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Bick vom Findlingspark Nochten auf das Kraftwerk Boxberg Nochten-4.JPG Nochten-36.JPG
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11.06.2008, 19.35 Uhr

Was hat Eiszeit mit Kohle zu tun ?

Auf dem Weg nach Kromlau (siehe vorigen Blogeintrag) sind wir durch ein stark von Menschenhand geprägtes Gebiet gekommen. Das große Kraftwerk ist ja schon Kilometerweit selbst von unseren Bergen zu erkennen. Aber was Tagebau bedeutet kann man nur vor Ort hautnah erfahren.
90 % der Energieversorgung der DDR wurde über Braunkohle gesichert, und auch heute ist die Braunkohle ein erheblicher Energielieferant gerade im Osten Deutschlands.

War es zu DDR-Zeiten nahezu unmöglich mal einen Tagebau von Innen zu sehen, ist heute der Konzern Vattenfall bemüht die Öffentlichkeit zu informieren und aufzuklären.

Dafür wurde sogar direkt an den Tagebaurand einen Aussichtsturm errichtet, Von hier aus hat man einen Überblick über den ganzen Tagebau. Man sieht wie auf der einen Seite der Abraum abgetragen, und über kilometerlange Bänder auf die andere Seite befördert und aufgeschüttet wird. Vor dem Turm sieht man den Kohleflöz offen liegen.

Vor dem Aussichtsturm stand ein LKW
mit dem Führungen auch in das Tagebaugelände angeboten wurde. Ein Angebot was wir sicher neben einer Kraftwerksführung auch mal in Anspruch nehmen werden.

Da nach dem Besuch in Kromlau noch Zeit war sind wir noch in den Findlingspark Nochten gefahren.

[www.lausitzer-findlingspark-nochten.com]

Das ist praktisch ein überdimensionaler 20 ha großer Steingarten
Hier kommen alle auf ihre Kosten. Für die Kinder gibt es einen großen Abenteuerspielplatz
Den größeren Kindern und natürlich auch den Erwachsenen werden die Zusammenhänge der Eiszeiten erklärt und es sind jede Menge Findlinge aus allen Teilen Europas die in der ganzen Oberlausitz gefunden wurden.

Auch für die Gärtner gibt es jede Menge zu sehen

Natürlich kann man auch einfach nur spazieren gehen und die Landschaft geniesen.

Die Tagebaulandschaft im Gebiet zwischen Bautzen - Cottbus und Leipzig hat große Narben in der Natur hinterlassen aber es wird zunehmend mit Renaturierungsmaßnahmen gegengesteuert und es entsteht hier gerade die größte Seenplatte Europas. Hier ein Bild des Bärwalder Sees . Das Tagebaurestloch beschickte vorher auch das Kraftwerk Boxberg und ist mittlerweile fast vollständig geflutet.

Hier mal die Gegend von oben:
[maps.google.de]

Und die ganze Bildergalerie

[www.landlive.de]

und eine Karte wo mit den Punkten wo sich Aussichtsturm und Findlingspark befinden
[maps.google.de]
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Matthias

Matthias

Alter: 38 Jahre,
aus Beiersdorf
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Kommentare

12.06.2008 16:34 Ginger
Hallo Matthias,

bei uns heißt der Tagebau Garzweiler 1 + 2 und wurde von den dort lebenden Menschen abgelehnt, denn alle Dörfer mussten dem Tagebau weichen.

20.06.2008 23:29 Matthias
Ginger schrieb:

Hallo Matthias,

bei uns heißt der Tagebau Garzweiler 1 + 2 und wurde von den dort lebenden Menschen abgelehnt, denn alle Dörfer mussten dem Tagebau weichen.



Hallo,

habe deinen Kommentar wahrscheinlich bisher übersehen.
Der überwiegende Teil des Tagebaugeländes ist schon zu DDR-Zeiten entstanden. Da hatten die Leute keine Chancen sich gegen so ein Projekt zu wehren und damit war es auch nicht in der Öffentlichkeit. Die Leute haben es dann meist auch so hingenommen, sind in die Platte umgesiedelt worden und haben eine schäbige Abfindung bekommen.

Ich weis auch das der Tagebau die Natur stark verändert, aber in der Region ist er zur Zeit der größte Arbeitgeber und auch so komisch es klingt die größte Hoffnung für die Zukunft denn die liegt im Tourismus.
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