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Krümels Reiseträume

(46 Einträge)

Château Frontenac in Quebec Canyon Ste. Anne Ehemaliges Olympiazentrum, Montréal
70 mal angesehen
27.09.2009, 20.56 Uhr

Das französische Kanada

Nachdem wir die Grenze nach Quebec überquert hatten wurde es plötzlich Französisch, SEHR Französisch . Die größte Provinz Kanadas ist auch die einzige, wo die Amtssprache Französisch ist. Etwa 80% der Einwohner sprechen sie als Muttersprache. Wir hatten das so nicht erwartet und eigentlich dachten wir, dass wir uns mit Englisch trotzdem gut verständigen könnten. Das stimmte auch für die touristischen Zentren und die Hotels, aber sobald man sich nur ein wenig außerhalb der Innenstädte befand, wurde es bereits sehr schwierig jemanden zu finden, der fließend Englisch verstand und vor allem auch sprach. Etwas irritierend ist auch, dass der kanadische Dialekt im ersten Moment englisch klingt und sich erst beim näheren Hinhören als Französisch entpuppt. Aber die Kanadier sind so nett, dass wir trotzdem überall klar kamen – und wenn es mit Händen und Füßen oder kleinen Zeichnungen sein musste .

Quebec City ist die Wiege der französischen Kultur in Kanada und – wie wir fanden – die mit Abstand schönste Stadt auf unserer Reise. Sie hat einen großen zusammenhängenden, historischen Stadtkern – was wir so in keiner anderen kanadischen Stadt gefunden haben. Ein wunderschönes, altes Haus reiht sich an das andere. In kleinen Gässchen kann man winzige Restaurants und Läden entdecken. Natürlich ist alles ziemlich touristisch. Aber es war nicht ein bisschen überfüllt und die Pferdekutschen haben perfekt ins Bild gepasst. Wahrzeichen der Stadt ist das riesige Nobelhotel Château Frontenac, das wie ein Schloss die Szenerie überragt. Selbst die Eingangshalle ist piekfein, so dass man sich kaum traut, zu atmen. Aber auf jeden Fall einen kurzen Besucht wert. In der Stadt fanden wir auch endlich ein paar nette Cafés, in denen man seinen Milchkaffee stilecht aus Schalen trinkt – eine schöne Abwechslung zu den großen Kaffeeketten, in denen man einen Pappbecher mit Plastikdeckel in die Hand gedrückt bekommt.

Einen Abstecher in die kanadische Wildnis haben wir uns noch gegönnt, als wir zum Canyon Ste. Anne gefahren sind. Ein ziemlich hoher Wasserfall, der sich dann durch eine 60 Meter tiefe Schlucht schlängelt. Darüber führt eine ebenso hohe Hängebrücke, auf der man besser schwindelfrei sein sollte. Okay, ich gebs zu vielleicht, nicht wirklich Wildnis, aber ein beeindruckendes Naturschauspiel allemal.

Montréal war dann schon die letzte Station. Zuerst waren wir ein wenig enttäuscht von der Metropole, kein Wunder verglichen wir sie doch mit den vorher besuchten Städten. Die Wolkenkratzer waren nicht so hoch, wie in Toronto. Die historischen Gebäude der Stadt waren lange nicht so eindrucksvoll, wie die in Quebec. Es war irgendwie lärmiger und auch nicht ganz so sauber – vielleicht waren wir auch nur schon so geschafft, dass uns solche Sachen mehr auffielen. Aber selbst die Pferdekutschen schienen etwas deplatziert, zumal sie teilweise schlimm kitschig „verziert“ waren (ich sag nur pink mit Plastikblumen…). Erst abends entfaltete die Stadt ihr Potential, als wir im Quartier Latin spazieren gingen. Hier pulsierte das Leben. Die verschiedensten Leute trafen sich in originellen Bluesbars, Jazzclubs, Pubs und Restaurants. Am nächsten Tag entdeckten wir noch eine beeindruckende Villengegend, die uns noch einmal ein komplett anderes Bild von Montreal vermittelte. Und auch das Olympiazentrum von 1976 war wirklich sehr interessant und vom Olympiaturm hat man einen schönen Rundumblick über die Stadt und auf den anliegenden chinesischen und japanischen Garten.

Nach einem kurzen Abstecher über die USA, wo wir eine alte Freundin besuchten, ging es auch schon wieder Richtung Heimat – voller neuer Eindrücke und schönen Erinnerungen. Wahnsinn, dass es schon eine Woche her ist, seit wir von diesem tollen Urlaub zurückgekehrt sind.
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kruemel

kruemel

Alter: 37 Jahre,
aus Südhessen

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Kommentare

29.09.2009 10:39 himbeerbaer
Genauso hab ichs auch erlebt, dein Bericht war für mich wie eine wunderbare Zeitreise zurück
29.09.2009 17:20 kruemel
himbeerbaer schrieb:
Genauso hab ichs auch erlebt, dein Bericht war für mich wie eine wunderbare Zeitreise zurück


Hey, wann warst du denn da?
01.10.2009 11:24 himbeerbaer
Uff... das ist schon gar nicht mehr wahr
Ca. vor 13 Jahren. Daher: Zeitreise
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