and hold moisture is often a desired effect such as, for example, in pastry and bread. During processing or storage however, the same hygroscopicity can become problematic, causing difficulties in preservation and storage due to excessive water content. From Table 2.5 it can be readily seen that normal honey with a water content of 18.3 % or less will absorb moisture from the air at a relative humidity of above 60%.

Der stark hygroskopische Charakter des Honigs ist sowohl in der Verarbeitung als auch für den Endgebrauch wichtig. In Endprodukten, die Honig enthalten, ist die Tendenz, Wasser zu absorbieren und Feuchtigkeit zu halten, oft eine gewünschte Wirkung; zum Beispiel, im Gebäck und Brot.
Während der Verarbeitung oder Lagerung jedoch kann dieselbe Hygroskopie problematisch werden, ja Schwierigkeiten verursachen. Sowohl bei Aufbewahrung wie Lagerung. Denn der Wassergehal kann übermässig anwachsen.
Aus Tabelle 2.5 kann auch abgeleitet werden, dass der normale Honig mit einem Wasserinhalt von 18.3 % (oder weniger) ab einer relativen Luftfeuchte von 60 % aus der Luft Wasser absorbieren wird.

Approximate equilibrium between relative humidity (RH) of ambient air and water
content of a clover honey (White, 1975a).

Ungefähres Gleichgewicht zwischen der relativen Feuchtigkeit (RF%) der umgebenden Luft und dem Wassersgehalt eines Klee-Honigs (nach White, 1975a).

Air (% RH) Honey (% water content)

RF % der Luft-------Wasser im Honig in %--------Honig mit 18,3 % steht offen im Raum
50------------------- 15.9 <--------------------------------(der Honig trocknet bis Wert links erreicht wird)
55--------------------16.8 <--------------------------------(der Honig trocknetbis Wert links erreicht wird)
60--------------------18.3 <-----------------------------> (Wassergehalt im Honig bleibt ca. gleich)
65--------------------20.9 <---------------------------------(Honig zieht Wasser bis Wert links erreicht wird)
70--------------------24.2 <---------------------------------(Honig zieht Wasser) bis Wert links erreicht wird
75--------------------28.3 <---------------------------------(Honig zieht Wasser bis Wert links erreicht wird)
80--------------------33.1 <---------------------------------(Honig zieht Wasser bis Wert links erreicht wird)

Zum Einfluß der Temperatur siehe entsprechende Tabelle (Seite 3) in:
[www.llh-hessen.de]
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Avatar: bross
Mitglied
aus Württemberg
Beiträge: 711
Alter: 47 Jahre,
Beitrag bearbeitet von bross am 27.07.10 um 17:28 Uhr.
# 27.07.10, 17:27 Uhr
Bienenfreund schrieb:

Immer wieder sind meine Messungen des Wassergehalts des Honigs mit dem Handrefraktometer widersprüchlich. Das Gerät ist geeicht.

Problem:
Wenn man mit einem Zahnstocher oder Zündholz Honig aus einzelnen Wabenzellen einer Wabe entnimmt und misst, erreicht man Werte zwischen 15% und 19%.

Wenn man während des Schleuderns die Probe aus dem auslaufenden Honig nimmt, kann man zum Beispiel 16% messen, wenn der Eimer voll ist, zeigt er 17%.

Wenn man die Probe nach einigen Tagen des Klärens und Absetzens von der Oberfläche des Eimers nimmt, zeigt er 17,5%.

Wenn man den Honig in der Abfüllkanne misst, kann er sich vom Ablasshahn zur Oberfläche bei einer 50 kg Kanne um bis zu 1% unterscheiden, bei einer Honigsäule von etwa 50 cm.

uni Exakte Wissenschaft sieht für mich anders aus.

Ich kann jedem nur raten, diese Messungen mal durchzuspielen. Zwar ist es etwas mühsam, das Gerät nach jeder Messung wieder zu reinigen und zu trocknen, aber der Aufwand lohnt sich für die Messreihen. Ich verwende zum Putzen ein neues feuchtes Schwammtuch und zum Trocknen ein Brillenputztuch.

Wie sind Eure Erfahrungen? Ich frage auch vor dem Hintergrund, dass ja bei allen Honigbewertungen exakte Prozente hergenommen und zu Grunde gelegt werden.
foerster Sicher, anders geht es wohl nicht - aber wenn die Werte so zufällig und flüchtig sind, was taugen dann alle diese Messungen??

Bienenfreund eek



Befrage mal einen Winzer wie er vor der Ernte den Öchslegrad (Zuckergehalt) seiner Trauben vor der Ernte bestimmt: Er nimmt mehrere Trauben und zerdrückt sie in einem Eimer, mischt kurz durch und mißt mit einem Tropfen Traubensaft. So ist es bei der Honigprüfung auch: Es muß aus mehreren Zellen Honig entnommen werden und auch nicht mit einem Holz sondern nach möglichkeit mit einem nicht Wasser aufnehmenden Material. Dann kann man mit einem "annähernden" Ergebnis rechnen.
Beim Messen aus dem "Kübel" bin ich auf der "sicheren Seite wenn der Oberflächenhonig unter 18% mißt.
Wenn das Bienenvolk nicht zu weit sitzt und die Wabe zu 2/3 verdeckelt ist und die Honigentnahme bei trockenem Wetter in der Frühe stattfindet wird zum Schluß auch der Wassergehalt stimmen.
Meint
Bross
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Avatar: pke1951
Mitglied
aus NRW
Beiträge: 776
Alter: 59 Jahre,
# 31.07.10, 22:26 Uhr
Lahntaler schrieb:

Hallo Heckenimker !

Vielen Dank an Dich Heckenimker ...
Sehr gute Info !


an Alle

Da wir die Problematik mit der Refraktormessung auch schon draußen am Bienenstand hatten
und
(wohl nach einem Sturz) ein verstelltes Refraktometer, wird bei uns im Schleuderraum jeder Eimer mit dem Ärometer gemessen - da gibt es kein vertun, wie die Prämierungsanalysen dann bestätigen.

Hier> Wassergehaltsmessgeräte für Honig (+)

Gruß
~~~LAHN~taler~~~


Hallo Lahntaler,

kann man mit dem Aräometer auch den Wassergehalt von bereits trübem Honig (also nach der ersten oder zweiten Rührung oder nach der Impfung, noch flüssig, aber schon mit Perlmuttschimmer) messen? Das wär' toll!

pke



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Avatar: Lahntaler
Mitglied
aus zwischen Berg und Fluss
Beiträge: 454
Alter: 39 Jahre,
# 01.08.10, 22:46 Uhr
Hallo !

pke1951 schrieb:

Hallo Lahntaler,

kann man mit dem Aräometer auch den Wassergehalt von bereits trübem Honig (also nach der ersten oder zweiten Rührung oder nach der Impfung, noch flüssig, aber schon mit Perlmuttschimmer) messen? Das wär' toll!

pke


Kann ich nicht beurteilen, auch noch nicht versucht, glaube eigentlich nicht,
kannst aber den Vertreiber ja mal selberfragen:
P. Weiskorn - Vertieb meines Aräometer

Gruß
~~~LAHN~taler~~~
Gruß
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Avatar: pke1951
Mitglied
aus NRW
Beiträge: 776
Alter: 59 Jahre,
# 03.08.10, 00:23 Uhr
Lahntaler schrieb:

Hallo !

Kann ich nicht beurteilen, auch noch nicht versucht, glaube eigentlich nicht,
kannst aber den Vertreiber ja mal selberfragen:
P. Weiskorn - Vertieb meines Aräometer

Gruß
~~~LAHN~taler~~~


Hallo Lahntaler!

Das geht, so lange die Honige noch fließen (Auskunft von dort). Ein echter Vorteil!

pke

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