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Aufgeschnappt

Was die Medienwelt so hergibt (37 Einträge)

Geburtstagsstrauß
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05.05.2008, 17.28 Uhr

Happy Birthday

Dieser Tage wird kräftig gefeiert. Ein runder Geburtstag. Der 60! Immer wenn diese Zahl geburtstagsmäßig dran ist – und es sich nicht um Personen handelt - kann man ziemlich sicher sein, es geht um eine in den Nachkriegsjahren eingeführte Institution, die sich bisher entweder bewährt, tapfer gehalten, manchmal schon überholt hat.

In diesem Fall, aktiver und agiler denn je und passend hier zu landlive.de (und gefunden auf der Internet-Site des Bayerischen Bauernverbandes -http://www.bayerischerbauernverband.de/sro.php?redid=212379 ) sind es die Bayerischen Landfrauen.

Am 7. Mai 1948 wurde im Bayerischen Bauernverband das Referat „Die Landfrau“ eingerichtet. Die ersten kämpferischen Frauen forderten - das war keine Selbstverständlichkeit im bäuerlichen Umfeld und nach dem „1000jährigen“ Debakel - die Mitsprache der Landfrauen bei allen Themen, die den landwirtschaftlichen Berufsstand betrafen. Sie vertraten und vertreten seitdem die Interessen der Frauen und ihrer Familien in der Landwirtschaft und im ländlichen Raum. Die Landfrauen feiern das Ereignis am 7. Mai in Herrsching mit einem Festakt.

Klar, die Aufgaben haben sich seit den Gründungs-„Müttern“ verändert, mit den veränderten Bedürfnissen der Bäuerinnen und mit dem gesellschaftlichen Wandel. Aber im Grunde geht es damals wie heute um Fort- und Weiterbildung, um Erholen und Entspannen, um Kultur und um die Pflege von Traditionen. Allein in Bayern gibt es 66 Landfrauenchöre – wer hätte es gedacht. Es geht darüber hinaus um Kunsthandwerk und um die Hilfe bei der Pflege von Alten und Kranken. Und nicht zuletzt: Es geht um die enge Verzahnung zwischen Erzeugern und Verbrauchern. Seit der Jahrtausendwende gibt es im Bayerischen Bauernverband die Ernährungsfachfrauen, die mit wissenschaftlich fundiertem Know how die Brücke schlagen vom Produzenten zum Konsumenten von Nahrung.

Die Aufgaben der Landfrauen werden sich weiterhin wandeln. Die soziodemografische Struktur verlangt neue Modelle, der Strukturwandel in der Landwirtschaft bringt neue Herausforderungen. Mich freut´s, dass die Landfrauen kräftig mitreden. Und in Annemarie Biechl eine blitzgescheite „Anchor-Woman“ mit Bodenhaftung haben, die auch von politischen Gegnern hoch geschätzt wird.

Aber genug der Lobes-Hymnen. Warum sind die Landfrauen ein Thema? Weil es die Landwirtschaft im ganzen ist. Es ist schon erstaunlich, wie derzeit die Landwirtschaft im Brennpunkt des öffentlichen Interesses steht. Jahrzehntelang nahm die Öffentlichkeit von der Arbeit der Landwirte kaum Notiz. Manchmal reibe ich mir verwundert die Augen, wenn ich zur Zeit die Medienwelt so anschaue: Es gibt fast kein anderes Thema als Ernährung, Produktion von Nahrungsmittel, Hunger in der Welt, Nahrung versus Energie. Kein Zweifel, das sind die großen Themen. Aber sie waren es schon immer. Nur ist das, was selbstverständlich erscheint, einfach keine Meldung und damit in der Öffentlichkeit und den Medien nicht präsent. Und die Gefahr, dass hier vorschnell gewertet und be- und verurteilt wird, ist groß.
So ein Wertewandel geht ganz schnell: Noch vor kurzem war es im öffentlichen Bewusstsein keine Frage: Nachwachsende Rohstoffe sichern den Energiebedarf und – wenn man nicht ganz genau nachfragt – schonen die Umwelt. Innerhalb einer Woche schlug das Pendel um: jetzt sind es angeblich die Landwirte, die auf regenerative Energien setzten, die am Hunger in der Welt schuld sein sollen.

Gerade im Agrarbereich ist das Durchblicken schwierig. Wer von außen drauf schaut wie viele Redakteure der Nicht-Fachmedien, ist schnell mit einer Meinung bei der Hand, die nicht fundiert ist, aber gut ins Konzept passt.
Umso wichtiger, dass es Leute gibt wie die Landfrauen, die in ihrem Bereich Tradition und gesellschaftlichen und strukturellen Wandel in ihr Leben integrieren. Und auch das kommt wieder richtig gut im öffentlichen Bewusstsein: Gefragt ist neuerdings ganz stark: Nachhaltigkeit, Echtheit – Authentizität, Ehrlichkeit.



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Philine

Philine

Alter: 63 Jahre,
aus Schönau

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