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Das Leben eines Krümels

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tokamuwi / www.pixelio.de
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18.03.2009, 21.32 Uhr

Bauern als Forscher

Als in den 60er Jahren viele Bauern der Dritten Welt im Zuge der so genannten „Grünen Revolution“ auf Hochleistungs-Pflanzen und Monokulturen umstiegen, hofften die meisten auf ein höheres Einkommen. Jedoch brauchen diese neuen Sorten einen hohen Einsatz an Düngern und Pestiziden und der gegenteilige Effekt trat ein: die Menschen wurden abhängig von den großen Chemiekonzernen und gerieten in eine neue Armutsspirale.

Auch den Kleinbauern auf den Philippinen erging es so, die meisten von ihnen leben unter der Armutsgrenze. Doch Mitte der 80er Jahre wurde das Projekt Masipag mit Unterstützung von Misereor gegründet. Dieses Netzwerk von Bauern und Forschern hat das Ziel die Lebenssituation der Menschen, die vom Reisanbau leben zu verbessern. Die Grundlage liegt im kostenlosen Zugang zu Saatgut für alle Mitglieder. Das ermöglicht jedem der da mitmacht – also den Forschern aber vor allem den Bauern – neue Sorten zu entwickeln. So sind in den letzten Jahren über 1000 neue Reissorten gezüchtet worden, davon über 270 allein von den Bauern. Diese erzielen nicht nur hohe Erträge, sondern kommen auch ohne teure Kunstdünger und Pestizide aus – und sind damit um ein vielfaches besser als die so genannten „Hochleistungs-Sorten“ aus dem Labor. Die Masipag-Bauern können damit deutlich höhere Einkommen erzeugen und setzen zudem auf Vielfalt. Sie bauen noch weitere Obst- und Gemüsesorten und haben einen kleinen Viehbestand. So können sie besser Missernten oder Naturkatastrophen überstehen.

Heute ist Masipag ein Dachverband, der über 600 Bauerngruppen vereint und über 35.000 Mitglieder hat. Weil das Modell so erfolgreich ist, haben auch schon andere Länder Interesse an der Methode angemeldet, darunter asiatische Staaten wie Indien, China, oder Indonesien.

[www.welt.de]
[www.misereor.de]
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kruemel

kruemel

Alter: 37 Jahre,
aus Südhessen
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