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Krümels Reiseträume

(46 Einträge)

Foto: Hartmut Giessler / www.pixelio.de
57 mal angesehen
29.09.2009, 19.57 Uhr

Junk Raiders

Recyclen kennt ja inzwischen jeder. Freecyclen ist als Begriff noch nicht ganz so bekannt. Aber eigentlich ist es ganz einfach. Anstatt Dinge, die wir nicht mehr gebrauchen können, einfach wegzuschmeißen oder eben zu recyclen, werden sie an jemanden verschenkt, der dafür noch Verwendung findet. Das vermeidet nicht nur Müll, sondern bringt Anderen außerdem Freude. International gibt es bereits ein freecycle-Verschenke-Netzwerk, dassich im Internet organisiert, und wo man ganz einfach und schnell nachschauen kann, was andere in der eigenen Umgebung anbieten oder suchen. Kuckt ihr hier: [de.freecycle.org]

Zu den Freecyclern gehören jedoch nicht nur Verschenker und die dazugehörigen Empfänger, sondern auch Menschen, die noch einen Schritt weiter gehen und auf Müllhalden nach wiederverwertbaren Dingen suchen. Das hört sich im ersten Moment eklig an, aber wie oft landen komplett funktionierende Sachen auf den Grobmüll oder dem Wertstoffhof. Und wir alle kennen es ja, wenn Grobmüll ist, und morgens das ein oder andere Stück schon weg ist.

Warum ich überhaupt auf dieses Thema komme: In Kanada gibt es auf dem Discovery Channel (den wir dort fast ausschließlich gekuckt haben ) eine Sendung, die sich „Junk Raiders“ nennt. Den Titel könnte man vielleicht mit Müllräuber übersetzen. Es geht um ein tolles Projekt: ein Haus in Toronto zu sanieren – nur mit Gegenständen aus dem Müll und 5000 Dollar Kapital. Zum siebenköpfigen Team gehören neben den Handwerkern und der Innenarchitektin auch zwei überzeugte Freecycler. Der eine hat sein eigenes Haus komplett mit Gegenständen aus dem Müll um- und ausgebaut (inklusive Elektrik, Abwasser, Dekoration und Möbel). Der andere ist Tischler, der alte Möbel neu aufarbeitet und verkauft oder auch schon mal Stühle aus alten Einkaufswägen bastelt. Außerdem holt er sich als Freegan sogar seine Lebensmittel aus dem Müll.

Wir konnten leider nur die ersten beiden Folgen schauen. Es war unglaublich interessant und spannend zu erfahren, ob sie es schaffen würden. Klar dass da zuerst einmal Welten aufeinander prallten. Zum einen die Handwerker, die es gewohnt waren in möglichst kurzer Zeit und Kosten sparend zu arbeiten. Dann die Innenarchitektin, die normalerweise auch schnell mal völlig intakte, moderne Möbel rausschmeißt, nur um eine neue Designidee umzusetzen. Und dann natürlich die beiden Freecycler, die den anderen zuerst beibringen müssen, dass man starre Vorstellungen über den Verlauf und das Aussehen der Sanierung über Bord werfen kann. Man muss schließlich zusehen, was im Müll zu finden ist.

Das Suchen an sich braucht schon viel Zeit. Weiterhin muss altes Holz zum Beispiel erst aufbereitet werden, bevor es verwendet werden kann. An einem Tag hatte das Team irre viel Glück, weil jemand seine gesamte Badegarnitur verschenkt. Alle waren glücklich – nur die Innenarchitektin war alles andere als begeistert, weil es nicht ihrer Vorstellung über die Einrichtung entsprach. Zu guter letzt tauchte dann noch der Auftraggeber auf, der nun noch seine hohen Vorstellungen unterbreitete und eine Frist von nur einem Monat bis zur Fertigstellung angab. Ich habe keine Ahnung, ob das Projekt zu diesen Bedingungen überhaupt durchführbar war. Zumal es der Philosophie vom Freecycling gehörig widerspricht. Da schaut man schließlich was man findet, und macht was draus und hat kein spezielles Endergebnis im Kopf.

Ich warte mal noch ein paar Wochen und hoffe, dann, dass ich in Erfahrung bringen kann, wie das Endergebnis aussieht!
[www.discoverychannel.ca]

Foto: Hartmut Giessler / www.pixelio.de
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kruemel

kruemel

Alter: 37 Jahre,
aus Südhessen

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Kommentare

30.09.2009 11:13 Paradiesgarten

Sollte die wirtschaftliche Entwicklung weiter in die Richtung gehen, wäre das für Einige eine echte Alternative !
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