Zur mobilen Version wechseln »

Land&Natur

(25 Einträge)

Bauernhofcafes Genießen im Bauernhofcafe Was für Groß und Klein
127 mal angesehen
02.03.2009, 15.12 Uhr

Hoch die Tassen: Vom Landwirt zum Gastwirt

Wo es sich heute Gäste gemütlich machen, stand noch vor wenigen Jahren der Schweinetrog. Oder auch Kuh Erna. Denn ein typisches Bauernhofcafé entsteht meist in einem umfunktionierten Stall. Landlive.de sagt Euch, wie’s funktioniert, was alles geboten wird und wo man die meisten Bauernhofcafés findet.

Der Grund: Strukturwandel mit Sahnehäubchen

Golden sind in der Landwirtschaft zwar nach wie vor die Weizenfelder, nicht aber die Zukunftsaussichten. Deutschlandweit ist die Zahl der Haupterwerbsbetriebe in den 1990er Jahren rapide gesunken – in vielen Gebieten sogar um beinahe ein Drittel. „Wachse oder weiche“ heißt die Parole und trifft vor allem kleine Höfe. Wer zu wenig Gewinn abwirft, bleibt auf der Strecke. Oder erfindet sich neu. Zum Beispiel mit der innovativen Kombination Traktor und Tresen, die seit etwa 15 Jahren von mehr und mehr Bauern und Bäuerinnen praktiziert wird. Und das geht so: Pflug, Odelfass und Vierbeiner bleiben. Dazu kommen eine große Kaffeemaschine, ein Zapfhahn und viele Ausflugsgäste. Der Mix funktioniert. Besonders am Wochenende sind Bauernhofcafés beliebte Ausflugsziele. Der Kuchen schmeckt in der frischen Landluft gleich noch mal so gut. Und das lang gezogene „Muuuh“ aus dem Stall beschleunigt den Entspannungsprozess.


Die Qualitätsprüfung: Goldene Kaffeetassen zu gewinnen

Die meisten findigen Landwirte haben ihr „Kaffee & Kuchen“-Schild in Nordrhein-Westfalen an die Stalltür genagelt. Das Bundesland ist mit 200 Bauernhofcafés klarer Gastro-Stadel-Pionier. Unerreicht bleibt anderswo die Versorgungs-Dichte und auch die pfiffige Qualitätskontrolle. Unter der Federführung der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen wurde ein Qualitätszeichen eingeführt, das an das System der Sterne Restaurants erinnert: Prüfungswillige Betriebe können ein bis fünf „Goldene Kaffeetassen“ ergattern.

Liselotte Raum von der LWK freut sich über die rege Teilnahme der Höfe, für die das alles eine spannende Angelegenheit ist. Schließlich rückt das Prüfungsteam völlig unangemeldet und inkognito an und nimmt Ausstattung, Produktqualität und Serviceleistung ziemlich genau unter die Lupe. Gerne wird auch das Personal mit ausgefallenen Sonderwünschen in die Küche gescheucht, erzählt Frau Raum schmunzelnd. Wer da souverän bleibt, punktet. Die Höchstauszeichnung „Fünf Goldene Kaffeetassen“ wurde bisher allerdings noch kein einziges Mal vergeben. Aber vielleicht ist das auch gut so. Denn wer will schon einen Edelgastronomie-Tempel, der sich mit bäuerlichem Ambiente tarnt?


Die Produkte: Vom Acker in den Kuchen

Geschmack und Ursprünglichkeit. So lässt sich zusammenfassen, was den Gast eines Bauernhofcafés glücklich macht. Einerseits begeistern die hausgemachten Kuchen, die regionalen Brotzeiten mit Wurst aus eigener Schlachterei und selbstgebackenem Brot. Andererseits sucht der Bauernhofcafé-Fan noch etwas anderes: Das Echte. Das Erleben der Nahrungskette. Den Konsum am Ort des Entstehens. Das wissen jedenfalls die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Service-Telefons zu berichten, das von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen eingerichtet wurde.

Auch dass für dieses Bedürfnis gerne längere Wege in Kauf genommen werden. Und tatsächlich: Auf dem Parkplatz eines Bauernhofcafés sind die einheimischen Autokennzeichen in der Unterzahl. 50 Kilometer Anfahrt sind keine Ausnahme. Das sorgt für buntes Gäste-Allerlei: Zu den einheimischen Taufgesellschaften und Geburtstagsfesten gesellen sich mehr und mehr Neue und Neugierige von wo anders.


Das Rahmenprogramm: Drumherum nach Geschmack

Kaffee und Kuchen für die Omis. Stall-Führung für die Städter. Radl-Tour für die Sportler. Streichelzoo für die Kinder. Ein typisches Bauernhofcafé bietet für jeden etwas und muss dafür gar nicht krampfhaft in Richtung Event-Gastronomie abdriften. Warum auch – schließlich ergeben sich viele Attraktionen ganz natürlich aus der Landwirtschaft selbst. Beim Melken zusehen, kleine Ferkel bestaunen oder im Maisfeld-Labyrinth umherirren macht schließlich Spaß.

Was darüber hinausgeht, wird auf jedem Hof unterschiedlich stark forciert und angepriesen. Die einen setzen auf Ruhe und Beschaulichkeit, bieten Naturführungen an und sind damit eher ungeeignet für Hyperaktive. Die anderen bauen einen Abenteuerspielplatz auf den Hof, veranstalten Ponyreiten und vergraulen damit sicher einige Senioren. Der Weg zum eigenen Lieblings-Bauernhofcafé führt über hemmungsloses Ausprobieren.

Fotos: Fotolia.de
offline

Geschrieben von

Anzeige

Schlagwörter

Bitte gib die Schlagwörter mit Komma getrennt ein.

Kommentare

03.03.2009 18:48 kruemel
Das erinnert mich daran, dass wir mal wieder in der Domäne Mechtildshausen vorbeischauen wollten. Na sobald es wieder ein bisschen wärmer ist, so dass man draußen sitzen kann
Tipp für iPhone-Benutzer: Du kannst alle Kommentare durchblättern, indem du zwei Finger zum Scrollen verwendest.
Anzeige
Zum Seitenanfang