Zur mobilen Version wechseln »

Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

Eiswürfel
327 mal angesehen
22.06.2007, 15.27 Uhr

Die Schweden und das Gefriertrocknen

Manchmal kommt meine makabre Seite zum Vorschein und dann lache ich über Meldungen wie die folgende, die ich bei den Schlusslichtern unter [www.tagesschau.de] gefunden habe. Aber ich habe nur im ersten Moment gelacht, eigentlich klingt die ganze Sache richtig gut.

Der Artikel heißt „Umweltfreundlich bis nach dem Tod“ und es geht darum, dass unter anderem die Kulturministerin und die Lutheranische Kirche von Schweden sich dafür einsetzen, dass eine neue umweltfreundliche Methode der Bestattung gesetzlich erlaubt wird: das Gefriertrocknen. Das soll Wasser und Luft weniger belasten als herkömmliche Bestattungsmethoden. Bei der normalen Bestattung wird zum Beispiel nicht nur der Boden belastet, sondern auch das Trinkwasser und zum Schluss die Meere mit den Überresten der Begrabenen überdüngt. Bei den Verbrennungen gelangen große Mengen Quecksilber-Emissionen in die Luft.

Und was ist am Gefriertrocknen nun so umweltfreundlich? Die Leiche wird in flüssigem Stickstoff gefriergetrocknet und danach… naja… zerbröselt bis nur noch ein grobes Pulver übrig bleibt. Dann werden noch überschüssiges Wasser und Metalle entfernt. Das Pulver kommt in einen Sarg aus Maisstärke und wird knapp unter der Erdoberfläche bestattet. Nach 6-12 Monaten hat sich das alles in Humus verwandelt und trägt dazu bei, dass neues Leben entstehen kann.

Ganz ehrlich, ich empfinde die Vorstellung gefriergetrocknet und danach Pflanzendünger zu werden als sehr viel angenehmer, als die üblichen Methoden – selbst wann man ja eigentlich nix mehr mitbekommt. Und dass es die Umwelt nicht belastet, sollte ein Grund sein, einmal ernsthaft darüber nachzudenken. Ob man sich in naher Zukunft auch in Deutschland so bestatten lassen kann, steht allerdings auf einem völlig anderen Blatt…

Die Firma, die das anbietet, heißt übrigens Promessa und erklärt auf ihrer Internetseite [promessa.se] noch einmal ganz genau, wie das funktioniert.

(Falls ich jemandem mit meinem Beitrag zu Nahe getreten sein oder pietätlos erscheinen sollte, dann tut es mir leid, aber ich hatte ja gewarnt…)

Bildquelle: www.pixelio.de
offline

Geschrieben von

Private Nachricht schreiben »

kruemel

kruemel

Alter: 36 Jahre,
aus Südhessen
Anzeige

Schlagwörter

Bitte gib die Schlagwörter mit Komma getrennt ein.

Kommentare

22.06.2007 19:13 Gesine
Hola Krümel,
Deinen Beitrag finde ich sehr interessant. Die Idee nach meinem Tod in den ewigen Kreislauf zurückzukehren und das noch umweltfreundlich hat für mich etwas tröstliches. Leider kann ich mir nicht vorstellen, daß das in Spanien praktiziert wird. Da bleibt nur am Leben zu bleiben, bis diese Methode auch hier Eingang findet. Mir ist es schon wichtig, daßman hier die Urne ausgehändigt bekommt und meine Asche z.B.auf meiner Finca ausgestreut wird.
Lebensfroh
Gesine
23.06.2007 11:53 kruemel
Na hoffentlich müssen wir nicht erst 150 werden, bis wir uns so bestatten lassen können *g*

Ja, Ache verstreuen ist in Deutschland ja nicht erlaubt...
23.06.2007 13:23 wovo
Doch, das hört sich gut an..... meine Vorstellung war ja verbrannt werden und dann die Asche im Garten verteilen...... (falls das wenigstens erlaubt wäre bis dahin in Detuschland.... )
Tipp für iPhone-Benutzer: Du kannst alle Kommentare durchblättern, indem du zwei Finger zum Scrollen verwendest.
Anzeige
Zum Seitenanfang