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Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

http://www.buelteman.com
27 mal angesehen
06.11.2009, 20.51 Uhr

Pflanzenfotos mal anders

Wohl so ziemlich jeder hat sich schon einmal an Pflanzenfotografie versucht, ob es nun darum ging, den Lieblingsbaum abzulichten oder auf dem Boden kriechend den schönsten Blickwinkel einer Blüte zu treffen . Ein professioneller Fotograf gibt sich damit kaum zufrieden, geht es doch oft darum, sich einem Motiv auf eine völlig neue Art und Weise zu nähern, sie so darzustellen, wie sie noch kein anderer Mensch vorher gesehen hat. Genau so ging es Robert Buelteman, der eine völlig neue Art der Pflanzenfotografie entwickelt hat.

Das Ganze ist eine Weiterentwicklung der Kirlian-Fotografie, und funktioniert so (ich gebe mein Bestes, es ist ein relativ komplizierter Prozess und ich hoffe sehr, dass ich ihn richtig verstanden habe . Wer nicht so ein technikinteressiert ist, kann ja weglesen ): Robert Buelterman zerlegt eine Pflanze oder Teile davon in so kleine bzw. schmale Teile, dass sie lichtdurchlässig werden. Dann legt er sie auf einen Farbfilm und diesen wiederum auf eine Metallplatte. Das alles ist von Plexiglas umgeben und schwimmt zusätzlich auf flüssigem Silikon. Dann bekommt das alles eine Stromzufuhr von 80.000 Volt – eine Holzverkleidung soll übrigens verhindern, dass er sich nicht selbst aus Versehen unter Strom setzt.

Dann benutzt in diesem nun ansonsten stockdunklen Raum ein Glasfaserkabel, durch das ein haarfeiner Lichtstrahl ausgesendet wird, wie einen Pinsel. Er „zeichnet“ damit die Pflanze nach, was das Bild direkt auf den Farbfilm brennt. Es findet also keine Verfälschung oder Verzerrung der Farben durch eine Linse statt. Zu sehen ist dann die Pflanze selbst in fast übernatürlichen Farben sowie ein blauer Lichtschein rund um jede Blüte und jedes Blatt, der normalerweise für das menschliche Auge unsichtbar ist. Das sind Gase, die während des Elektroschocks ionisieren.

Das Verfahren ist sehr mühsam und aufwändig. Damit ein Bild gelingt, braucht er bis zu 150 Versuche. So hat er im Laufe der letzten 10 Jahre und mit einer 60-Stunden-Arbeitswoche gerade 80 Bilder produziert. Doch Robert Buelterman will den Menschen mit diesen Fotografien zeigen, wie atemberaubend schön die Welt ist. Er hat sie jetzt in einem Bildband veröffentlicht. Einige der Bilder könnt ihr euch aber bereits hier anschauen:
[www.geo.de]
[www.flickr.com]
[www.wired.com]

Offizielle Internetseite von Robert Buelterman
[www.buelteman.com] (daher stammt auch das Foto)

P.S. Ich hoffe nur, die Pflanzen merken nix vom vielen Strom… *schauder*
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kruemel

kruemel

Alter: 36 Jahre,
aus Südhessen
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Kommentare

07.11.2009 05:26 Hans_A_Plast
Das ist sehr interessant.
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