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Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

Wolfgang Bever / www.pixelio.de
101 mal angesehen
03.02.2009, 21.15 Uhr

Waldschäden durch Heizen mit Holzpellets

Holzpellets werden ja als Heizmittel immer beliebter und auch in unserem Bekanntenkreis haben schon ein paar Familien umgerüstet. Kein Wunder, die Holzpellets sind schließlich billiger als Öl und Gas und zudem gelten sie als CO2-neutral - sogar die Bundesregierung fördert das Heizen mit Holz. Doch mit immer größerer Nachfrage werden Wälder immer mehr geschädigt, wie ein Interview mit dem Förster Peter Wohlleben auf Spiegel online erklärt.

Früher wurden diese Pellets aus Holzabfällen hergestellt, heute werden Bäume dafür gerodet. Außerdem werden diese nicht mehr nur normal gefällt, sondern auch per Bagger die Wurzel herausgezogen. Durch die schweren Geräte verdichtet sich der Boden, er kann einerseits nicht mehr so viel Wasser speichern - was Auswirkungen auf den Grundwasserspiegel hat - und außerdem faulen die Baumwurzeln von anderen Bäumen, die daraufhin leichter umfallen. Weiterhin werden neuerdings auch die Baumkronen verwertet. Diese wurden früher einfach im Wald liegengelasen, so dass sie verrotten konnten und damit dem Boden wieder Mineralien zurückgaben - was nun natürlich auch ausbleibt.

Auch sind Pellets nicht CO2-neutral. Zwar gibt das Holz selbst nur so viel CO2 frei, wie gebunden wurde. Aber weniger Wälder bedeuten natürlich auch mehr CO2. Und die Bioheizkraftwerke, in denen die Späne für die Pellets getrocknet werden, benutzen dafür oft Palmöl, für das Regenwälder auf Borneo abgeholzt werden. Weiterhin produzieren Pellets mehr Feinstaub als z.B. eine Gasheizung.

Insgesamt verteufelt Peter Wohlleben die Benutzung von Pellets aber nicht, sondern findet, dass sie in Zeiten unsicherer Öl- und Gas-Preise bzw. -Lieferbarkeiten zur Energie-Grundsicherung durchaus berechtigt sind. Er rät aber, das eigene Haus möglichst gut zu isolieren und eine Solarthermie-Anlage zu installieren. So minimiert man den Pellet-Verbrauch. Gegen die erhöhte Feinstaubbelastung hilft ein Filter.

Das Interview: [www.spiegel.de]
Ein weiterer Artikel zum Thema: [www.spiegel.de]
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kruemel

kruemel

Alter: 36 Jahre,
aus Südhessen
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Kommentare

03.02.2009 21:41 Oekopeter
Hallo Kruemel,

was du im letzten Absatz sagst, ist richtig und entscheidend: Energieeinspaung ist die beste Energiequelle.
Und, dass Holzpellets nicht völlig CO2-neutral sind, ist auch völlig richtig.
Und der Einsatz von Palmöl mit all seinen Folgen ist sicherlich auch eine absolute Katastrophe.
Aber einige Dinge in deinem Beitrag müssen doch relativiert werden:
Auch heute noch werden Brennholz, Hackschnitzel oder Pellets überwiegend aus Holzabfällen oder minderwertigem Holz hergestellt; aus Holz von Bäumen, die bei der Durchforstung entnommen werden, weil sie zu klein, krank oder abgängig sind.
Holz ist und bleibt ein wertvoller Rohstoff, nicht zuletzt auch für die Bauwirtschaft.
Dass Bagger und andere große Fahrzeuge im Wald eingesetzt werden, hat letztlich arbeitswirtschaftliche Gründe. Aber: Bäume werden weiterhin nur gefällt und nicht gerodet. Ein Roden ganzer Wälder ist völlig unsinnig und nur in Ausnahmefällen überhaupt zulässig. Wenn tatsächlich Bäume gerodet werden, dann doch nicht, weil man aus den Wurzeln besonders hochwertige Pellets herstellen könnte.
Dass auch Baumkronen mit verwertet werden stimmt sicherlich und ist für den Nährstoffhaushalt, wie du schon sagst, nicht von Vorteil.
Aber: Selbst wenn ganze Bäume zu Pellets oder Brennholz gemacht werden: In Mitteleuropa wird der Wald trotzdem nicht kleiner. Sowohl die Holzmasse pro Hektar, wie auch die absolute Waldfläche in Deutschland sind über viele Jahre angestiegen!
Über die Wälder in den Tropen muss man sich da sicherlich mehr Sorgen machen, unter anderm wegen der bereits erwähnten Palmölwirtschaft.
03.02.2009 21:42 wovo
Tja ..... mir waren die "Öko" Energien (Holzpellets/"Bio-Benzin" etc) schon immer SEHR suspekt .... für eine paar wenige o.k...... aber für die MASSE : vollkommen UNGEEIGNET .... Die Erde/Natur wird sich rächen ... mehr und mehr
03.02.2009 21:46 wovo
Oekopeter schrieb:
. Sowohl die Holzmasse pro Hektar, wie auch die absolute Waldfläche in Deutschland sind über viele Jahre angestiegen!


gehe ich recht in der Annahme, dass dieser "Anstieg" lächerlich gering ist im vergleich zu Rodung weltweit
03.02.2009 22:01 Oekopeter
wovo schrieb:

gehe ich recht in der Annahme, dass dieser "Anstieg" lächerlich gering ist im vergleich zu Rodung weltweit


Da wirst grundsätzlich recht haben. Das Verschwinden der tropischen Wälder schreitet natürlich viel zu schnell voran. Ich hab ja aber auch nicht behauptet, dass man das in Deutschland mit ein paar Aufforstungen kompensieren könnte.
Ich sagte nur, dass die Wälder in Deutschland über Jahre gewachsen sind und nicht schrumpfen. Und obwohl sie teilweise auch intensiv genutzt werden, besteht momentan keine Anlass zu der Sorge, dass unsere Wälder in nächster Zeit für Pellets draufgehen.
04.02.2009 19:30 kruemel
Oekopeter schrieb:

Hallo Kruemel,

was du im letzten Absatz sagst, ist richtig und entscheidend: Energieeinspaung ist die beste Energiequelle.
Und, dass Holzpellets nicht völlig CO2-neutral sind, ist auch völlig richtig.
Und der Einsatz von Palmöl mit all seinen Folgen ist sicherlich auch eine absolute Katastrophe.
Aber einige Dinge in deinem Beitrag müssen doch relativiert werden:
Auch heute noch werden Brennholz, Hackschnitzel oder Pellets überwiegend aus Holzabfällen oder minderwertigem Holz hergestellt; aus Holz von Bäumen, die bei der Durchforstung entnommen werden, weil sie zu klein, krank oder abgängig sind.
Holz ist und bleibt ein wertvoller Rohstoff, nicht zuletzt auch für die Bauwirtschaft.
Dass Bagger und andere große Fahrzeuge im Wald eingesetzt werden, hat letztlich arbeitswirtschaftliche Gründe. Aber: Bäume werden weiterhin nur gefällt und nicht gerodet. Ein Roden ganzer Wälder ist völlig unsinnig und nur in Ausnahmefällen überhaupt zulässig. Wenn tatsächlich Bäume gerodet werden, dann doch nicht, weil man aus den Wurzeln besonders hochwertige Pellets herstellen könnte.
Dass auch Baumkronen mit verwertet werden stimmt sicherlich und ist für den Nährstoffhaushalt, wie du schon sagst, nicht von Vorteil.
Aber: Selbst wenn ganze Bäume zu Pellets oder Brennholz gemacht werden: In Mitteleuropa wird der Wald trotzdem nicht kleiner. Sowohl die Holzmasse pro Hektar, wie auch die absolute Waldfläche in Deutschland sind über viele Jahre angestiegen!
Über die Wälder in den Tropen muss man sich da sicherlich mehr Sorgen machen, unter anderm wegen der bereits erwähnten Palmölwirtschaft.


Auf jeden Fall danke für deine Hinweise! Es ist immer gut, wenn Themen von verschiedenen Aspekten beleuchtet werden. Kann nur schlauer machen
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