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03.06.2009, 12.48 Uhr

Von wo und von wem stammt Melezitose-Honig?

Die Frage an die dlv-Imkerredaktion:

In der ADIZ-Ausgabe 08/2006, Seite 2, wird die Große Schwarze Fichtenrindenlaus als Hauptverantwortliche für Melezitose-Honig bezeichnet.

Da in unserem Verein das Thema des Öfteren diskutiert wurde und erfahrene Imkerkollegen immer wieder behaupten, der Melezitose-Honig komme von der Lärche, stellt sich für mich die Frage, ob diese Laus den Melezitose-Honig hauptsächlich auf der Lärche oder auf der Fichte erzeugt.


Die kurz gefasste Antwort des Experten:

Melezitose ist ein Dreifachzucker, der durch die Übertragung eines Moleküls Glucose auf ein Saccharosemolekül entsteht. Die bienenwirtschaftlich wichtigen Honigtauerzeuger produzieren unterschiedlich viel Melezitose. Wenig Melezitose, im Durchschnitt etwa 15 %, finden sich im Tannenhonigtau, deutlich mehr, über 30 %, dagegen im Fichtenhonigtau. Besonders viel Melezitose, über 50 %, enthält der Honigtau der Großen Schwarzen Fichtenrindenlaus Cinara piceae.

Bei der Bearbeitung des eingetragenen Honigtaus durch die Bienen wird Melezitose nur langsam abgebaut. Je mehr Melezitose im Rohstoff ist, desto mehr bleibt im Produkt. Reiner Tannenhonig hat weniger als 5 % Melezitose und bleibt deshalb auch lange Zeit nach der Schleuderung flüssig. Fichtenhonig enthält mehr Melezitose und kristallisiert (auch) deshalb früher aus. Wenn es mehr als 20 % sind, wird der Honig bereits in den Waben fest.

Fast jede Honigtautracht ist eine Mischtracht, an deren Entstehung mehrere Lausarten beteiligt sind. Das gilt besonders für die Fichtentracht. Zuerst bestimmen Lecanien und „Rotbraune“ das Trachtgeschehen, später gesellen sich „Bemehlte“, „Gestreifte“ und „Gescheckte“ dazu, zum Schluss wirkt auch die „Große Schwarze“ mit. Deshalb tritt Zementhonig häufig erst gegen Ende einer Fichtentracht auf.

Diese Lausarten haben auch unterschiedliche Saugorte, die einen siedeln mehr außen am Baum, die anderen mehr innen. Hinzu kommt, dass die verschiedenen Läuse nicht gleichmäßig im Wald verteilt sind, die einen mehr dort, die anderen mehr da. Auch die im Wald aufgestellten Völker nutzen die verschiedenen Honigtauquellen nicht gleich intensiv.

Es ist deshalb nicht verwunderlich, wenn es hinsichtlich Anteil, „Qualität“ und Menge von Zementhonig selbst zwischen den Völkern eines Standortes Unterschiede gibt.



Die komplette Antwort könnt ihr auf der Onlineseite der dlv-Imkerzeitschriften ADIZ, die Biene und der Imkerfreund nachlesen:

[www.adiz-online.de]

Wenn auch ihr Fragen habt, könnt ihr sie direkt an unsere dlv-Imkerredaktion schicken: js-bienenredaktion@t-online.de

Habt ihr noch Fragen dazu an die anderen Imker? Dann startet im landlive-Forum eine Diskussion dazu:

[www.landlive.de]
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