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Land&Natur

(25 Einträge)

Mit Engagement bei der Denkmalpflege Die alte Schafrasse Skudden Dacherneuerung
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22.07.2009, 13.25 Uhr

Denkmalpflege - Mit Gleichgesinnten Kultur erhalten

Vor etwa 15 Jahren hat Peter Henze das alte Hofensemble in Arbste, Kreis Diepholz, gekauft. Zusammen mit seiner Partnerin Vera Briewig, dem Verein „Land & Kunst“ und vielen anderen Helfern sorgt er dafür, dass ein Stück ländlicher Kultur erhalten bleibt.

Lautes Kikiriki von mindestens drei Hähnen und geschäftiges Gegacker dutzender Hühner empfängt die Gäste auf Hof Arbste. Eingebettet in ein Eichen- und Buchenwäldchen wacht das riesige rote Backsteingebäude über die kleineren Nebengebäude und eine prächtige, uralte Kastanie beschirmt den Innenhof.

Mehr als 100 Jahre war der Hof bei Asendorf (Kreis Diepholz) im Familienbesitz bewirtschaftet und zuletzt noch in einen modernen Boxenlaufstall und Fischgrät-Melkstand investiert worden, doch 1995 kam das endgültige „Aus“. Die Familie setzte das Anwesen zum Verkauf in die Zeitung.



Mit Freunden von der Stadt aufs Land

Die Anzeige las Peter Henze, der damals in Hannover lebte und arbeitete. „Beruflich und privat standen für mich gerade Veränderungen an“, erinnert sich der Schauspieler und Regisseur. Und so fiel die Entscheidung: Henze kaufte den Hof mit sieben Hektar der Flächen und zog mit seiner betreuungsbedürftigen Mutter sowie einigen Freunden von der Stadt aufs Land.

„Mitbewohner kamen und blieben, und sie gingen auch wieder“, erzählt Henze, dem von Beginn an der Erhalt des teilweise denkmalgeschützten Hofs Arbste und dessen Funktion als Ort für Begegnung und Kultur wichtig war. An seiner Seite lebt und arbeitet seit einigen Jahren Vera Briewig, ebenfalls Schauspielerin und Theaterpädagogin. Sie hat die Mutter noch mit gepflegt, bis diese vor ein paar Jahren starb.

Arbste, das sind sieben Höfe. Die anderen wurden damals noch voll bewirtschaftet. Und es gab noch die alte Reihenfolge, wer wann wen benachrichtigt. Dass Henze - der Städter und Künstler - nicht kam, um alles anders zu machen, rechneten ihm die Dorfbewohner hoch an. Sie merkten, dass es ihm ernst war und nicht nur eine Phase in einem Künstlerleben. Henze machte eine Ausbildung zum Nebenerwerbslandwirt, denn „mir war sehr wichtig, genau zu wissen, was ich hier mache.“

Er hält Wollschweine und Hühner und beteiligt sich am Erhalt der alten Schafrasse „Skudden“. Esel, Pferde, Ziegen und ein Muli gehören ebenso zur Hofgemeinschaft wie Katzen und Hunde. Vera Briewig erzählt, dass ihr das ländliche Umfeld nicht fremd war. Dennoch hat sie sich, was ihre Gartenkenntnisse angeht, bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen innerhalb des Projektes „Grüner Schneeball“ weitergebildet.

2001 wurde der Verein „Land & Kunst“ gegründet, um mit Gleichgesinnten eine breitere Basis zu schaffen, wenn es um den Erhalt des Anwesens - und besonders der denkmalgeschützten Teile - geht. Der Verein kümmert sich zudem um Bildungs- und Freizeitangebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Es gibt Theater und Theater-Workshops, Seminare, Lesungen, Ausstellungen, Gottesdienste, Bauernmärkte, Dorftreffs und zahlreiche Feste.

2002 ist das Backhaus wieder errichtet worden. Stein für Stein wurde das alte Gebäude abgetragen und mit Fachleuten wieder aufgebaut. Ähnliches ist mit einem alten ehemaligen Schafstall geplant. Auch da sollen junge Menschen einbezogen werden, die so alte Bauweisen kennenlernen können.


Lebensunterhalt durch Schauspiel und Seminare

An Backtagen werden Brot und Kuchen gebacken. Außerdem ist im Backhaus Platz für Lesungen, kulturelle Veranstaltungen oder es kommen Gruppen, die sich den Hof zeigen lassen wollen. „Das ist ein richtiger Treffpunkt geworden“, sagt Henze.

Die Theaterstücke, die im Backhaus oder in der großen Scheune aufgeführt werden, handeln auch vom Leben auf dem Lande bzw. auf dem Hof, geschrieben von Peter Henze, aufgeführt von ihm und Vera Briewig und weiteren Kollegen. In den Stücken hat er seine Erfahrungen mit dem Landleben szenisch umgesetzt. Ein Stück heißt „Als es noch Tiere gab“, das andere „De ole Buur un sin Öko-Deern“ - zu den Requisiten zählt auch die LAND & Forst. „Unsere gern gelesene Pflichtlektüre“, sagen die beiden.

Durch das Leben auf dem Hof immer wieder geerdet, verfolgen beide weiterhin die berufliche Arbeit im „anderen Leben“, mit dem sie ihren Lebensunterhalt verdienen. Da sind sie mit Theaterstücken unterwegs oder geben Seminare, Peter Henze hat außerdem einen Lehrauftrag an der Hochschule für Künste Bremen. Alles muss gut koordiniert sein, damit die Arbeit auf dem Hof während der Abwesenheit weitergeht. Ihre Stücke spielen sie natürlich auch auf Bauernhöfen - öko wie auch konventionell.

Noch heute kommen Freunde und Bekannte und arbeiten auch mit. Außerdem nutzen Langzeitarbeitslose Arbeitsgelegenheiten über den gemeinnützigen Verein. „Schon einige sind wieder in anderen Betrieben langfristig in Arbeit“, berichten sie nicht ohne Freude.


Den kompletten Artikel könnt ihr hier auf der Onlineseite der LAND&FORST nachlesen:

[www.landundforst.de]
online

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Kommentare

26.07.2009 20:23 kruemel
Wirklich interessant
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