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Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

J. Penning / www.pixelio.de
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26.05.2009, 19.52 Uhr

Luft- … äh… Lichtverschmutzung

Als wir in Schweden und in Norwegen unterwegs waren ist mir neben der fantastischen Natur vor allem auch eines in Erinnerung geblieben: dieser unglaubliche, scheinbar unendliche Sternenhimmel mit Abermillionen von Sternen. Das kann man nicht mit dem Himmel in Deutschland vergleichen. Das liegt natürlich daran, dass es hier viel heller ist, als im spärlich besiedelten Skandinavien. Auch nehmen die Beleuchtungen immer mehr zu. Selbst kleine Kirchen oder auch Bäume werden schon abgestrahlt. Hinzukommen leuchtende Werbetafeln und Scheinwerfer, die oft von Diskotheken genutzt werden. Durch feine Schmutzpartikel in der Luft, die das Licht streuen, scheint vor allem über Großstäden eine regelrechte Lichtglocke zu hängen.

Doch das viele Licht unserer Städte lässt nicht nur weniger Sterne am Himmel erstrahlen, sondern es wird auch zum Problem für Mensch und Tier, wie ein Artikel auf Spiegel Online erklärt. Jeder kennt das Beispiel, dass Insekten zu hunderten die Straßenlampen umschwirren. Normalerweise navigieren sie mit Hilfe des Mondes, den sie mit den Lampen verwechseln. Sie umkreisen sie dann so lange, bis sie vor Erschöpfung sterben oder Verbrennen. Es sollen etwa 150 Insekten pro Nacht und Laterne sein, das sind mehr als eine Milliarde in ganz Deutschland. Das hat sowohl Folgen für die Blütenbestäubung als auch für andere Tiere, die sich von Insekten ernähren.

Auch Vögel orientieren sich nachts nach dem Mond und verirren sich deshalb in den Städten, wo sie bis zur Erschöpfung umherirren oder mit einem Gebäude zusammenstoßen. Allein am Bonner Posttower verendeten noch bis vor kurzem 200 Vögel im Jahr. Sie wurden von dem durch 2000 Leuchtstoffröhren illuminierten Hochhaus angelockt. Inzwischen hat man reagiert und beleuchtet das Gebäude zumindest während des Vogelzuges nur noch in gedämpftem Blau.

Auch gibt es Hinweise, dass zu helle Nächte bestimmte Krebsarten fördern. Allerdings stehen da umfassende Untersuchungen noch aus. Dafür fördern zu starke Beleuchtungen an Häusern übrigens Einbrüche und Überfälle. Diebe nutzen es gnadenlos aus, wenn ihre Opfer durch helle Lampen geblendet werden. Einbrecher werden sich immer über ein gut ausgeleuchtetes Haustürschloss freuen, denn sie fallen mit einer Taschenlampe im Dunkeln schneller auf.

Ab 2011 sollen allerdings zumindest die alten, ineffizienten Quecksilberdampflampen ersetzt werden, die mit ihrem Lichtspektrum besonders viele Insekten anziehen. Ersetzt werden sie durch LED-Lampen, die deutlich weniger Tieren schaden.

[www.spiegel.de]

Foto: J. Penning / www.pixelio.de
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kruemel

kruemel

Alter: 37 Jahre,
aus Südhessen
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