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Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

Vier der fünf Sinne
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12.05.2008, 11.15 Uhr

Genießen für die Seele

Wie eilen zur Arbeit, essen morgens das Brötchen noch im Stehen, der Kaffee wird während der Arbeit getrunken: Im Alltag hetzen wir von einem Pflichtpunkt zum nächsten, dass wir kaum noch wahrnehmen, was wir tun. Außerdem werden wir von tausenden Reizen geradezu überschüttet, so dass unsere Sinne regelrecht abschalten und abstumpfen, um unsere Aufnahmefähigkeit nicht zu überlasten. Das alles belastet langfristig Lebensfreude und Gesundheit.

Umso wichtiger ist es, ganz bewusst Genusspausen einzulegen, um wieder "zu Sinnen" zu kommen und für den stressigen Alltag Kraft zu tanken. Dafür werden mittlerweile sogar Seminare an Volkshochschulen oder Sanatorien angeboten, doch eigentlich lässt sich das Genießen auch recht einfach in den Alltag einbauen, wie ein Artikel auf der Ratgeberseite der ARD erklärt.

Es geht darum Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen wieder zu erleben und auch zu trainieren. Man muss nur ein paar Regeln beachten, um unbeschwert genießen zu können und langfristig einen positiven Effekt damit zu erzielen. Es geht darum sich regelmäßig Genusspausen zu gönnen, und dafür ein bisschen Zeit einzuplanen, in der man ganz im Hier und Jetzt sein kann. Auch ist es besser, sich auf einige wenige Sinneserfahrungen zu konzentrieren, also "weniger ist mehr". Man soll außerdem herausfinden, was einem gut tut bzw. was man gern mag, aber auch ab und zu Neues ausprobieren, um den Horizont zu erweitern. Entweder man konzentriert sich bei jeder Genusspause auf einen Sinn, oder spricht alle kurz hintereinander an.

Beim Riechen können Blumen, Duftöle, Kaffee, Gewürze oder Kosmetika beschnuppert werden . Man soll den Geruch beschreiben, und schauen, ob er Erinnerungen oder Gefühle wachruft. Welcher Duft ist zum Beispiel beruhigend und welcher belebend? Ein Spaziergang kann zum Schnupperrundgang werden!

Hören: Alltagsgeräusche und Musik werden bewusst wahrgenommen bzw. auch erraten. Welche Töne sind angenehm, welche nicht. Können Rhythmen herausgehört werden? Welche Erinnerungen verbinden sich mit Geräuschen?

Sehen: Wieder mit offenen Augen durch die Welt gehen, und den Blick auch einmal ruhen lassen. Landschaften und Architektur betrachten, aber sich auch in Kunst oder Fotografien vertiefen.

Fühlen: Mit allen Tastwerkzeugen (also nicht nur den Händen, sondern auch Füßen, Lippen, Zunge etc.) Gegenstände ertasten und erfühlen. Sind sie schwer oder leicht, glatt oder rau, kühl oder warm etc.

Schmecken: Sich mit geschlossenen Augen durch die Welt der Lebensmittel kosten. Diese auch länger im Mund behalten, Geschmack und Konstistenz ganz bewusst wahrnehmen.

Sich im Alltag diese Pausen zu gönnen verbindet auf positive Weise mit dem eigenen Körper und tankt die Seele wieder auf. So kann man auch in stressigen Zeiten, sich auf diese schönen Erlebnisse zurückbesinnen. Auch im normalen Tagesablauf seine Sinne bewusst wahrzunehmen – der Geschmack des Morgenkaffees, das Straßenbild und die Geräusche auf dem Nachhauseweg, Düfte im Supermarkt, das Erfühlen zum Beispiel von Obst und Gemüse – das kann das Leben sehr bereichern. Ich versuche oft, meine Umgebung wieder genauer zu erfassen, aber auch das gelingt mir nur ab und zu – es gerät oft im Alltagstrubel in Vergessenheit. Aber ich merke deutlich, wie viel ausgeglichener ich bin und wie viel besser es mir an den Tagen geht, in denen ich ganz bei mir bin und alles mit meinen 5 Sinnen deutlich erlebe. Der Artikel hat mich wieder daran erinnert.
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kruemel

kruemel

Alter: 37 Jahre,
aus Südhessen

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