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Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

Musch Musch 1 :-D
52 mal angesehen
13.04.2009, 21.17 Uhr

Katzenlektionen

Gestern Abend bin ich beim Durchzappen auf einen überaus interessanten Film gestoßen. Es ging – grob ausgedrückt - um Katzen und welche Beziehungen wir zu ihnen haben, bzw. ging es auch darum, wie sich unsere Einstellung zu ihnen im Laufe der Zeit verändert hat. Der Film, der übrigens eine kunstvolle Mischung aus Zeichentrick und Dokumentation ist, beginnt damit, dass der Erzählerin ihre schwarze Katze entläuft. Das Frauchen nimmt die Verfolgung auf und wird von ihr zu den verschiedenen „Katzengeschichten“ geführt.

Die Reise führt zum Beispiel nach Großbritannien. Dort wurden noch bis in die 90er Jahre Katzen an Bahnhöfen eingesetzt - von der staatlichen Bahn finanziert -, damit sie Mäuse und Ratten fangen. Die Nagetiere könnten nämlich die Kabel an den Weichen zerstören. Außerdem waren sie den Bahnhofswärtern ein zuverlässiger Begleiter in den langen Nachtschichten. Als nun die britische Bahn privatisiert wurde, wurden die Katzenstellen als erstes gestrichen. Doch die Mitarbeiter sahen gar nicht ein, sich von ihren treuen Gefährten zu trennen und übernahmen einfach selbst die Versorgung.

In den USA kann man sich in einem Katzenhotel ein Zimmer und gleich dazu eine Katze zum Liebhaben und Streicheln buchen. Etwas Ähnliches gibt es auch in Japan mit Katzencafés, wo zum Espresso auch eine Katze zum Knuddeln gereicht wird. Allerdings ist in Japan die Katzenliebe - wie so vieles – sehr extrem. Die Japaner sehen sie nicht mehr als die unabhängigen, stolzen Haustiere an, so wie wir sie kennen. Dort werden sie in den Großstädten oft nur noch als kuschelige Accessoires gehalten, denen man Schmuck und Kleidung anziehen kann. Sie sollen nur eins sein: niedlich. Doch jeder weiß, dass sich keine Katze das auf Dauer gefallen lässt und auch Arbeit macht, und so werden täglich hunderte von Katzen einfach ausgesetzt – nach meistens gerade mal zwei Jahren. Sie teilen ihr Leben dann mit den Obdachlosen, die sich gern um sie kümmern. Doch die Zahl der Straßenkatzen wächst so rasant, dass sie eingefangen und ins Tierheim gebracht werden müssen. Dort haben sie ganze 7 Tage Zeit, einen neuen Besitzer zu finden. 98 Prozent schaffen es nicht und werden getötet.

Zwei der im Film vorgestellten Katzen, haben ich auch bereits mal auf Landlive erwähnt, weil sie schon vorher einige Berühmtheit erlangt haben. Zum einen ist es Kater Lee, dessen Besitzer die Catcam erfunden hat, die man der Katze um den Hals hängen kann, und die dann Fotos von den Streifzügen des Streuners macht. Und dann ist es der Kater Oscar, der auf einer Pflegestation für Senioren in den USA arbeitet. Er legt sich zu denjenigen Patienten, von denen er spürt, dass sie sehr bald sterben werden. Ein wirklich rührender Abschluss des Films, zumal auch die Mitarbeiter dieser Station so liebenswert von ihrem Kater aber auch von ihren Patienten sprechen.

Ich war sehr begeistert von diesem aufwändig gemachten Film, er lohnt sich auf jeden Fall. Die Dokumentation wird wiederholt am 19.04.2009 um 03:00 Uhr und am 27.04.2009 um 09:55 Uhr. Außerdem kann sie unter [plus7.arte.tv] online angeschaut werden.
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kruemel

kruemel

Alter: 37 Jahre,
aus Südhessen

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Kommentare

15.04.2009 09:54 Weizenkeim
Hallo Krümel,

toll was und wie du über Katzen schreibst.
Hätte da noch einen prominenten Vertreter hinzuzufügen.
[www.youtube.com]

Ist auch gezeichnet, aber lebensecht
15.04.2009 19:44 kruemel
Ja, Simon's Cat liebe ich auch total :)
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