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Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

Foto: Michaela Weber / www.pixelio.de
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15.10.2009, 21.40 Uhr

Strom aus der Wüste

Mit 120.000 Terrawatt bestrahlt die Sonne ständig das Festland unserer Erde. Das entspricht das etwa dem 7700fachen Energiebedarfs der gesamten Menschheit oder einer Leistung von einer Million Atomkraftwerken. Anders ausgedrückt: Sonnenenergie ist so gut wie unerschöpflich. Wir haben eine Quelle vor der Nase, die unser Energieproblem lösen könnte – wenn wir sie nur effizient zu nutzen wüssten. Dann würde schon ein Gebiet von 500 mal 500 Kilometern reichen, um die gesamte Welt mit Energie zu versorgen.

Soweit die Theorie. Die Praxis sieht, wie wir wissen, etwas anders aus. Nur ein halbes Prozent unseres Stroms stammt von der Sonne. Wenn ich mir die vielen Solarzellen auf den Häusern anschaue – zumal das ja auch in Deutschland entsprechend gefördert wird - hätte ich gedacht, dass es doch ein wenig mehr wäre. Dem scheint aber nicht so zu sein.

Das Projekt Desertec hat nun das große Ziel in der Sahara riesige Solarkraftwerke zu bauen. Desertec ist eine Industrie-Initiative von etwa 20 Konzernen, darunter Siemens, die Deutsche Bank, RWE oder E.ON, auch ausländische Investoren haben inzwischen schon Interesse bekundet. Allerdings wird keine Fotovoltaik eingesetzt, sondern Solarthermie. Also mit Hilfe von Spiegeln wird die Sonnenenergie gespeichert. Diese bündeln die Sonnenstrahlen auf einen Punkt, wo bis zu 1000 Grad Hitze entsteht. Die erhitzt Wasser und der Dampf treibt Turbinen an. Neu ist die Idee nicht zum Beispiel in Spanien wird so bereits Strom produziert. Auch in der Mojavewüste in den USA werden damit schon 14.000 Haushalte in Las Vegas versorgt – allerdings gehört die Anlage einem spanischen Unternehmen und die Spiegel wurden in Deutschland hergestellt. Neu an dem Desertec Projekt ist die geplante Größe der Anlage – die bis 2050 immerhin 15% des europäischen Energiebedarfs decken soll – sowie der lange Transport des Stroms über 3000 Kilometer.

Kritische Stimmen finden viele Probleme bei dem Projekt. Es ersten sei zu groß und es gäbe zu viele beteiligte Konzerne, deren Interessen vereinbart und auf die die Aufgaben verteilt werden müssen, um es zügig umzusetzen. Mit 400 Milliarden Euro sei außerdem viel zu teuer, zumal die Kosten kaum reell kalkulierbar sein. Sie warnen weiterhin davor, solche Anlagen in politisch instabilen Ländern zu bauen, und sich hier wieder in Abhängigkeiten zu begeben – ähnlich wie beim Öl. Noch können normale Stromnetze noch keine so großen Mengen Strom transportieren wie hier geplant ist. Auch ist noch nicht geklärt, ob Wüstenstürme die Anlagen ernsthaft bestätigen können.

Allerdings, egal ob Desertec realisiert wird oder nicht: der weltweite Energieverbrauch wird auf jeden Fall weiter steigen. Solarkraftwerke in den Wüsten der Welt sind mit ihrer umweltfreundlichen Energieherstellung ein riesiges brach liegendes Potenzial. Dieses käme außerdem nicht nur der Umwelt, sondern insbesondere auch den sich dort befindlichen, zumeist armen Staaten zu Gute, wenn sie denn von ausländischen Firmen mit Know How und Investitionen unterstützt werden würden.

[www.daserste.de]
[www.daserste.de]
[www.tagesschau.de]
[www.spiegel.de]
[www.tagesschau.de]
[www.welt.de]
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Foto: Michaela Weber / www.pixelio.de
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kruemel

kruemel

Alter: 36 Jahre,
aus Südhessen
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Kommentare

16.10.2009 17:34 Paradiesgarten

Probleme wird es sicherlich geben, aber wer nicht auch mal was ausprobiert, wird nie weiterkommen ! Auf den Erhalt unserer Umwelt !
16.10.2009 21:20 Hans_A_Plast
Ja, das ist ein vielschichtiges Thema.
18.10.2009 15:23 JaguarE
Herzlichen Glückwunsch zu diesem konstruktiven Beitrag!
Habe aus anderer Quelle erfahren, dass sogar nur 360 mal 360 Kilometer reichen würden.
Noch ein wichtiger Punkt: wenn der Sahara-Solar-Strom mit neuester Technologie bis zu uns geleitet wird, entstehen nur ca. 10 % Verlust auf der gesammten Strecke.
Liebe Grüße vom Jürgen, der in der Sonnenenergie die Möglichkeiten für eine friedlichere und sauberere Welt sieht.
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