Zur mobilen Version wechseln »

Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

Muh
60 mal angesehen
10.11.2009, 22.25 Uhr

Die Kuhaktie

Ich hoffe, im Landwirtschaftsbereich ist das nicht schon längst Thema und ich hab’s bloß nicht mitbekommen. Wenn ja, dann möge man mir verzeihen… weil ich die Idee, um die es heute geht, aber wirklich interessant finde, möchte ich sie trotzdem vorstellen .

Alles begann damit, dass Öko-Milchbauer Mathias von Mirbach plötzlich eine größere Summe Geld brauchte. Ein Kollege stieg in seinen Hof ein und brachte einige Tiere mit. Als er sich zwei Jahre später entschied, wieder auszusteigen wollte von Mirbach die Tiere behalten, der Kollege verlangte jedoch für sie 20.000 Euro. Da der Hof nur gepachtet und somit keine Sicherheit für eine Bank war, kam ein Kredit nicht in Frage. Eine andere Lösung musste her.

Deshalb begann Mathias von Mirbach Aktien der besonderen Art auszugeben. Bereits aus einem früheren Hof hatte er Anteile seiner Herde verkauft, eine Kuh pro Kunde. Diese führte jedoch zu einer zu großen Bindung zwischen Anteilseigner und Tier. Die neue Idee war deshalb Kuh-Aktien im Wert von 500 Euro und Kalb-Aktien im Wert von 100 Euro zu verkaufen. Eigentlich sind es rechtlich gesehen keine richtigen Aktien, sondern Genusscheine, und die Käufer haben deswegen auch kein Mitbestimmungsrecht für den Hof, aber das stört sie wenig.

Denn für diese gibt es eine Rendite von immerhin jährlich 2,5 %, wenn man es sich bar auszahlen lässt. 5% gibt, es wenn man sich für Naturalien entscheidet – also Milch, Käse, Brot, Wurst oder Gemüse aus dem hofeigenen Laden - und das taten bisher alle Aktienbesitzer. So sind alle Käufer bisher auch langjährige Kunden aus den Nachbardörfern. Diese haben das Geld zum einen natürlich auch wegen der guten Zinsen angelegt (wo bekommt man heute schon noch 5%?), sondern auch weil sie wissen, was mit dem Geld geschieht, und dass sie damit ihre eigene qualitativ hochwertige Lebensmittelversorgung absichern.

Für den Ökobauern bedeuten die Aktien also nicht nur Geld, mit dem sie arbeiten können – zum Beispiel wurde mit einem Teil bereits ein neuer Stall und Gatter gebaut – sondern auch eine starke Kundenbindung. Mirbach hatte aber auch noch andere Kundenbindungsinstrumente, zum Beispiel eine Art Flatrate, bei der man für 150 Euro eine bestimmte Menge an Hofladenprodukten bekommt – mit einem Rabatt von 20% auf den Ladenpreis. So schafft er es, dass alle auf dem Hof produzierten Waren direkt im Hofladen und auf Märkten verkauft werden können und ist auch von seinen Preisen her völlig unabhängig.

Auf jeden Fall sehr beeindruckend der unternehmerische Ideenreichtum des Herrn von Mirbach. Sieht man ja auch an den zahlreichen Artikeln, die bereits über ihn erschienen sind:

[www.focus.de]
[www.focus.de]
[www.spiegel.de]
[www.arte.tv]

Und noch ein Video: [www.zdf.de]
offline

Geschrieben von

Private Nachricht schreiben »

kruemel

kruemel

Alter: 37 Jahre,
aus Südhessen

Schlagwörter

Bitte gib die Schlagwörter mit Komma getrennt ein.

Kommentare

12.11.2009 10:20 Paradiesgarten

Als nicht Bäuerin finde ich das eine gute Idee. Hilf Dir selbst , sonst hilft Dir keiner. Mach Dich autark !
Tipp für iPhone-Benutzer: Du kannst alle Kommentare durchblättern, indem du zwei Finger zum Scrollen verwendest.
Zum Seitenanfang