Zur mobilen Version wechseln »

Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

64 mal angesehen
15.11.2008, 09.36 Uhr

Langsam leben - die slowcity-Bewegung

Städteurlaub bedeutet in den seltensten Fällen Erholung. Der Zeitplan ist eng, man hetzt von einer Sehenswürdigkeit zur anderen, muss noch unbedingt ein bestimmtes Café besuchen oder eine kulinarische Spezialität probieren. Sonst war man ja nicht wirklich da… Dichter Verkehr und Menschenmassen tun ihr übriges, um auch das letzte bisschen Entspannung zu vertreiben.

Die Idee, diese Hektik in so genannten „langsamen Städten“ zu verbannen, stammt aus Italien, dem Land aus dem auch die slow food-Bewegung stammt. In dieser geht es ja darum, dem Fastfood-Wahn entgegen zu wirken und sich dafür einzusetzen, dass es beim Essen Qualität und Genuss wieder im Vordergrund steht. Die slow cities gehen nun noch einen Schritt weiter. Sie verbannen zum Beispiel den Verkehr aus der Innenstadt und pflanzen Grünanlagen. Gastfreundschaft wird groß geschrieben, kulturelle und regionale Besonderheiten werden hervorgehoben und gepflegt. Auch die Stadt für Behinderte zugänglich zu machen und alternative bzw. regnerative Energien zu nutzen gehört zum Konzept.

Aber Langsamkeit muss dabei gar nicht Langeweile bedeuten. Es geht um Entschleunigung, um sanftes und bewusstes Reisen in liebens- und lebenswerte Städte und Regionen. Nicht um einen neuen Sehenswürdigkeiten-Rekord, sondern um Genuss und Rücksicht auf die Menschen und die Natur.

Diese Städte gibt es vor allem in Italien (mittlerweile über 50 Stück), aber auch in Norwegen, Großbritannien, Österreich, Polen, Portugal, Spanien, Neuseeland und Australien. In Deutschland haben bis jetzt vier Orte den Kriterienkatalog von slowcity erfüllt: Hersbruck, Schwarzenbruck, Waldkirch und Überlingen – ihnen geht es vor allem darum, die Lebensqualität der Einwohner zu verbessern.

Allerdings hat sich bei allem Enthusiasmus für das Konzept auch schon ein wenig Ernüchterung in den deutschen Städten breit gemacht, wie der der folgende Artikel berichtet. Denn um sich als Slowcity anerkennen zu lassen, reicht es Entwicklungskonzepte vorzulegen, mit denen die Ziele der Bewegung in Zukunft erfüllt werden sollen. Kontrollinstanzen zur Umsetzung gibt es kaum. So sind grundlegende Dinge wie ein Metzger, der regionales Fleisch verkauft, oder gepflegte örtliche Kultur in den Städten vorhanden – doch das gibt es heute fast überall. Die anspruchsvolleren Kriterien von cittaslow werden kaum umgesetzt.

slowcities müssen sich stärker weiterentwickeln, als "normale" Orte – so die Erkenntnis des Artikels, wenn sie als solche wahr- und ernst genommen werden wollen. Nichtsdestotrotz glauben die Anhänger der cittaslow-Bewegung an das Konzept und dessen positiven Effekte für die Städte.

Informationen über die deutschen und alle anderen Slow Cities findet ihr hier: [www.cittaslow.info] .
offline

Geschrieben von

Private Nachricht schreiben »

kruemel

kruemel

Alter: 37 Jahre,
aus Südhessen
Anzeige

Schlagwörter

Bitte gib die Schlagwörter mit Komma getrennt ein.

Kommentare

15.11.2008 21:40 geli59
Was Du immer findest!
Ich wiederhole mich doch nicht, oder?
Habe ich noch nie gelesen, gehört!
Interessant!

grüsse geli
17.11.2008 21:09 kruemel
Mist zuerst verklickt...

Aber schön, dass du es interessant findest
18.11.2008 20:42 himbeerbaer
Ich lese auch immer gerne, was du aufstöberst. Da frag ich mich dann immer, ob ich auf dem Mond lebe...
An dir ist so ein Sherlock Holmes verloren gegangen
Tipp für iPhone-Benutzer: Du kannst alle Kommentare durchblättern, indem du zwei Finger zum Scrollen verwendest.
Anzeige
Zum Seitenanfang