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Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

Schweizer Flagge
89 mal angesehen
03.06.2008, 21.22 Uhr

Schweizer Sprache, schwere Sprache

Nu ist ja bald EM. Und der ein oder andere wird sich auch sicherlich auf den Weg in die Schweiz machen, um sich ein Spiel anzusehen. Dass man selbst in den deutschsprachigen Teilen des Landes mit Kommunikationsschwierigkeiten zu kämpfen haben könnte, damit rechnen wohl die wenigsten.

Bastian Sick, Autor der Bestseller "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" Teil 1-3000 , hat in einem Artikel seiner Zwiebelfisch-Kolumne die schönsten und skurrilsten Schweizerdeutschen Wörter erklärt. Welche Probleme dabei schon allein beim Essen gehen auftreten können, zeigt folgender Absatz:

"Entgegen landläufigen Klischees sind die Schweizer keinesfalls den ganzen Tag mit Putzen und Jodeln beschäftigt, sondern hauptsächlich mit essen, und zwar vom Zmorge (Frühstück) über das Znüni (Zweites Frühstück), das Zmittag (Mittagessen) und das Zvieri (Mahlzeit am Nachmittag) bis zum Znacht (Abendessen). Dass die meisten Nahrungsmittel in der Schweiz einen anderen Namen haben, darauf war ich gefasst, denn schon innerhalb Deutschlands ist der Speiseplan alles andere als einheitlich. So ist der Pfifferling in der Schweiz ein Eierschwämmli und die Walnuss eine Baumnuss. Damit kann man sich anfreunden. Wer jedoch in der Schweiz einen italienischen Vorspeisenteller "ohne Peperoni" bestellt, dem kann es passieren, dass er einen Vorspeisenteller mit Peperoni bekommt - dafür ohne Paprika. Das, was der Deutsche unter Peperoni versteht, sind für den Schweizer Peperoncini. Das Wort Peperoni verwendet der Schweizer hingegen für das, was bei uns Paprika ist, also das gelb-rot-grüne Gemüse. Die Peperoni sind also keine Peperoni. Und auch die Zucchini sind keine Zucchini, sondern Zucchetti. Sehr kompliziert, das alles. Man sollte in der Schweiz besser nicht italienisch essen gehen."

Die niedlichsten Wortschöpfungen aus dem Artikel sind für mich die Töffs (Motorräder), das Gurtentrageobligatorium (= Anschnallpflicht) und das Chrüsimüsi (Durcheinander). Ich glaube, die werde ich eventuell in meinen eigenen Sprachwortschatz mit aufnehmen.

Außerdem gibt es auf der Seite gleich noch einen Schweizer Sprachtest, mit dem man versuchen kann, ob man nicht doch das ein oder andere Wort kennt , wie auf der Seite steht "13 Fragen von Mödeli über Cüpli bis zum Gipfeli.". Ganz ehrlich, ich habe kläglich versagt...

Ach ja, den Artikel gibt's hier: [www.spiegel.de]
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kruemel

kruemel

Alter: 36 Jahre,
aus Südhessen
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Kommentare

05.06.2008 14:42 Weizenkeim
Hallo Krümel, meine Auswertung vom Spiel.



Sie haben 13 von 13 Punkten.

Chapeau, Sie sind auf dem besten Weg zum Ehren-Helvetier! Das Schweizerdeutsch verstehen Sie besser als die meisten Französisch oder Italienisch sprechenden Schweizer. Sie dürfen umstandslos am Zürcher Paradeplatz ein Bankkonto eröffnen, ein Pauschalabkommen mit den Steuerbehörden einer Steueroase aushandeln und oder an der Hochschule St. Gallen Betriebswirtschaft studieren.
05.06.2008 16:16 kruemel
Ich bin ehrlich beeindruckt
06.06.2008 07:32 Weizenkeim
kruemel schrieb:

Ich bin ehrlich beeindruckt


quatsch !! Ich dachte die geben jedem so`ne Antwort.
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