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Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

Foto:  Inessa Podushko / www.pixelio.de
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03.11.2009, 23.14 Uhr

Die „ewigen“ Tiere

In der neuen National Geographic gibt es einen wirklich interessanten Artikel über Tiermumien im alten Ägypten. Denn nicht nur die Menschen wurden damals mit Hingabe einbalsamiert, sondern auch auch Katzen, Krokodile oder Ibise. Dabei wurden diese Mumien von den Wissenschaftlern lange Zeit ignoriert. Forscher und Abenteurer durchsuchten im 19. Jahrhundert das Niltal nach reich ausgestatteten Gräbern. Die tausende von präparierten Tieren, die gefunden wurden, waren völlig uninteressant, weil sie nicht teuer an Museen oder Privatsammler verkauft werden konnten. Teilweise wurden die besten Exemplare mit Goldmasken und Ähnlichem an Touristen verscherbelt, den Rest galt es zu entsorgen. So landeten beispielsweise 17 Tonnen Tiermumien auf den Feldern von Großbritannien, weil sie als billiger Dünger verkauft worden waren.

Erst viel später begannen die Forscher, zu erkennen, welchen Wissen da weggeschmissen wurde und sie begannen, die verbleibenden und neu gefundenen Exemplare zu erhalten und zu untersuchen. Sie fanden heraus, dass die Ägypter ein sehr enges Verhältnis zu ihren Tieren verband, denn sie mumifizierten sie mit extrem großem Aufwand, wie es teilweise nur den Pharaonen zustand.

Sie ließen zum einen sie sich nach ihrem Tode ihre liebsten Haustiere mit ins Grab legen, um sie im Jenseits wieder bei sich zu haben. Dazu gehörten Katzen und Hunde, aber auch Affen, Löwen, Schweine oder auch Gazellen, die allerdings erst nach ihrem eigenen Tod einbalsamiert wurden. Ihnen wurde sogar eigenes, haltbar gemachtes Futter mitgegeben wie mumifizierte Spitzmäuse. Solche „Lebensmittelmumien“ in Form von gesalzenem und getrocknetem Fleisch gab es auch für die Menschen.

Doch Tiere repräsentieren auch bestimmte Götter und wurden entsprechend verehrt. Katze symbolisierten beispielsweise die Göttin Bastet , Falken den Gott Horus oder Stiere den Gott Apis. Die einzelnen Tiere wurden nach Kriterien wie der Fellfärbung ausgewählt und teils nach ihrem natürlichen Tod mumifiziert, teils aber auch direkt dafür getötet. Es sollte helfen, die Beziehung zwischen dem jeweiligen Gott und den Menschen zu verbessern.

Forscher fanden riesige Friedhöfe und Gruften in Ägypten, die allein Millionen von heiligen Tiermumien enthalten. Das legt den Verdacht nahe, dass diese vor allem in späteren Zeiten als Massenabfertigung produziert wurden, um sie als Opfergaben zu verkaufen. Also eine Art reiner Devotionalienhandel, der Kauf der Mumie sollte das Wohlwollen des jeweiligen Gottes sichern. Dabei wurden auch „Sonderangebote“ hergestellt, die gerade mal einen Knochen enthielten oder nur mit Lumpen umwickelte Holzwolle waren. Deshalb muss heute jede Mumie aufwändig mit Röntgen oder CT durchleuchtet werden, um sicherzugehen, dass sie auch einen Tierkörper enthält.

Wer mehr über dieses interessante Thema erfahren möchte, kann unter diesen Links weiterlesen:
[www.nationalgeographic.de]
[www.daserste.de]
[www.welt.de]
[www.aegyptologie.lmu.de]

Foto: Inessa Podushko / www.pixelio.de
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kruemel

kruemel

Alter: 36 Jahre,
aus Südhessen
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