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Das Leben eines Krümels

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chocolat01 / www.pixelio.de
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15.04.2009, 20.56 Uhr

Regionale Währungen

Ich glaube vorgestern Abend war es, als ich im Fernsehen einen kleinen Bericht über die regionale Währung „Chiemgauer“ gesehen habe. Habe mich zuerst sehr gewundert, dass es so etwas überhaupt in Deutschland gibt, aber die Währung wurde bereits 2003 eingeführt und sie wird in der Region gut angenommen, das parallele Währungssystem schein zu funktionieren. Die Idee dazu stammt von dem Lehrer Christian Gelleri, der an der Waldorfschule in Prien am See mit Oberstufenschülern ein Wirtschaftsprojekt durchführen wollte. Daraus entstand der Chiemgauer, den Gelleri heute hauptberuflich verbreitet und betreut.

Hauptziel des Chiemgauers ist ganz klar die Stärkung der regionalen Wirtschaft. Und das System funktioniert so: Getauscht wird bei regionalen Genossenschaftsbanken und den Sparkassen. Für die Kunden ist es ganz simpel, für sie sind 100 Chiemgauer gleich 100 Euro. Sie können damit in ortsansässigen Geschäften bezahlen. Die mittlerweile 600 teilnehmenden Unternehmen bekommen beim Rücktausch der Chiemgauer in Euro allerdings nur 95% zurück: 2% werden als Verwaltungskosten einbehalten und 3% gehen an gemeinnützige Projekte, die die Kunden selbst auswählen können. Allerdings finden die meisten Firmen die 5% in Ordnung, da die Listung unter den „Chiemgauer-Läden“ ganz klar Werbung bedeutet.

Die Scheine haben Sicherheitsmerkmale, um Fälschungen zu vermeiden, und außerdem Quartalsmarken. Denn alle drei Monate verlieren die Chiemgauer zwei Prozent ihres Nennwertes, wenn sie nicht zurückgetauscht werden. Durch diese Wertminderung hofft Gelleri, dass das Geld nicht irgendwo gehortet wird, sondern zirkuliert und im Fluss bleibt.

Doch der Chiemgauer ist bei weitem nicht die einzige regionale Währung. Es gibt in Deutschland zum Beispiel noch die Havelblüte, den Urstromtaler und den Sterntaler. Weiter Informationen darüber gibt es unter www.regiogeld.de .

Außerdem überlegen durch die Finanzkrise vor allem in den USA immer mehr Städte, lokales Geld einzuführen, um den Warenkreislauf und die Unternehmen vor Ort zu unterstützen. Denn je mehr Geld in der Region verbleibt, umso stärker ist dort natürlich auch die Wirtschaft. Mittlerweile sollen es bis zu 75 regionale Währungen sein, und die Zahl wird wohl noch steigen. So entstehen parallele Geld- und Wirtschaftskreisläufe , die idealerweise von der globalen Wirtschaft unabhängig sind, was natürlich noch nicht ganz funktionier, da Steuern gezahlt werden müssen und viele Geschäften vor allem mit Lieferanten bargeldlos erfolgen. Trotz alledem sind das bemerkenswerte Gegenentwicklungen zur Globalisierung.

Weitere Informationen:
[www.brandeins.de]
[www.ibtimes.de]
[www.welt.de]

Foto: chocolat01/www.pixelio.de
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kruemel

kruemel

Alter: 36 Jahre,
aus Südhessen
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