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Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

Foto: sassi / www.pixelio.de
98 mal angesehen
21.01.2010, 21.11 Uhr

Entschleunigung leicht gemacht

Entschuldigt, wenn ich mich etwas in meinen Themen derzeit wiederhole, aber irgendwie habe ich gerade ganz stark das Bedürfnis, etwas in meinem Leben bzw. meinem Alltag zu verändern. Ich bin mir sicher, ein gar nicht mal so kleiner Anteil des Stresses ist durchaus selbstgemacht. Oftmals liegt es doch an der eigenen Einstellung, ob man durch den Tag hetzt, oder sich kleine Auszeiten gönnt und den Tag bewusst begeht oder wie wichtig man bestimmte Dinge nimmt.

Heute habe ich im Internet einen kleinen Ratgeber gefunden, der nette und teilweise witzige Vorschläge macht, wie man seinen Alltag verlangsamen kann. Das beginnt mit so simplen Dingen wie „ein Buch lesen“, „seinen Garten beim wachsen zuschauen“ oder „Einen Tag im Bett verbringen“. Es geht dann weiter mit dem dringenden Rat, Multitasking zu vermeiden und ab und zu seine Kommunikationsmittel drastisch zurückzuschrauben. Es sind aber auch witzige Ideen dabei, wie aus einem Müllcontainer einen Swimminpool zu basteln eine überdimensionale Schaukel aus einer Matratze, einer Holzplattform und einer Aufhängung.

Überhaupt ist einer der wichtigsten Tipps: bau etwas selbst. Der Vorgang des Bauens bringt einen runter und beruhigt den Geist. Und am Ende hat man das befriedigende Gefühl, etwas erschaffen zu haben. So gibt es zum Beispiel ein Interview mit einem Londoner, der einen Toaster selbst gebastelt hat – was übrigens schon bei den Rohstoffen sehr kompliziert wird. Passend dazu gab es auf dem ZDF einen kleinen Film über das „Kempondium – das Allgäuer Zentrum
für Eigenversorgung“ [www.kempodium.de] , wo jedermann unter Anleitung kochen, musizieren, schneidern, töpfern, reparieren, schweißen oder tischlern kann. Also ein Paradies für Selbermacher!

Die Quintessenz des kleinen Ratgebers ist, dass jeder selbst entscheidet, wie schnell oder langsam er Dinge tut und ob er sich Pausen gönnt. Du musst auf dich selbst aufpassen, es tut sonst kein anderer – Freunde und Familie können dir zwar raten, kürzer zu treten, aber tun muss man es schon selbst.

Deswegen – um nicht immer nur zu jammer, sondern auch mal was zu tun - habe ich jetzt entschieden, dass ich im März in ein Haus der Stille gehen werde. 5 Tage nur ich und sonst niemand. Keine Begleitpersonen, kein Telefon, kein Laptop. Nur me, myself and I (gibt irgendwie keine schöne Übersetzung, oder?) ein paar Bücher, etwas Lieblingsmusik und ganz viel Zeit zum Denken und Spazierengehen. Es ist gleichzeitig sehr schön, aber auch ein wenig angsteinflößend. Ob ich das wohl durchhalte so ganz ohne alles? Auf jeden Fall eine Gelegenheit zum Durchatmen und zu sich kommen, auch wenn es nicht so ewig lang ist. Das Haus der Stille ist übrigens eine evangelische Einrichtung, die sowohl Gruppen aufnimmt und Kurse anbietet, aber auch Einzelpersonen Gelegenheit gibt, sich so lange zurückzuziehen, wie sie es brauchen. Habe von dem Haus gehört, dass sie auch zu Nicht-Christen sehr nett sind, insofern…

Das entbindet mich zwar nicht davon, auch im Alltag auf mich aufzupassen, aber es ist allemal ein Schritt in die richtige Richtung!

Foto: sassi / www.pixelio.de
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kruemel

kruemel

Alter: 36 Jahre,
aus Südhessen
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Kommentare

22.01.2010 07:59 Tigerente
Ganz ganz toller Beitrag! Und super Hinweis auf diese offenen Werkstätten!
22.01.2010 20:53 kruemel
Tigerente schrieb:
Ganz ganz toller Beitrag! Und super Hinweis auf diese offenen Werkstätten!


Danke
25.01.2010 19:16 JaguarE
Nimm bitte was zum Schreiben mit, damit Du Deine Gedanken "festhalten" kannst und wir dann auch davon profitieren können.
25.01.2010 19:48 kruemel
JaguarE schrieb:
Nimm bitte was zum Schreiben mit, damit Du Deine Gedanken "festhalten" kannst und wir dann auch davon profitieren können.


Ja mal sehen, ob ich da überhaupt was denke, was ich der Öffentlichkeit zugänglich machen möchte
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