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Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

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09.07.2009, 22.02 Uhr

Stricken mit Wind

Kennt ihr die auch noch, die Strickliesel, mit der man in Kindertagen so lustige Kordelschnüre gestrickt hat - und zwar so lange bis einem entweder langweilig wurde, die Wolle alle war, oder man nicht mehr wohin wusste mit den Ergebnissen (wo wir gerade bei dem Thema sind, was macht man eigentlich sinnvolles mit diesen "Wollschläuchen", hab ich nie ganz verstanden ). Faule Naturen - so habe ich heute gerade gelernt - können auf so genannte Strickmühlen zurückgreifen. Die, sind teilweise um einiges größer als Stricklieseln, funktionieren mit Klapphäkchen und werden mit einer Kurbel angetrieben. Damit kann man in relativ kurzer Zeit Wollschläuche herstellen, und zum Beispiel Mützen oder Socken draus machen.

Und gaaaanz Faule, die kurbeln nicht mal mehr selber, sondern basteln so eine Strickmühle an eine Häuserfassade und lassen sie durch Windkraft antreiben... Naja, nicht wirklich. Aber eine Künstlerin und Designerin aus den Niederlanden, die in Großbritannien lebt, hat mit Erstaunen festgestellt, dass in Sackgassen oftmal ein viel stärkerer Wind weht, als in normalen Straßen. Sie nahm sich vor, diese kostenlose Energiequelle zu nutzen, um etwas damit herzustellen. Gesagt getan, und nun hängt dort eine windangetriebene Strickmaschine, die die ganze Zeit Schals am laufenden Band herstellt. Von Zeit zu Zeit wird dann "geerntet" . Die Wollschals bekommen ein Schildchen, wo draufsteht, wann sie gestrickt wurden, und wie lange das gedauert hat. Ich habe noch nicht genau herausfinden können, ob diese dann verkauft werden. Aber das würde durchaus Sinn machen. Allerdings ist die Installation auch vorrangig als Kunstprojekt gedacht und nicht als kleine Strickfirma .

Aber insgesamt eine innovative und kreative Idee, die zeigt, was man auch mit wenig Windenergie zu Stande bringen kann.

[www.merelkarhof.nl]
[platformtworca.wordpress.com]

Foto: Screenshot [www.merelkarhof.nl]
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kruemel

kruemel

Alter: 36 Jahre,
aus Südhessen
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Kommentare

10.07.2009 16:14 Regenpfeifer
Die Idee der Niederländerin hat was, doch sollte sie Kunst bleiben. Es kämen sicher wie bei jeder Sache wirtschaftlicher Einträglichkeit eine ganze Menge Probleme hinzu, an die zu Beginn keiner denkt, z.B. Rechtsgeschäfte. Ich finde kunstvolle Ideen büßen damit oft von ihrem Nimbus ein.

Ja, die alten Strickliesel kenne ich noch gut, hatte auch solche. Sogar noch aus leeren Zwirnsrollen und mit Nägeln drauf. Das hat uns Kindern allen viel Spass gemacht. Nicht, dass die Mädchen immer besser waren, nee,nee!
11.07.2009 11:24 Hans_A_Plast
Ja, diese Stricklieseln kenne ich auch gut. Wir haben die Ernte oft auf Bierdeckel geklebt und hatten dann Untersetzer.
13.07.2009 16:34 chgeschu
Als ich noch berufstätig war und in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen arbeitete bekamen wir auch einmal riesige Mengen von Garn gespendet. Da kam auch eine Strickliesel zum Einsatz. Weil es sehr viele Umdrehungen brauchte um so einen Schlauch herzustellen ließ ich mir etwas einfallen. Als Antrieb diente nach ein paar Umbauarbeiten eine kleine elektrische Bohrmaschiene. Da gabs dann Schläuche jede Menge. Ein Behinderter Mensch hatte gerade genug zu tun die Menge wegzuräumen und das Gewicht das den Schlauch nach unten zog umzuhängen. Verarbeitet wurden dann die laufenden Meter in unserer Weberei zu Fleckerlteppichen. So wurde das Garn weitgehend aufgebraucht und durch den Verkauf der Teppiche noch ein Erlös erzielt. das waren meine Erinnerungen an die Strickliesel. LG Gerhard
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