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Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

knipseline / www.pixelio.de
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29.01.2009, 20.36 Uhr

Stevia, der natürliche Zuckerersatz

Vorgestern Abend kam ein interessanter kleiner Beitrag während der NDR-Sendung Plusminus, in dem berichtet wurde, dass die EU die Zulassung des natürlichen Süßstoffes Stevia ausbremst. Ich wusste, dass ich schon mal kurz was über Stevia gelesen hatte, wollte jetzt aber mehr wissen.

Wenn man ein bisschen über Stevia googelt, stellt man ganz schnell fest, dass da relativ große Mengen an Informationen vorhanden sind. Hier mal kurz die wichtigsten in einem großen Rundumschlag zusammengefasst. Stevia wird aus einer Pflanze gewonnen, die schon sehr lange z.B. von südamerikanischen Ureinwohnern zum Süßen ihres Mate-Tees genutzt wird. Es ist um ein Vielfaches süßer als Zucker und hat dabei keinerlei Kalorien. Außerdem werden Stevia noch andere wundersame Eigenschaften zugeschrieben. So soll es blutdruck- sowie blutzzuckersenkend sowie antibakteriell wirken und die Pflanze selbst enthält zusätzlich noch jede Menge Vitamine und Spurenelemente. Auch die dem künstlichen Süßstoff zugeschriebenen Heißhungerattacken sollen angeblich ausbleiben. In den USA, Australien und Japan ist Stevia schon seit langem auf dem Markt (in Japan seit über 30 Jahren) und in der Schweiz ist es auch seit 2008 regulär erhältlich. Im selben Jahr hat die Weltgesundheitsorganisation den Süßstoff als unbedenklich und sicher eingestuft.

Und wo ist das "Problem" für die EU? Seit über 10 Jahren prüfen die Lebensmittelkontrolleure Stevia ohne abschließendes Ergebnis. Außerdem muss seit 1997 bei allen "neuen" Lebensmitteln deren Unbedenklichkeit nachgewiesen werden, bevor sie auf den Markt dürfen. Dies ist nur durch teure und vor allem extrem umfangreiche Studien zweifelsfrei nachzuweisen. Zwar wurden bisher bei fast allen bisher veröffentlichten Studien keinerlei Nebenwirkungen beobachtet, aber diese sind nicht ausreichend. Es gibt allerdings auch eine Studie, die eine krebsauslösende Wirkung vermuten lässt – dessen Methoden im Nachhinhein allerdings angezweifelt wurden. Sie wurde übrigens von einem Chemieriesen finanziert (ein Schelm, der dabei Böses denkt). Außerdem stellte eine weitere Studie der "Wissenschaftlichen Lebensmittelkommission" der EU fruchtbarkeitsstörende Wirkungen bei Ratten fest. Allerdings waren die verabreichten Mengen extrem hoch. Ein Mensch müsste mehr als die Hälfte seines Gewichts täglich an Steviablättern essen, damit dieser Effekt eintritt. Hier gibt es eine interessante Auflistung von Studien, die aber vielleicht nicht ganz objektiv ist: [www.stevia.at]

Letztenendes hätte nur die (Zucker- oder Süßstoff-) Industrie die Mittel, um die Studien zu finanzieren, die die EU fordert. Aber ist sie nun mal nicht interessiert. Nur als Hinweis: wären Zucker und künstliche Süßstoffe ein "neues" Lebensmittel, würden sie nach diesen neuen Richtlinien garantiert nicht in der EU zugelassen werden…

Trotz alledem ist Stevia durchaus auch in Deutschland erhältlich. Es darf eben nur nicht als Lebensmittel verkauft werden: die Pulverform läuft unter Kosmetika und die Pfanzen unter Zierpflanzen. Ich habe mir jetzt übrigens übers das Internet Stevia als Pulver bestellt, ich will es einfach mal ausprobieren. Allerdings gleich eine Version, bei der der typische Beigeschmack nicht oder kaum vorhanden sein soll. Ich bin sehr gespannt und werde berichten, wie es war.

Infos zu Stevia:
[www.daserste.de]
[www3.ndr.de]
[gesunde-ernaehrung.suite101.de]
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kruemel

kruemel

Alter: 37 Jahre,
aus Südhessen
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Kommentare

30.01.2009 09:56 seppsolla
Meine Steviapflanze hat den Winter leider nicht überlebt
Aber die Blätter waren schon mehr als zuckersüß
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