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Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

Foto: Pariah083 / www.pixelio.de
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30.08.2009, 17.55 Uhr

Altenpflege mit Riba und Paro

Freitag habe ich noch eine wirklich berührende Langzeit-Doku über ein Berliner Haus und dessen Bewohner gesehen. Sie beginnt Mitte der 80er Jahre und porträtiert einige ältere Damen, die sich gegenseitig helfen, ihren Alltag im Alter zu bewältigen. Später siedelt sich ein ambulanter Pflegedienst in dem Haus an, dessen Mitarbeiter bis zum Jahr 2008 begleitet werden. Der Film zeigt, wie sie persönlich mit diesem doch anstrengenden Beruf umgehen und verdeutlicht natürlich auch, wie sich Pflege bis heute geändert hat, wie Kosten- und Effizienzdruck zugenommen haben. Schwierig, da nicht den Menschen aus den Augen zu verlieren.

Irgendwie passend, dass ich da heute gleich mehrmals auf Berichte über den Pflegeroboter „Riba“ gestoßen bin. Er kann bettlägerige Menschen umbetten oder hilft ihnen beim Aufstehen. Entwickelt wurde er in Japan, denn gerade dort ist die immer stärker werdende Überalterung natürlich ein Problem. Es fehlt an Pflegepersonal – preiswerte Gastarbeiter aus den Philippinen oder Thailand stoßen auf wenig Gegenliebe – und was liegt in dem technikbegeisterten Land da näher, als die Arbeit durch Roboter zu ersetzen? Riba kann immerhin schon 60 Kilogramm schwere Menschen heben. Doch er ist lange nicht das erste außergewöhnliche technische Hilfsmittel, das für Senioren und speziell Altenheime entwickelt wurde.

So gibt es bereits Roboteranzüge, die beim Gehen und Tragen helfen sollen. Beispiele gibt es hier [science.orf.at] und hier [www.senioren-blogger.de] . Auch eine Art Waschmaschine, die Menschen ganz automatisch wäscht gibt es bereits: [www.globalaging.org] . Testpersonen haben schon bestätigt, dass das Sprudelbad mit Massageeffekt sehr angenehm sein soll .

Um die Maschinen nicht ganz so fremdartig wirken zu lassen, werden ihnen oft niedliche Gesichter verpasst. Riba kommt zum Beispiel als Bär daher. Es werden außerdem bereits Roboter entwickelt, die menschliche Gefühle ausdrücken sollen. Das Bedürfnis nach Nähe soll außerdem durch Kuschelroboter befriedigt werden. Es gibt eine kleine Roboter-Robbe mit dem Namen Paro. Sie ist weich und reagiert auf Stimmen und Berührungen. Damit hat sie einen ähnlichen therapeutischen Effekt wie Haustiere. Allerdings ist sie hygienischer, beißt nicht und ist geduldiger - und kann aber dort eingesetzt werden wo Haustiere sonst verboten sind [www.spiegel.de] . In Japan wird Paro von vielen Heimbewohnern inzwischen geliebt und auch in Deutschland hat man bereits gute Erfahrungen mit dem Roboter gemacht. [www.senioren-blogger.de]

Natürlich können all diese Geräte keinen menschlichen Kontakt ersetzen. Ganz ehrlich mir ist auch nicht wohl bei dem Gedanken, im Alter durch Roboter gepflegt zu werden. Aber als zusätzliches Mittel können sie sicherlich das Pflegepersonal entlasten. Auf jeden Fall sehr interessant, wie unterschiedlich Länder mit diesem Thema umgehen. Während für uns solche Roboter eher fremdartig erscheinen, werden sie im technikaffinen Japan als die Lösung im Pflegebereich betrachtet.

Noch drei interessante Artikel:
[www.ard.de]
[www.spiegel.de]
[www.spiegel.de]

Foto: Pariah083 / www.pixelio.de
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kruemel

kruemel

Alter: 36 Jahre,
aus Südhessen
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