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Was mir so begegnet

(1 Eintrag)

Wäscheleine
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27.07.2008, 20.12 Uhr

Meine "Ur"-Jeans

Sie ist wohl das die beliebteste Hose weltweit. Es gibt sie für jedes Alter für jede Größe in vielen Schnittformen, Qualitäten, Farben und Waschungen.

Für die Goldgräber als Arbeitshose gedacht erfunden vom deutschen Einwanderer Levi Strauß und 1873 erhielten L.Strauß und J. Daris das Patent auf die Hose aus mit Indigo gefärbten Denim und Nietenverstärkungen.

Diese Hose ging um die Welt und eroberte Kontinente, brach Mauern -

"Jeans sind die edelsten Hosen der Welt. Dafür verzichte ich doch auf die ganzen synthetischen Lappen aus der JuMo, die ewig tiffig aussehen, ich meine, Jeans sind eine Einstellung und keine Hosen." Plenzdorf, die Leiden des Jungen Werther

Ich bekam meine erste Jeans , eine Wrangler, nach meiner Konfirmation 1979. Sie liegt noch in meinem Schrank, die Länge ist ok . . .
In dem Schrank beleibt sie auch, weil

Ehe heute eine Jeans auf einem deutschen Ladentisch liegt hat sie, einschließlich aller Einzelteile ca. 19.000 km zurückgelegt.

die Baumwolle wird in Kasachstan oder Indien geerntet
die Anbaubedingungen für Baumwolle sind dort nicht so toll
und nach China versandt
in China mit Schweizer Ringspinnmaschinen versponnen
Billiglohnland
auf den Philippinen mit chemischer Indigofarbe aus Deutschland gefärbt
in Polen auf deutschen Webmaschinen gewebt
Innenfutter und Washinglabel kommen aus Frankreich, Köpfe und Nieten aus Italien
alle Zutaten werden auf die Philippinen, bzw. die Türkei oder Polen geflogen und dort zusammengenäht
Endverarbeitung der Jeans in Griechenland mit Bimsstein
Abbau von natürlichem Bimsstein und hohe chemische Belastungen
verkauft und getragen in Deutschland
einer karitativen Organisation gespendet und über einen großen Sortierbetrieb in den Niederlanden mit Schiff und LKW auf den afrikanischen Kontinent gebracht!

Ginge das nicht auch anders? Nur allein schon der Transport belastet unseren Globus wirklich. Er verschlingt doppelt so viel Energie wie die Herstellung und Veredelung der Kleidungsstücke.

Außerdem kostet der Anbau von Baumwolle enorm viel Wasser. Z.B versickert der Aralsee langsam in den umliegenden Baumwollfeldern. Dazu ist die Baumwolle wirklich belastet.

Das ist nun Globalisierung. Ich bin recht im Grübeln.

Meine „Ur“ Jeans liegt wieder in der dunklen Ecke im Schrank. Ich erspare ihr die letzte Reise.
Den anderen, die mir nicht mehr passen auch. Die sind z.T. schon mit glücklichen Trägerinnen über den Tschernobyl-Verband in die Ukraine gefahren. Auf dem Flohmarkt oder bei Ebay finden sich bestimmt auch neue Besitzer.
Vielleicht findet man dort auch eine passende Bluse oder eine passende Hose für sich selber? Und muss es immer Baumwolle sein?
Der neue Trend ist – Leinen knittert edel - . Hanf hat auch was,( wenn es auch nicht jedermanns Geschmack ist. )
Stonewash kann unsere Waschmaschine mit der Zeit auch, denn müssen wir, rein statistisch gesehen, jedes Jahr 28 kg Textilien verbrauchen?
Ich schaue mich nun besser um und erspare bestimmt einigen Textilien ihre lange und anstrengende Reise.

[www.textilgestaltung-schule.de]
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Weizenkeim

Weizenkeim

Alter: 52 Jahre,
aus Jena
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