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Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

Foto: Screenshot http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/startseite#/beitrag/video/908486/Helden-des-Klimas---Teil-2/
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26.11.2009, 19.51 Uhr

TV Tipp: Abenteuer Wissen extra

Wenn ich abends manchmal aus Langeweile noch mal durch die Kanäle zappe, bleibe ich öfter bei „Abenteuer Wissen“ im ZDF hängen. Die bringen immer sehr interessante Berichte aus den verschiedensten Gebieten, wie Technik, Natur oder Geschichte. Auch gestern war es wieder soweit, diesmal gab es ein zweiteiliges Extra zum Thema „Helden des Klimas“. Es ging allerdings erfreulicherweise mal nicht um Forscher, die die neuesten Katastrophenberechnungen zu dem Thema vorlegten, sondern um Menschen, die mit ungewöhnlichen Ideen, Mut und Durchhaltevermögen ihren Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten. Es sind einige sehr tolle Beiträge dabei, ich möchte aber hier nur kurz zwei vorstellen, die mich verblüfft und beeindruckt haben.

Ein Beitrag beschäftigte sich mit einem neuen Produkt, namens Geohumus, das den Wüstengebieten helfen soll. Denn in diesen Ländern, wo es bereits wenig Wasser gibt, führen die Sandböden außerdem noch dazu, dass Wasser extrem schnell versickert und durch gleichzeitig die Wüstensonne ebenso schnell verdunstet. Nur mit hohem Aufwand und viel Wasser kann überhaupt Landwirtschaft betrieben werden. So sinkt zum Beispiel in Ägypten der Wasserspiegel des Nils immer mehr, weil ungebremst Wasser entnommen wird. Geohumus ist nun eine Art Granulat, welches extrem viel Wasser speichern, das aber auch – und das ist sehr wichtig - das kostbare Nass hinterher den Wurzeln wieder zur Verfügung stellt. Zu den ersten Kunden der Firma, die diesen so genannten „Superabsorber“ herstellt, zählten reiche Scheichs, die das Produkt für ihre Golfplätze einsetzten. Inzwischen gibt es auch Projekte in Zusammenarbeit mit der Universität Gießen, die bei Feldversuchen in Ägypten erforschen, wie der Geohumus am besten in Wüstenregionen eingesetzt werden kann, um mit wenig Wasser einen größtmöglichen Ertrag zu erzielen. Vielleicht können damit Wüsten bald wieder begrünt werden. Das Video zeigt außerdem die langjährige Entwicklung und Funktionsweise des Geohumus: [abenteuerwissen.zdf.de]

Außerdem stellte die Sendunge ein besonderes Projekt im ecuadorianischen Regenwald vor. Dort leben die Wald-Indianer, die noch bis vor 20 Jahren als Nomaden umherzogen und keinerlei Kontakt zu Außenwelt hatten. Dann bekamen sie aber von der Regierung Land zugewiesen und wurden sesshaft. Doch die moderne Welt macht auch vor diesen Dörfern nicht halt. Die natürlichen Ressourcen rund um die Orte sind so gut wie abgebaut. Unrentable Viehwirtschaft hat dazu geführt, dass große Waldflächen abgeholzt wurden, die Holzwirtschaft tut ihr übriges dazu. Neuerdings vermuten großen Industriekonzerne reiche Ölvorkommen im südamerikanischen Dschungel versuchen das Land zu kaufen. Viele andere Ureinwohner haben so bereits ihr Grund und Boden verkauft und der Regenwald dort wurde gnadenlos gerodet oder verbrannt. Die meisten Indianer haben keine Ausbildung und somit kaum eine Chance in dieser Welt zu überleben. Um dem entgegen zu wirken hat die Münchner Verlegerin das Projekt Amazonica gegründet. Es stell den Dörfern grundlegende Infrastruktur wie Mülltrennung, Solarzellen oder Wasserpumpanlagen zur Verfügung. Außerdem wird den Familien ökologische Landwirtschaft beigebracht, sie bekommen eine Schul- und Berufsausbildung sowie Computer mit Internetanschluss, damit sie sich informieren können und lernen, wie die moderne Zivilisation funktioniert. Das alles hilft nicht nur den dort lebenden Menschen, sondern befähigt sie auch den so wichtigen Regenwald zu schützen. Denn wer kann das besser, als die Waldbewohner selbst – Voraussetzung ist natürlich auch eine Umwelterziehung und eine Ausbildung im Umweltmanagement. Auch das organisiert Amazonica. Mehr zu diesem Projekt gibt es in dem Beitrag und unter [amazonica.org]

Weitere Themen des ersten Teils von „Helden des Klimas“ sind Trinkwassersuche auf dem Meeresgrund, die Umweltverschmutzung Kanadas durch die Ölgewinnung aus Sand sowie der Megastausee im Herzen Singapurs, der die Megametropole endlich Unabhängigkeit bei der Trinkwasserversorgung sichern soll. Die einzelnen Beiträge von gestern lassen sich unter [abenteuerwissen.zdf.de] noch einmal anschauen und auch in Textform nachlesen.

Im zweiten Teil geht es unter anderem um neue Beleuchtungssysteme, die ausschließlich Sonnenlicht nutzen oder auch darum, wie ein Amerikaner nur aus recycelten Stoffen ganze Dörfer baut. Den kann man sich heute Abend um 22.15 Uhr auf dem ZDF anschauen oder im Netz unter [abenteuerwissen.zdf.de] Wenn mir nicht gerade irgendwas Wichtiges dazwischen kommt, werde ich auf jeden Fall wieder einschalten.

Foto: Screenshot [www.zdf.de]
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kruemel

kruemel

Alter: 37 Jahre,
aus Südhessen

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Kommentare

27.11.2009 10:31 Paradiesgarten

Das Thema "Geohumus" hat mich sehr beeindruckt.
Vielleicht können wir damit die zunehmende Verwüstung mancher Kontinente stoppen und mehr Lebensraum für die ganzen Menschen schaffen.
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