Zur mobilen Version wechseln »

Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

Bild:  	BirgitH / www.pixelio.de
282 mal angesehen
16.08.2009, 16.31 Uhr

Die Höhle der Riesenkristalle

Wohl eine der außergewöhnlichsten Höhlen der Welt - die Cueva de los Cristales - befindet sich in Naica in Mexiko. Sie wurde erst im Jahr 2000 von zwei Bergleuten entdeckt, die für eine Mine Sprengungen durchführten. Das Besondere an ihr: sie besteht aus unzähligen riesigen Selenit-Kristallen. Diese sind bis zu 14 Meter lang und bis zu einem Meter im Durchmesser. Worte können kaum beschreiben, wie beeindruckend diese Höhle sein muss, deshalb hier der Link zu einer tollen Bildergalerie: [ngm.nationalgeographic.com]

Voraussetzung für das außergewöhnliche Kristallwachstum ist das seit 350.000 Jahren hier vorherrschende konstante Klima. Das liegt daran, dass die Höhle 300 Meter unter der Erde liegt und sie früher mit 60 Grad heißem Thermalwasser überflutet war. Das Wasser konnte nirgendwo austreten und sich austauschen, das Gestein blieb in etwa immer gleich heiß und die Kristalle wuchsen und wuchsen. Das Pumpensystem der Mine hat sie vor 20 Jahren dann trocken- und ihre Schätze freigelegt. Ohne Wasser ist es hier jetzt ca. 45-50 Grad heiß und die Luftfeuchtigkeit beträgt annähernd 100%. Es ist also eigentlich eher eine Art heißer Dampf.

Für Menschen ist es sogar gefährlich, sich hier länger als ein paar Minuten aufzuhalten. Zuerst droht ein Hitzschlag, denn der Schweiz kann nicht mehr verdunsten (wohin denn auch bei komplett gesättigter Luft?). Haut verbrennt, alles Eiweiß gerinnt, wenn es 42 Grad erreicht – gefährdet sind vor allem die Augen. Selbst Atmen ist gefährlich, denn die Lunge ist im Vergleich zum Außen relativ kühl, so dass hier Wasser kondensieren würde – das hieße der Mensch würde ertrinken.

Doch Forscher müssen länger hier unten aushalten können, um alles genau untersuchen zu können. Neue Anzüge verlängern den Aufenthalt für sie auf eine Stunde. Sie bestehen aus mehreren Isolierschichten und einem Kühlsystem gespeist aus Eiswürfeln. Dieses kühlt nicht nur den Anzug an sich, sondern auch die über eine Maske gespeiste Atemluft sowie den Luftstrom, der auf die Augen geblasen wird. Doch sie machen aus dem Höhlentrip trotzdem keinen Spaziergang. Sie behindern die Bewegungsfreiheit und irgendwann erhöht sich trotzdem die Körpertemperatur und eine Art künstliches Fieber entsteht. Die Wissenschaftler gehen immer nur zu zweit in die Höhle, man weiß schließlich nie, ob die Kühlung eventuell ein Leck hat, oder ob sich jemand in der Zeit verschätzt.

Die Erforschung der Höhle wird wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Für die Wissenschaftler ist wohl das größte und gefährlichste Abenteuer ihres Lebens.

Toller, ausführlicher Artikel auf deutsch: [www.geo.de]

Offizielle Website: [www.naica.com.mx]

Drei Artikel des National Geographic
[www.nationalgeographic.de] (deutsch)
[news.nationalgeographic.com] (englisch)
[ngm.nationalgeographic.com] (englisch)

Bild: BirgitH / www.pixelio.de
offline

Geschrieben von

Private Nachricht schreiben »

kruemel

kruemel

Alter: 36 Jahre,
aus Südhessen
Anzeige

Schlagwörter

Bitte gib die Schlagwörter mit Komma getrennt ein.

Kommentare

Anzeige
Zum Seitenanfang