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Die Tücken des Alltags

(44 Einträge)

Assisi, Minerva-Tempel Isola Maggiore im Trasimener See Lago Trasimeno
89 mal angesehen
14.09.2009, 17.36 Uhr

Italienische Impressionen

Wieder da! München hat mich wieder. Aus der Wärme Umbriens gleich am ersten Tag hier das typische Wies`n-Wetter: zartblauer Himmel (kein sommerliches Dunkelblau), diffuses Licht, schon herbstlich vorgekühlte Wärme - die schönste Jahreszeit für mich, der Altweiber-Sommer oder der frühe Herbst. München ist so schön, wenn man mal wieder ein bisschen weg war .

Weg hieß in meinem Fall: in einem umbrischen Ferienhaus inmitten eines Kiefern- und Lorbeer-Waldes mit der ganzen Familie. Neffe 1 und Neffe 2 waren natürlich auch dabei und hielten mich täglich bis 24 Uhr auf Trab. Meine einzigen Verschnaufpausen waren der Morgen. Ganz früh hab ich mich jeden Tag auf den Weg gemacht und die Gegend um den Trasimener See zu Fuß erkundet. Kam dabei an vielen Bauernhöfen vorbei - agriturismo wird liebevoll gepflegt, ist teilweise auch ganz schön teuer - und staunte über die Fiat-Variationen von Schleppern. Die Bauern begrüßten mich alle mit herzlichen Buon Giornos, ich war ja außer ihnen meistens das einzige menschliche Lebewesen am frühen Morgen.

Schwimmen, Eis essen, Tropfsteinhöhlen besichtigen, mittelalterliche Städte anschauen, mit kleinen Motorbooten zu kleinen Inseln düsen, es war schon ganz schön was geboten. Und weil wir in einem Ferienhaus waren, gab es auch einige Aufgaben zu verteilen. Wir definierten sie so, dass sie was her machten. Meine Schwester wurde beispielsweise zur "Großmeisterin des Feuers" ernannt - sie hat am Abend den offenen Kamin befeuert, mit Holz aus dem Wald gleich hinter dem Haus. "Der Wagenlenker", (der, der am liebsten Auto fuhr, mein Sohn) verkündete allerdings nach der 3. Städte-Tour, sein Bedarf an mittelalterlichen Städten sei für die nächsten Jahre gedeckt. Ich war die "Wächterin des Tores", sprich, meine Aufgabe war es, das große Tor vor und nach dem Passieren des Wagens jeweils auf- und wieder zuzusperren. Die "Buben des Grills", Neffe 1 und Neffe 2, sorgten für feines Abendessen, allerdings mussten die "Großmeisterin des Feuers" und der "Hüter des Geldes" ständig aufpassen, dass sie keinen Blödsinn dabei trieben. Wir mampften Bruschette in Castiglione del Lago, standen ehrfürchtig vor dem Minervatempel in Assisi, waren vollkommen erschlagen von dem Gemäuer, durch das man die Altstadt von Perugia betritt und hatten am Ende des Urlaubs Mühe, alle unsere Erlebnisse zu ordnen und zu verarbeiten. Schön war`s, wenn auch anstrengend. Ferienhaus bedeutet halt immer auch Arbeit. Dreimal darf geraten werden, für wen besonders: Mir nichts dir nichts wurde aus der "Großmeisterin des Feuers" die "Sammlerin des Mülls" und aus der "Wächterin des Tores" die "Scheuerin der Töpfe". Wie gut, dass ich meine feministische Phase hinter mir habe .

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Philine

Philine

Alter: 62 Jahre,
aus Schönau
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Kommentare

21.09.2009 11:06 Paradiesgarten

Wunderbar schön zu Lesen, da will ich gleich hin !
22.09.2009 20:17 zora
schmunzel....
sehr anschaulich geschrieben...
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