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Bienen in Paris Bienen in Paris Bienen in Paris
473 mal angesehen
05.09.2009, 13.00 Uhr

Bienen in Großstädten

Paris rückt in den Blick der Imker. Warum das? Nun, die Großstadtimker breiten sich aus. Spektakuläre Standorte der Bienenvölker und exorbitante Preise für deren Stadthonige werden immer wieder in den Medien vorgestellt.

Wie heute die Süddeutsche Zeitung berichtet, wurden im Frühjahr auf dem Dach des Grand Palais (Fotos: Bienenfreund) zwei Bienenvölker aufgestellt. Sie erbrachten in diesem Jahr etwa 50 kg Honig. Der Pariser Honig wird zu 15 Euro für ein 125 Gramm Glas verkauft.

Die Bienen des Imkers Nicolas Guéant, der über 41 Jahre Berufserfahrung verfügt, fliegen und sammeln von dem 240 Meter langen und bis zu 44 Meter hohen Monumentalgebäude entlang der Champs-Élysées, im Park des Élysée-Palastes von Nicolas Sarkozy bis zum größten Friedhof von Paris, Père-Lachaise mit den Gräbern unzähliger Berühmtheiten (darunter Jim Morrison). Da legt man gerne ein paar Euro für den Honig hin.

Der großartige Bienenfotograf Éric Tourneret zeigt auf seiner Homepage verschiedene Pariser Stadtimker bei der Arbeit [www.thehoneygatherers.com]

Dann muss man natürlich den berühmten Bienenpavillon im Jardin du Luxembourg von Paris erwähnen. Siehe Foto, Quelle: Wikipedia. Er dient richtig der Ausbildung zur Imkerei als Lehrbienenstand, einer der Imker ist André Lemaire. Gerade war noch meine Imkerkollegin Dorothee von Z. auf ihrer Parisreise dort. Sie erzählte mir, dass es den Bienen augenscheinlich gut geht.

Bemerkenswert finde ich auch die Bienen der Imkergruppe Evolutionäre Zellen auf dem Dach des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt am Main. Die Frankfurter Rundschau hat am 10. August 2009 ausführlich berichtet. Die Stadtimker Florian Haas und Andreas Wolf wollen mit ihren immerhin zehn Völkern, die im Umfeld ausreichend Nahrung finden zum Nachdenken über das menschliche Zusammenleben anregen. Mehr unter
[www.spiegel.de]

Eine schöne Übersicht von Rooftop-, Hochhaus-Imkern hat das Amerikanische Bienenjournal in seiner Ausgabe Januar 2009 veröffentlicht. Man betont hier auch die Aspekte der Wirkung auf die Öffentlichkeit. Die sehr hohen Preise für diese Honige würden sehr gerne bezahlt. Beschrieben werden Rooftop-Imker von Paris, London, Toronto [www.canada.com] , Chicago [chicagoist.com] ,San Francisco [www.calacademy.org] , und natürlich New York [www.youtube.com] . Dort sollen es schon über 70 Imker sein. Dabei ist die Bienenhaltung in New York eigentlich verboten, Bienen zählen dort nach einem Gesetz zu den gefährlichen Tieren. Die Imker stehen unter einer Strafdrohung von 2.000 US Dollar

Eine schöne Fotostrecke einer Dachimkerei aus London ist hier zu sehen, die Bienenkästen gleichen kleinen Kathedralen:
[www.zimbio.com]

Aus London gibt es eine andere spektakuläre Idee zur Öffentlichkeitsarbeit. Vom Inneren des Bienenstocks führt eine Tonleitung runter zum Publikum. Man kann das Bienenvolk vom Dach der Königlichen Festival Halle direkt hören, bitte hier klicken:
[royalfestivalhive.typepad.com]

Ansonsten gibt es über die Bienen auf dem Dach der Royal Festival Hall noch in den Monatsangaben auf der rechten Seite vielerlei zu entdecken:
[royalfestivalhive.typepad.com]

Die neueste Aktion in London ist ein Taxi als Biene verkleidet.
Die Flügel sind oben drauf. Sage keiner, Imker seien nicht einfallsreich.

Bienenfreund
offline

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Schlagwörter

balkonimker, hochhausimker, stadtimker

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Kommentare

07.09.2009 16:58 Bienenfuchs
Also das ist wirklich mal ein außergewöhnlicher Blog. Vielen Dank dafür, Bienenfreund
07.09.2009 17:00 Bienenfuchs
Ich war letztes Jahr im Jardin de Luxembourg. Dort standen auch einige Völker, im Dadant-Blatt Maß. War sehr interessant.
07.09.2009 17:55 Bienenfreund
Bienenfuchs schrieb:
Also das ist wirklich mal ein außergewöhnlicher Blog. Vielen Dank dafür, Bienenfreund


Hi Falk, danke. Ich stelle mir die Logistik auf Dauer schwierig vor. Klar, wenn alles neu ist, flutscht es, aber was kommt dann? Man braucht sicher auch ein zweites Standbein, einen Gartenschuppen als Lager, Waben schmelzen, Honig verarbeiten, die Imker wissen, wie viel da noch dran hängt. Und ein Auto, dessen Inneres kleben darf - da sind Hundehaare gar nichts an Beeinträchtigung
Schöne Grüße! Bienenfreund
07.09.2009 17:57 Bienenfreund
Bienenfuchs schrieb:
Ich war letztes Jahr im Jardin de Luxembourg. Dort standen auch einige Völker, im Dadant-Blatt Maß. War sehr interessant.


Ja, ich finde es super, dass die Bienen darüber eine gute Presse haben. Öffentlichkeit ist der beste Schutz davor, dass Politik und Industrie die Bienen "vergessen"
07.09.2009 23:47 Heckenimker
Bienenfreund schrieb:
Ja, ich finde es super, dass die Bienen darüber eine gute Presse haben. Öffentlichkeit ist der beste Schutz davor, dass Politik und Industrie die Bienen "vergessen"


Nicht nur das.
Es geht auch um das vorwärts schauen, auch um Meinung- und Bewustseinbildung außerhalb von wirtschaftlichen oder anderen partikulären Interessen.
Auch um das schaffen oder besetzen von Freiräumen in Umgebungen in denen, durch das enge Zusammenleben von vielen Menschen, ein Hang zu Überregulierungen die Regel ist.
Auch wenn es Behutsamkeit und Geschickes bedarf (in einer Welt wo vieles als verboten oder "unschicklich" gilt) die Stimme für die Natur oder für die Abweichler vom Üblichen zu erheben.
Kann mich selbst als eine Art von Großstadtimker bezeichnen. Da ist es hilfreich in manchen Situationen auf spektakuläre Beispiele anderswo hinweisen zu können.
Heckenimker

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