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Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

Foto: http://www.paulnicklen.com
115 mal angesehen
19.11.2009, 20.26 Uhr

Paul Nicklen und die Seeleoparden

Einer meiner liebsten Internetseiten, die ich auch regelmäßig besuche ist die des Magazines National Geographic, was ja berühmt für seine anspruchsvollen Fotoreportagen ist. Auf der englischen Originalseite gibt es auch Videos und dort eine Kategorie, die sich „Behind The Photo“ nennt. Dort erzählen die National Geographic-Fotografen in kurzen Filmchen Begebenheiten und Anekdoten rund um die Entstehung eines bestimmten Bildes.

Besonders beeindruckt hat mich heute der Fotograf Paul Nicklen, der von seiner Begegnung mit einem Seeleoparden erzählte. Diese eher unbekannte Robbenart lebt in der Antarktis. Die Tiere werden bis zu 3,60 m lang und bis zu 450 Kilo schwer. Sie haben ein riesiges Maul mit vielen Zähnen und gelten als schnelle und aggressive Raubtiere. Auch Forscher und Biologen sollen sie bereits angegriffen haben. Kein Wunder also, dass Nicklen durchaus nervös war, als er plötzlich dem größten Seeleoparden unter Wasser begegnete, den er je gesehen hatte. Er kam direkt auf ihn zu und nahm sowohl die Kamera, als auch den Kopf des Fotografen in sein Maul – doch er, oder besser gesagt sie, biss nicht zu. Dann wendete es sich ab und begann völlig unerwartet, ihm Pinguine zu bringen und ihn damit zu füttern. Der Seeleopard kümmerte sich ganze vier Tage hintereinander nahezu liebevoll um seinen „Gast“ und entpuppte sich als neugieriges und verspieltes Wesen. Dabei sind beeindruckende, fast intime Bilder entstanden. [ngm.nationalgeographic.com]

Wenn man ein Pinguinfreund ist, darf man sich die Bilder von Paul Nicklen vielleicht nicht anschauen, denn Seeleoparden gehen nicht gerade zimperlich mit ihnen um. Sie fangen sie, „spielen“ mit ihnen und schleudern sie solange durch die Luft, bis sie regelrecht zerreißen. Einmal hat Nicklen einen dieser Pinguine aus Versehen an den Kopf bekommen und er meinte, es war, als hätte ihn ein Baseballschläger getroffen…

Paul Nicklen wuchs übrigens im Norden Kanadas in einer kleinen 140-Seelen-Gemeinde auf. Alle Bewohner, bis auf seine eigene Familie, waren Inuits. In seiner Kindheit gab es weder Radio noch Fernsehen. So verbrachte er ganze Tage damit, mit seinen Freunden die kanadische Arktis zu entdecken. Von ihnen lernte er, in der lebensfeindlichen Natur des Nordens zu überleben, das Wetter, Eis und Schnee zu beobachten. Doch auch Geduld erlangte er in dieser Zeit, also die Fähigkeit Stunden und Tage in einem fast meditativen Zustand einfach nur zu warten und zu beobachten.

Zunächst entschied er sich für ein Biologiestudium, und er arbeitete auch für mehrere Jahre in diesem Beruf, in dem er Bären und Wölfe beobachtete. Doch schnell erkannte er, dass die Ergebnisse seiner Arbeit nur sehr wenige Menschen aus der Regierung erreichten, die dann daraus Entscheidungen ableiteten (oder auch nicht). Er erkannte, dass er mit Fotografie viel mehr Menschen erreichen konnte. Er wollte die Schönheit dieser eisigen Welt Anderen näherbringen und ihnen zu zeigen, wie bedroht sie ist.

Die offizielle Internetseite von Paul Nicklen mit einer umfangreichen Fotogallerie über das Leben in der Arktis und Antarktis [www.paulnicklen.com]

[ngm.nationalgeographic.com]
[www.kanadaria.de]
[photoclub.canadiangeographic.ca]
[www.nationalgeographic.de]

Foto: [www.paulnicklen.com]
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kruemel

kruemel

Alter: 36 Jahre,
aus Südhessen
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Kommentare

20.11.2009 10:50 Paradiesgarten

Es gibt keine besseren Fotos !
20.11.2009 19:04 chrisbe
Wirklich beeindruckende Aufnahmen!
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