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Land&Natur

(25 Einträge)

Festivalfeeling Kate Nash Gitarrenfeeling
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24.07.2008, 16.59 Uhr

Festivals auf dem Land

Den heißesten Bands lauschen, den Sonnenuntergang genießen, die Nacht durchtanzen und am nächsten Tag bei einem Picknick im Grünen entspannen! Das geht auf den kleinen, aber feinen Festivals im Grünen.

Innovative Bands und Künstler kommen gerne und küren abgelegene Orte für ein paar Tage zu absoluten Hot Spots. Wir stellen vier Festivals vor, die es geschafft haben, groß zu werden und doch klein zu bleiben. Faktoren, die für unsere Wahl wichtig waren: Natur pur, lauschige Plätzchen, Independent Music, nette Leute.


Puch Open Air, Puch bei Petershausen, Bayern:

Dieser Jahr wird zwar nichts daraus, aber im nächsten Jahr heißt es wieder: Rausfahren, Decke auspacken, bequem machen und den Wohlklängen lauschen. Obwohl das Festival im Obstgarten von Hubert Lehmair ganz versteckt im hügeligen Dachauer Hinterland liegt, hat es sich in den vergangenen Jahren zum Tummelplatz alternativer Musik im Süden der Republik etabliert. Obwohl auch bemerkenswert viele Autos mit Berliner Kennzeichen auf der zum Parkplatz umfunktionierten Kuhweide parken. Kein Wunder, stand doch fast die komplette Riege der deutschen Indie-Szene auf der Bühne. Das Line-Up konnte sich bisher sehen lassen: Tocotronic, Blumfeld, The Notwist, DJ Hell, Sportfreunde Stiller, Mediengruppe Telekommander haben sich hier schon eingefunden.

„Familiär“ beschreibt die Atmosphäre auf dem Puch perfekt. Den Döner-Mann kennt man ebenso noch vom letzten Jahr wie die beiden Herren, die frisches Brot mit Schmalz, Currycreme oder Schnittlauch verkaufen. Und wenn man seine Isomatte vergessen hat, findet man unter den 1.500 Festivalbesuchern sicher schnell jemanden, der seine Decke im Schatten der Apfelbäume mit einem teilen will. Fazit: Ein ganz besonders charmantes kleines Wohlfühl-Festival, das einen Ausflug aufs Land wert ist!


Immergut-Festival, Neustrelitz, Mecklenburg-Vorpommern

Der Name ist hier Programm: immergutrocken! 5.000 Besucher zählt man jedes Jahr, mehr sollen es allerdings auch nicht werden. Gut so, denn auch hier macht gerade das Überschauliche den Reiz aus. Und das Querbeet-Publikum. „Die Leute lassen sich in keine Statistik zwängen. Sie sind zwischen 15 und 45. Wenn diese Zielgruppe zeltet, heißt das nicht, dass sie auch kalte Ravioli löffelt. Sie gehen Spargel essen, und sie rocken.“, schwärmt Arezu Weitholz von der Frankfurter Allgemeinen Sonnntagszeitung.

Naturverbundene Studenten und tagträumende Großstädter genießen die atemberaubende Landschaft des Müritz Nationalparks, baden, kicken beim gleichzeitig stattfindenden Turnier und erleben das Who ist Who des deutschen und inzwischen auch internationalen melodischen Gitarrenrocks. Mutter Natur ist auch auf der Homepage ein eigener Bereich eingeräumt worden, denn hier weiß man, was man ihr hat. Fazit: Nicht zu groß, nicht zu provinziell, nicht zu kommerziell, nicht zu dilettantisch. Genau richtig.

Woodstock Open Air, Dornstadt, Baden-Württemberg

Der Name sagt es: Hier handelt es sich um ein astreines Woodstock-Revival. Three Days of Love and Peace and Music. Mit seiner einzigartigen Hippie-Atmosphäre gilt das Dornstädter Festival als würdiger Nachfolger des Originals. Die Besucheranzahl ist seit 2001 stetig gewachsen, inzwischen kommen knapp 1000 Fans zur wunderschönen Waldeinbuchtung am Dornfelder Wildwechsel.

Für die Musik gilt: lässig soll sie sein, entspannt und chillig, zur Abwechslung erklingen schon mal härtere Töne. So wurde das kleine Woodstock schon geadelt durch innovativen Pop von Anajo, Tito & Tarantula oder HipHop von den „Les Babacools“ aus München.

Zwischendrin darf es auch mal Hans Söllner mit seiner Raggae-Band sein, und auch die Münchner Mittelalter-Folkrock-Helden Schandmaul waren schon hier und brachten das Publikum zum Schwitzen. Man darf gespannt sein, welch illustre Gäste sich dieses Jahr einfinden werden. Fazit: Der kulturelle Höhepunkt der Region mit abwechslungsreichem Line-Up


Haldern Pop Festival, Haldern, Nordrhein-Westfalen

Das Haldern Pop Festival ist eine Institution. Und eigentlich zu groß, um in der Kategorie „beschaulich, Geheimtipp“ verortet zu werden. Aber es nicht zu erwähnen, bringen wir einfach nicht übers Herz. Was das Halderner mit den anderen hier erwähnten Festivals gemeinsam hat, ist die unvergleichliche Atmosphäre: relaxt, friedlich und doch aufgeregt und vibirerend. Bodenständig, aber innovativ.

Gerade dem Halderner Publikum wird von den Bands eine besondere Nähe attestiert. Um es mit den Worten von Sven Regener von den immer gerne gesehenen Element of Crime zu sagen: „Haldern ist kein Spartenfestival, die Auswahl der Musik ist undogmatisch und ohne subkulturellen Dünkel, das Budget ist bescheiden, und dennoch wird Jahr für Jahr kenntnisreich und mit unglaublicher Liebe zur Musik ein Programm auf die Beine gestellt, das Staunen macht.

So hat das Haldern-Festival immer wieder eine Avantgarde-Funktion erfüllt, ohne je mit diesem Anspruch aufgetreten zu sein. Professioneller Anarcho-Syndikalismus, gepaart mit tiefer Liebe zur Musik: das ist das Wunder von Haldern.“
Fazit: Das unaufgeregte Festival vom Lande. Von Ministranten gegründet.

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