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isar-blick

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21.06.2007, 16.57 Uhr

Oklahoma-Landfeeling

Als Kind wollte ich immer auf dem Land leben. Aber nicht da, wo ich wohnte – im nordbayerischen Mittelgebirge. Sondern lieber dort, wo die Cowboys waren. Und natürlich die Indianer. In meiner Traum-Heimat ritten alle Menschen auf Pferden durch endlose Weiten und hatten bitteschön einen Stetson auf dem Kopf.

Jetzt bin ich erwachsen und weiß, dass das mit den Cowboys und den Indianern alles kein Spaß war. Und dass Amerika nicht die Insel der Seligen ist. Trotzdem hat es mir die Country-Musik angetan. Deswegen finde ich es schön, dass es im Münchner Süden einen skurrilen Saloon gibt, der "Oklahoma" heißt und in dem Country und Bluegrass live zu hören sind. Auch wenn ich gar nicht oft dorthin gehe. Und auch erst selten den hübschen Minibiergarten mit Grill zur Selbstbenutzung genossen habe.

Vorgestern war es aber soweit und wäre auch beinahe nichts geworden. Weil mich nämlich auf dem Weg dorthin ein hübscher, noch junger Graupapagei angesprochen hat. Er saß abends um halb neun auf der Türklinke einer schon längst verschlossenen Tierarztpraxis und krächzte mir ein freundliches „Hallo“ entgegen. Ich grüßte zurück und war dann recht ratlos. Was tut man am Abend mit einem offensichtlich aus irgendwelchen Gründen heimatlosen Graupapagei?!? Erst rief ich die Tierarztpraxis an, auf deren Türklinke er saß, aber natürlich war da niemand mehr. Dann fragte ich ihn, wo er denn herkäme, aber er antwortete wirres Zeug. Als letztes zog ich ernsthaft in Erwägung, für ihn auf das Country-Konzert zu verzichten und ihn durch halb München auf dem Fahrrad zu mir nach Hause zu transportieren.

Glücklicherweise stieß dann eine Frau zu uns, die in der Nachbarschaft wohnte und sich bereit erklärte, den Vogel erstmal in ihre Wohnung zu bringen um am nächsten Tag mit Hilfe des Tierarztes den Besitzer ausfindig zu machen. Da war ich froh und traurig zugleich und verabschiedete mich von meinem neuen Freund, dem Papagei.
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Kommentare

21.06.2007 17:02 Katalin
ließ er sich so leicht einfangen?

ich stehe ja immer traurig vor den such-zettel verzweifelter vogelhalter, die ihre lieblinge vermissen und denke bei mir "ja selbst wenn man sie gesehen hat....wie soll man ein gefiedertes tier einfangen?!"
21.06.2007 17:08 telastar
Der war ziemlich zutraulich und ist der Frau, die ihn dann mit nach Hause genommen hat, bereitwillig auf die Hand gehüpft. Ein sehr freundliches Tier.
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