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Bienenstand Mai 2009 Balkonaussicht Bienenstand im April - noch ohne Ableger
109 mal angesehen
20.07.2009, 21.08 Uhr

Trachtangebot – Stadt vs. Land

Vorher war ich skeptisch: Auf dem Land aufgewachsen wusste ich doch ganz genau, dass in Punkto Trachtangebot die Stadt niemals würde mithalten können. Aber anlässlich einer Räuberei wurde ich eines Besseren belehrt: An meinem Bienenstand machte sich das Muttervolk am gerade gebildeten Ableger zu schaffen, also hab ich ihn kurzerhand mit zu mir nach Hause auf den Balkon genommen. Eine andere Unterstellmöglichkeit hatte ich leider nicht.

Mein Bienenstand befindet sich mitten auf dem Land an einem Waldrand mit Blick auf Felder und Wälder, zuhause bin ich eher städtisch untergebracht mit ein bisschen Grün dazwischen.

Da stand ich also mit den Bienen auf dem Balkon und hab mir fieberhaft überlegt, wo ich die angeschlagenen Bienchen noch schnell unterbringen kann. Ich wusste ja schließlich, dass hier in der Stadt nichts zu holen ist... In den nächsten Tagen wollte ich mich auf die Suche nach einem Zweitstand im Grünen machen, wieder möglichst ländlich gelegen. Als ich dann aber mal gucken war, was meine Mädels so machen, hab ich ganz schön große Augen bekommen: Waren sie vorher am Bienenstand kaum am Flugloch auszumachen (eine flog mal raus – ein paar Minuten später flog eine mal wieder rein...) so ging auf meinem kleinen Balkon richtig die Post ab. Und alle waren sie vollgepackt mit Pollenhöschen in allen Farben: Von lila über grau bis bläulich, knallorange und hellgelb. „Wo ham die dat denn her?“ hab ich nur gedacht (Anm. d. Verf.: Ich komm ausm Ruhrpott, da spricht man so...). „Hier gibt’s doch nix zu holen...“. An dieser Stelle: Danke, meine lieben Nachbarn im Umkreis von 27 m², für eure Balkon-Sonnenblumen und Vorgarten-Löwenzähne, für die Schrebergarten-Apfelbäume und die Park-Linden.

Nochmal der Vergleich zu vorher: Mickriges kleines Ablegervölkchen, das quasi mit leeren Taschen nach Hause kam (denn bei aller Anstrengung: Am Bienestand hab ich bei denen nie ein Pollenhöschen sehen können) im Gegensatz zu dem schnell erstarkten Volk, dass sich innerhalb von drei Wochen echt gemausert hat und auch bei schlechterem Wetter ausgeflogen ist und vollgepackt wieder nach Hause kam.

Ich hab natürlich Verständnis dafür, dass mein Bauernachbar am Bienenstand und in dessen Umgebung als Besitzer einer Biogasanlage viel lieber Mais anbaut anstatt Raps oder eine Blumenwiese. Aber warum können/dürfen brach liegende Flächen zwischenzeitlich nicht sinnvoll genutzt werden?

Ich hab mir immer Sorgen gemacht, dass in der Stadt zu wenig Grün sei und fand die Idee der Gartenguerillas gut, die in Nacht- und Nebelaktionen städtische Grünstreifen mit Blumen verschönerten. Aber ich habe keinen Gedanken daran verschwendet, dass man solche Aktionen nun auch fürs Land planen muss. Ich hab inzwischen an allen Wegesrändern und Grünstreifen im näheren Umkreis meines Bienenstandes Blumensamen ausgestreut und die Hälfte meiner Balkonpflanzen dort eingepflanzt. Denn inzwischen ist mir klar: Im Kampf Trachtangebot Stadt vs. Land hat die Monokultur der Landwirtschaft ganz klar den Kürzeren gezogen...
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Andrenidae

Andrenidae

Alter: 35 Jahre,
aus Herford
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Kommentare

21.07.2009 10:15 Bienenfreund
Der Balkon ist ja ein kleines Paradies... da kann bestimmt auch schön Kaffee trinken
Schönen Gruß von Bienenfreund
21.07.2009 11:54 Andrenidae
Ja, ist das nicht ein Ding? Allein auf meinem Balkon ist mehr zu holen als in unmittelbarer Umgebung meines Bienenstandes ... Und du hast recht: Da kann man super Kaffee trinken
21.07.2009 20:20 Bienenalex
So komisch es klingt.ich bin gerne mit einem Bienenstand in dr nähe eines größeren Dorfes oder einer Stdt. Dort gibt es in denGärten und Parks immer irgend etwas für Bienen.
Hier lebe ich auf dem platten Land. Wenn es Rapsst, dann rapst eie drittel der Gemarkung. Wenn der Wald ausbleibt, dann ist kaum noch was.

Mein Nachbar hat vor kurzem mit mit Helfern aund vier Traktoren alle Wiesen in soloballen gesteckt. Der andere hat Mutterkuhhaltung und die grasen reium seine Wiesen ab.So 50 Rindviecher räumen schon mit demGras auf.
Die Straßenbauverwaltung mähst instensivst die Straßenränder .... fertig.

Alexander
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