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Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

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12.06.2007, 21.04 Uhr

Experiment Steinzeit, Teil 2

Gestern endete Steinzeit-Dokumentation, und ich habe es doch tatsächlich geschafft bei drei der vier Folgen einzuschalten. Die Herangehensweise an das Experiment war erfreulich wissenschaftlich gehalten, denn es sollte vor allem überprüft werden, ob die Theorien über das Leben in der Steinzeit auch in der Praxis funktionieren. Ich fand es erstaunlich zu sehen, dass die Wissenschaftler doch bei einigen Vermutungen daneben lagen, obwohl sich alles so plausibel anhörte. So war zum Beispiel die Technik zum Entspelzen der Getreidesorten Emmer und Einkorn scheinbar völlig ungeeignet. Auch das Dach hielt den heftigen Regenschauern (die am Anfang fast zum Scheitern der Projektes führten) nicht stand und musste später mit weiterem Gras aufgepolstert werden.

Gut war auch, dass nicht verschwiegen wurde, dass gewisse Zugeständnisse an das deutsche Gesetz gemacht werden mussten. Das Wasser kam zum Beispiel per Schlauchleitung aus einem anderen Dorf, weil die Quellen der deutschen Trinkwasserverordnung nicht genügten. Gejagt werden durfte nicht mit Pfeil und Bogen (auf Grund des Jagdrechts und Tierschutzgesetzes) und das Schwein musste ebenso nach neuzeitlichen Methoden geschlachtet werden.

Trotz aller Schwierigkeiten haben sich die sieben Erwachsenen und sechs Kinder erstaunlich gut an das anstrengende Steinzeitleben, die Kälte und den wenigen Platz beim Schlafen gewöhnt. Ein Vorteil war wohl auch, dass die Probanden sorgfältig ausgesucht wurden. Alle kannten sich und waren teilweise schon befreundet. Die Erwachsenen hatte alle nützliche oder naturverbundene Berufe wie Landwirt, Schafzüchter, Töpfer oder Krankenschwester. Das mag sicherlich zum schnellen Eingewöhnen beigetragen haben. Zum Schluss stellten die begleitenden Psychologen und Mediziner übrigens eine große körperliche und seelische Ausgeglichenheit bei allen Teilnehmenden fest, auch wenn es zwischenzeitlich starke Reibereien zwischen den Männern gegeben hatte.

Meine Hochachtung haben auch die beiden Männer, die zu Fuß über die Alpen bis nach Bozen gewandert sind – die Strecke war für unsere Steinzeit-Vorfahren wohl ein üblicher, wenn auch gefährlicher Handelsweg. Sie waren nur mit der Kleidung und den Waffen bestückt, die auch bei „Ötzi“ gefunden wurden. Das auch die Dreharbeiten bei dieser Wanderung kein Kinderspiel war, kann man sich wohl denken.

Natürlich ist die Dokumentation kein genaues Abbild der Steinzeit, und ob die Teilnehmer einen Winter überlebt hätten ist ebenso fraglich. Aber man gewinnt einen kleinen Eindruck, wie es ausgesehen haben könnte. Die Serie war wirklich spannend und informativ aufbereitet worden, und ist sicherlich eine Bereicherung für jeden Geschichtsunterricht. Mir hats gefallen!
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kruemel

kruemel

Alter: 36 Jahre,
aus Südhessen
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Kommentare

22.06.2007 19:57 Gesine
Hola Krümel,
ich habe mir alle Sendungen angesehen und fand sie auch sehr interessant. Meine Hochachtung für die Teilnehmer des Experiments. Ich grübel fortwährend, wie man das Getreide entspelzen könnte. Aber vielleicht hatten die Menschen damals nicht so eine feine Zunge und haben alles mit gegessen. Die Tiere haben ja auch kein Problem damit. Daraus resultiert auf alle Fälle, daß die Müller sich später einen Kopf gemacht haben und das helle Mehl war ja den Riechen vorbehalten.
Für unsere Kinder und Kindeskinder währe es auf alle Fälle interessant mal so ein Experiment in abgeschwächter Form mitzumachen, da die ja wohl ohne Microwelle und Kühlschrank aufgeschmissen währen.
Das war auf alle Fälle Fernsehen in seiner besten Form.
Grüße Gesine
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