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Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

Foto: Gitti / www.pixelio.de
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09.10.2009, 20.38 Uhr

Die neue Isar

Ich war ja schon öfter mal in München, aber bisher hat sie sich aus irgendeinem Grund vor mir versteckt – die Isar. Ich wusste natürlich, dass sie durch München fließ. Aber irgendwie hat mir nie jemand gesagt, wie schön und ursprünglich dieser Fluss an vielen Stellen eigentlich ist.

Woher ich es jetzt weiß? Die ARD-Sendung [W] wie Wissen hat einen sehr spannenden Beitrag über die Isar in München gesendet. Es ging dabei aber nicht nur um ihre Schönheit, sondern vor allem, darum, wie der Fluss seit dem Jahr 2000 systematisch renaturiert wurde. Denn bis vor gar nicht so langer Zeit, war die Isar alles andere als ursprünglich. Sie wurde, wie so viele andere Flüsse auch, aus Hochwasserschutzgründen in ein Betonbett gezwängt. Leider kamen die Hochwasser trotzdem. So entschloss man sich zu einem völlig neuen Konzept, bei der Fluss erstens wieder in einen natürlichen Lauf gebracht werden sollte und er zweitens ein größeres Fassungsvermögen bekommen sollte. Der Umbau ist übrigens Ergebnis von genauen Berechnungen. An der TU-München wurde außerdem ein bis ins kleinste Detail originalgetreues Modell angelegt, wo der Flusslauf inklusive Hochwasser simuliert wird. Dann wird das Modell trockengelegt und überprüft, wie sich das Erdreich verschoben hat. So können zum Beispiel unerwünschte Ablagerungen erkannt werden, die vielleicht Fische bei ihrem Weg durch die Isar behindern. Mit den entsprechenden Korrekturen aus dem Modellversuch konnte nun die Renaturierung beginnen. Jeder Flusslauf, jeder Stein wurde dabei genau festgelegt.

Heute hat sich die Isar und ihre Fauna und Flora sehr geändert. Ihr Lauf durch München ist sehr vielfältig, tiefes wechselt sich mit flachem Wasser ab. Ständig verändert sich das Flussbett, so dass neue Lebensräume mit den unterschiedlichsten Strömungen entstehen. Das ist nicht nur gut für Insekten, sondern auch für die Fische im Wasser. Sogar europaweit gefährdete Arten wie die Kroppe haben sich wieder angesiedelt. Doch auch am Flussufer fühlen sich viele Tiere wieder wohl. So zum Beispiel der Schmetterling Idas-Bläuling, der in München bisher gar nicht anzutreffen war.
Doch nicht nur Tiere profitieren von der Umgestaltung, die Münchner genießen die flachen Kieselstrände, die ihnen direkten Zugang zum Wasser ermöglichen (würde ich aber mal auch, wenn ich dort wohnen würde!! ).

Einen Preis, nämlich den Gewässerentwicklungspreis der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA), hat das Projekt 2007 schon eingeheimst. Auch andere Länder wie Japan, Indien, Brasilien und USA und Spanien haben an dem Konzept bereits Interesse bekundet. Also wenn ich das nächste Mal in München bin, muss ich auf jeden Fall mal Isar kucken gehen :)

Video: [mediathek.daserste.de]

[www.sueddeutsche.de]
[www.welt.de]
[www.stmugv.bayern.de]

Foto: Gitti / www.pixelio.de
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kruemel

kruemel

Alter: 36 Jahre,
aus Südhessen
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Kommentare

11.10.2009 18:51 Eugenius
Als geborener Münchner bin ich natürlich Stolz, dass hier viel Geld sinnvoll verwendet wurde. Ein Besuch in München lohnt sich also immer.
LG.
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