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Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

Foto:  Michaela Weber / www.pixelio.de
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04.09.2009, 16.42 Uhr

Welpen hinter Gittern

Nein, das ist keine neue Vorabendserie , sondern ein tolles Projekt aus Amerika. Die Organisation dahinter nennt sich „Puppies Behind Bars (PBB)“. Sie leitet Gefängnisinsassen darin an, Welpen zu Sprengstoffspürhunden oder Servicehunden für Behinderte und Kriegsveteranen auszubilden. Wie kommt man nun auf die Idee ausgerechnet Häftlinge mit dieser Aufgabe zu betrauen? Nun, zum einen gibt es viel zu wenige dieser Hunde, und ihre Ausbildung ist zeitintensiv und teuer. Wer im Gefängnis sitzt hat zum einen sehr viel Zeit. Außerdem brauchen diese Menschen – vor allem Langzeitgefangene - dringend eine Aufgabe, und das Gefühl gebraucht zu werden. Es ist eine zweite Chance für sie, denn jemand traut ihnen etwas zu.

Und dann kommt diese kleine Wollknäuel – es sind immer Labradore oder Golden Retriever. Sie lieben ihre Herrchen, egal, was diese vorher in ihrem Leben getan haben. Das bricht oft auch die dicken Mauern ein, die die Insassen um ihre Gefühlswelt gebaut haben. Sie müssen ab sofort 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche für den Welpen sorgen. Das Programm ist keineswegs einfach. Es ist nicht nur schwierig überhaupt aufgenommen zu werden, auch bis zum Ende dabei bleiben zu dürfen. Es wird sowohl von den Hundebetreuern als auch von ihren Schützlingen sehr viel verlangt. Die Hunde müssen nicht nur aufs Wort gehorchen, sondern auch Gegenstände wie zum Beispiel Telefone, einen Schlüsselbund oder ein Getränk aus dem Kühlschranke bringen können. Auch das Geld für einen Einkauf auf den Tresen zu legen, die Wäsche aus der Maschine zu holen oder beim Aus-der-Wanne-steigen zu assistieren gehören zu den vielen Aufgaben.

Doch für die Gefangenen lohnt sich der Aufwand. Viele lernen durch die Arbeit mit den Hunden, Leidenschaft für ihre Arbeit zu empfingen und Verantwortung zu übernehmen. Das Training ist für viele der einzige Grund aufzustehen, und den nächsten Tag im Gefängnis zu überstehen. Am Ende – nach 16 Monaten - bleibt für alle Teilnehmer das Gefühl, etwas geschafft zu haben, und vor allem etwas wirklich Wichtiges vollbracht zu haben. Denn nun können diese Hunde anderen Menschen helfen oder beschützen, indem Sie Sprengstoff aufspüren.

Ab und zu werden die Hunde auch aus dem Gefängnis rausgeholt, denn dann besuchen sie zum Beispiel Menschen in Seniorenheimen. Dann lernen sie die Dinge kennen, denen sie nicht in ihrem normalen zu Hause sonst nicht begegnen würden. Zum Beispiel können sie dann trainieren, wie es ist mit Menschen zusammen zu sein, die sich nicht richtig bewegen können, die einen Rollstuhl haben oder zum Beispiel ein Sauerstoffgerät tragen müssen. Das hat den zusätzlichen Effekt, dass die Heimbewohner ihrerseits wieder eine Aufgabe haben und gebraucht werden.

[www.puppiesbehindbars.com]
[www.petside.com]

Das Projekt stand auch Pate für einen deutschen Film, der erst vor kurzem auf Arte lief. Auch hier geht es um Gefängnisinsassen, die allerdings Blindenhunde ausbilden. Der Hauptdarsteller ist erst gar nicht begeistert von dem sabbernden, pinkelnden Welpen, den er da plötzlich am Hals hat. Erst als der kleine Kerl fast an einer Vergiftung stirbt, ändert sich seine Einstellung. Allein schon wegen der knuffigen Labradore (ist das die richtige Mehrzahl?) ist der Film sehenswert. Aber auch sonst sehr unterhaltsam: [www.underdogs-derfilm.de]

Foto: Michaela Weber / www.pixelio.de
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kruemel

kruemel

Alter: 36 Jahre,
aus Südhessen
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