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Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

BirgitH / www.pixelio.de
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29.07.2009, 19.54 Uhr

Rote Krabbelinvasion an der Ostsee

Man bin ich froh, dass wir dieses Jahr nicht in Norddeutschland Urlaub machen. Denn obwohl sonst die Ostsee zu meinen absoluten Lieblingsreisezielen gehört, würde mir im Moment eines den Aufenthalt verderben: die Marienkäfer-Plage. Zu Millionen sollen dort umherfliegen, sie kleben an Bäumen, auf Gehwegen und an Strandkörben. So niedlich die auch sein mögen, und eigentlich mag ich sie auch ganz gerne, aber in Massen wären sie mir dann doch nix. Zumal sie ja auch etwas unangenehm zwicken können. Übrigens haben in einigen Artikeln, die ich über das Thema gelesen habe, Experten gemeint: "Der Mensch passt nicht in das Beuteschema des Marienkäfers". Da bin ich ja mal beruhigt, ich machte mir schon Sorgen um die armen Ostseeurlauber. Nicht, dass es da noch Opfer zu beklagen gibt. Aufgefressen von Marienkäfern oder so... .

Übrigens liegt die Ursache der Käferinvasion in dem günstigen Klima dieses Jahr. Die milden Temperaturen und die hohe Luftfeuchtigkeit ließ zuerst die Pflanzenwelt üppig wachsen, dann folgten die Blattläuse und dann der Marienkäfer, der immer 50 bis 250 davon pro Tag verputzt. Außerdem haben die roten Käfer kaum Fressfeinde, weil sie ziemlich schlecht zu verdauen sind, und so vermehrten sie sich ganz ungestört. Und wieso häufen sie sich nun ausgerechnet an der Ostsee? Das liegt wohl am Wind. Der bläst die Marienkäfer vom ganzen umliegenden Hinterland aufs Meer hinaus und das Wasser spült sie wieder zurück. Schon vor etwa 20 Jahren sorgten Wind und Wasser für eine ähnliche Plage an der Ostsee, damals wurden die Käferchen aber aus Dänemark angeweht und angespült. Soll mal einer sagen Marienkäfer wären nicht reisefreudig

Übrigens handelt es sich nicht um die importierten asiatischen Marienkäfer, die im Verdacht stehen den europäischen Marienkäfer zu verdrängen. Seit etwa 10 Jahren sind die "Einwanderer" auch in Deutschland zu finden, wahrscheinlich wurden sie von Gärtnern aus den Niederlanden oder Belgien eingeführt. Sie sind besonders gefräßig und vertilgen auch schon mal Artgenossen, wenn kein Futter mehr da ist - ob sich die einheimischen Arten dagegen durchsetzen können, bleibt abzuwarten. Zu erkennen sind die asiatischen Käfer daran, dass sie oft mehr als sieben Punkte haben. Sie sind hellgelb bis dunkelrot in der Färbung, und die Punkte können so groß sein, dass der Käfer an sich schwarz zu sein scheinen. Außerdem haben sie außgeprägte weiße Stellen am Hals.

Aber wie gesagt, nach der Ostseeplage, die wir im Moment haben, scheinen wir uns erst einmal keine allzu großen Sorgen um die heimischen Marienkäfer machen zu müssen. Im Moment sind mehr als genug da. Und wenn sie ihrem Ruf als Glückskäfer alle Ehre machen, sollten wie bald überdurchschnittlich viele Lottogewinner im Norden haben.

[www.spiegel.de]
[www.welt.de]

Zu den asiatischen Marienkäfern: [www.spiegel.de]

Foto: BirgitH / www.pixelio.de
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kruemel

kruemel

Alter: 36 Jahre,
aus Südhessen
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Kommentare

30.07.2009 11:44 Paradiesgarten

Können die Käferchen denn schwimmen, wenn sie angespült werden ?
31.07.2009 10:09 kruemel
Paradiesgarten schrieb:

Können die Käferchen denn schwimmen, wenn sie angespült werden ?


Ja, durch kleine Lufträume unter den Flügeln können sie sogar sehr gut schwimmen. Also sie schwimmen nicht aktiv, aber sie gehen auch nicht so schnell unter
31.07.2009 10:15 Paradiesgarten
kruemel schrieb:
Ja, durch kleine Lufträume unter den Flügeln können sie sogar sehr gut schwimmen. Also sie schwimmen nicht aktiv, aber sie gehen auch nicht so schnell unter


Da hab ich wieder was gelernt !
Danke
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