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Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

Nadja Schulz/www.pixelio.de
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02.07.2009, 22.51 Uhr

Wie überquert der Distelfalter die Alpen?

Das ist eine der Fragen, die Biologen bis heute nicht so genau beantworten können. Denn keiner konnte bisher einen Distelfalter auf seinem Weg begleiten.

Bei größeren Tieren ist da ja bereits gelungen. Schon vor vierzig Jahren wurden die ersten Hirschrudel mit Halsbandsendern und Peilantennen ausgestattet. Seitdem konnten Wissenschaftler die Routen von immer mehr Tieren per Satellit nachvollziehen - zum Beispiel Walen, Wölfen oder Gänsen. Besondere Berühmtheit erlangte die Störchin (sagt man das eigentlich so?) mit dem schönen Namen "Prinzesschen". Ihr wurde im Jahr 1994 ein Sender auf den Rücken geklebt. Bis zu ihrem Tod im Jahr 2007 konnten nur alle ihre langen Flüge bis ins 10.000 Kilometer entfernte Afrika verfolgt werden. Sie startete normalerweise etwa Mitte August und flog über Polen, die Slowakei und Rumänien, um im September die Türkei zu erreichen. Dann ging es weiter über Syrien, Israel und Ägypten. Sie blieb von Anfang Oktober bis Anfang Dezember im Sudan um an Weihnachten endlich Südafrika zu erreichen. 2004 bekam Prinzesschen sogar eine eigene Briefmarke und 2006 wurde eine Dokumentation über ihre lange Reise in den Süden gedreht.

Auch wenn mit den Sendern schon erstaunliche Ergebnisse erzielt wurden, so konnten bisher drei Viertel aller Vögel- und Säugetierarten nicht damit ausgestattet werden, weil sie zu klein waren. Jetzt ist es zum ersten Mal gelungen einen Schmetterling mit einem winzigen Peilsender auszustatten, und seinen zurückgelegten Weg per Auto und Leichtflugzeug zu verfolgen. Jetzt muss nur noch getestet werden, ob diese neuen Mini-Sender den Wellensalat von Großstädten durchdringen und Satelliten erreichen können. Wenn das soweit ist können neben Schmetterlingen auch Heuschrecken oder Libellen "verwanzt" werden. Dann sind Wissenschaftler endlich in der Lage herauszufinden, wie der Distelfalter nun über die Alpen kommt, oder wie der Monarchfalter den langen Weg von Mexiko bis zu den großen Seen in Kanada überwindet.

Biologen möchten auf lange Sicht so viele Tiere wie möglich mit Sendern kennzeichnen. Nicht nur, um weitere Kenntnisse über ihr Verhalten zu erlangen. Vielleicht können mit der dieser Technik sogar Erdbeben oder Vulkanausbrüche vorhergesagt werden, da manche Tiere diese erspüren und ihr Verhalten daraufhin ändern. Sind genügend dieser "Frühwarner" in bestimmten Risikozonen mit den Sendern ausgestattet, könnte das vielen Menschen das Leben retten.

Weitere Informationen:
[www.sueddeutsche.de]
Über Prinzesschen: [www.stern.de]

Foto: Nadja Schulz/www.pixelio.de
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kruemel

kruemel

Alter: 36 Jahre,
aus Südhessen
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