Zur mobilen Version wechseln »

Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

Krümel
109 mal angesehen
24.01.2010, 21.04 Uhr

Das Henna-Experiment

Die langjährigen Leser unter euch wissen, dass ich von Natur aus eher rötliche (naja eigentlich rot-blond-irgendwas) Haare habe. Wenn auch nicht mehr ganz so rote, wie auf dem Foto . Im Laufe der Zeit haben diese Haare schon diverse Tönungen, Färbungen und Stränchen miterlebt. Teils vom Friseur, teils selbst gemacht. Ich würde mal sagen, der klassische Werdegang von so ziemlich vielen Frauen . Dieses Wochenende kommt das neueste Haar-Experiment: Ich will mich an Henna wagen und mir einen schönen, intensiven aber trotzdem natürlichen Rotton ins Haar zaubern. Ob das wohl klappt?

Zuerst einmal bin ich auf Henna aufmerksam geworden, weil ich mal wegkommen wollte von all den chemischen Sachen, die man sich immer so ins Haar schmiert. Allein beim Geruch ist mir da meistens schon übel geworden. Gesund in dem Sinne kann das nicht sein. Henna hingegen ist ja rein pflanzlich. Es wird aus den Blättern des Hennastrauches hergestellt. Es wurde schon von den alten Ägyptern, den Sumerern oder den Babyloniern benutzt worden. Heute wird es vor allem in den islamischen Welt für Hochzeiten, Geburts- und Sterberituale verwendet und in hinduistischen Tradition verwendet zum Färben von Händen und Füßen verwendet. Diese wunderschönen, kunstvollen Henna-Tattoos, auch Mehndis genannt, sind ja inzwischen ziemlich bekannt.

In der westlichen Welt wird Henna vor allen Dingen zum Haare färben verwendet. Die Farben reichen von rot bis schwarz, wobei schwarz meistens doch wieder mit Chemikalien versetzt wurde. Zwar muss man die ganze Sache zwischen 2-8 Stunden einwirken lassen (uff!!), aber dafür hält die Farbe sehr lang. Das heißt, sie wäscht sich nie richtig aus, ein roter Schimmer bleibt immer erhalten. Angeblich soll das Haar durch Henna sogar noch gepflegt werden und dicker wirken, weil die Farbpartikel das Haar umschließen und nicht in es eindringen. Dafür soll man höllisch aufpassen, weil es auch die Haut, Klamotten und Böden prima färbt. Nun ja, ich bin gespannt… also auf in den Test:

Okay, man muss es mit heißem Wasser anrühren, ich gebe noch etwas Rotwein hinzu, das soll die Farbe intensivieren… wird eine ganz schöne Pampe… grün-braun und erinnert leider ein wenig an Kuhfladen. Der Geruch ist auch sehr eigen, aber nicht schlimm in dem Sinne. Gut, dass meine Henna-Variante etwas Zitrone und Rosmarin zugesetzt bekommen hatte, das riecht man auch durch und macht das Ganze noch etwas angenehmer. So, und wie bekommt man das jetzt auf den Kopf? Auf dem Beipackzettel steht, Strähne für Strähne auftragen. Alles klar, klingt ja ganz einfach… Erst mal alte Klamotten an, ein Handtuch auf die Schultern und das Bad mit Zeitung auslegen.

Der erste Versuch, es von meinem Mann mit einem Haarfärbe-Pinsel draufzubekommen klappt nicht so sonderlich. Die Haare verkleben sofort und wie bekommt man hier noch Strähnen abgetrennt?? Ich ziehe mir die Gummihandschuhe an und versuche es selbst mit der gleichen Methode. Klappt auch nicht besser. Also entscheide ich mich schlussendlich, die Matsche über der Badewanne mit dem Kopf nach unten reinzubasteln. Einfach so lange alles auf den Kopf klatschen bis man das Gefühl hat, dass alles Haare irgendwie was abbekommen haben. Was gar nicht so einfach ist festzustellen, weil alles zur Matschekugel mutiert und man an den Haaransatz sowieso nicht mehr rankommt. Als sich eh nix mehr auf dem Kopf bewegen lässt, haue ich eine Einweg-Duschhaube drauf und wickel noch mal alles in Klarsichtfolie ein. Ich sehe jetzt zwar aus, wie ein Alien – aber so weit so gut. Jetzt muss ich nur noch das Chaos im Bad beseitigen, Gott sei Dank gehen alle Henna-Spritzer wieder überall problemlos ab *puh*. Nur das T-Shirt ist jetzt endgültig hin und das Handtuch wird seine Flecken wohl auch behalten.

Als alles wieder einigermaßen sauber ist, kommt noch ein großes Handtuch um den Kopf - da Henna gärt muss es schön warm sein, damit die Färberei klappt. Die nächsten 4 Stunden mache ich es mir mit meinem Mega-Turban gemütlich. Man hält es doch ganz gut so lange aus, kaum zu glauben. Aber irgendwie verwandelt sich das braune Zeug unter der Folie in grünes Zeug. Öh, ob das noch normal ist?? Zwischendrin beschleicht mich noch ein wenig die Panik, dass ich einen großen Fehler begangen habe, und dass meine Haare zum Schluss orange oder gar grün sind und ich zum Rasierer greifen muss. Denn Henna lässt sich nicht überfärben und wird durch chemische Mittel im Gegenteil nur noch intensiver…

Endlich sind die vier Stunden um und ich kann endlich meine Haare ausspülen. Ein wenig Schiss habe ich ja schon… Ja, es sieht schon während des Ausspülvorgangs SEHR rot aus, aber zumindest nicht mehr grün, das ist ja schon mal was. Danach wird gleich trockengeföhnt, ich muss wissen wie es normal aussieht. Und siehe da, der Haarton ist am Ende sehr kräftig rot, aber es sieht immer noch natürlich aus und keinesfalls orange. Außerdem haben meine Haare selten so geglänzt. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie erleichtert ich bin und JA, es gefällt mir sehr gut. Das werde ich trotz der Matscherei wahrscheinlich wiederholen!


Foto: extra für Katalin wieder rausgekramt

[www.enjoyliving.at]
[www.healthindex.de]
[www.crystalinks.com]
offline

Geschrieben von

Private Nachricht schreiben »

kruemel

kruemel

Alter: 37 Jahre,
aus Südhessen
Anzeige

Schlagwörter

Bitte gib die Schlagwörter mit Komma getrennt ein.

Kommentare

27.01.2010 10:52 Katalin
Mit Henna kenne ich mich aus: nachdem ich auch nach Rot tendiere und öfters auf dem Schulhof ein "Iiiiiiiii, Katarina hat rote Haare" gehört habe, dachte ich: euch gebe ich rote Haare, und habe mir Henna auf den Kopf geklatscht. Ergebnis: glänzendes Haar, eine gestresste Mutter, die mir den Baz jedesmal auf den Kopf klatschen musste und eine Farbe, bei der die Mitschüler richtig große Augen bekamen *lach*

ps. das war, bevor es mode wurde, sich die haare rot zu tönen (ich glaube mit herzogin fergie ging das los) und als man als rotschopf noch eine sehr große Randerscheinung war. So wie handylose Menschen heute
27.01.2010 10:53 Katalin
ps. ja, eindeutig mein lieblingsfoto von dir
27.01.2010 20:10 kruemel
Oh wow, also warst du eine Vorreiterin!
01.02.2010 18:18 geli59
Wieder mal lebendigst beschrieben,
sehr aufheiternd.
Und, wo bleibt das aktuelle Foto?

neugierige grüsse geli
01.02.2010 20:46 kruemel
geli59 schrieb:
Wieder mal lebendigst beschrieben,
sehr aufheiternd.
Und, wo bleibt das aktuelle Foto?

neugierige grüsse geli


Ach ich bin doch so schüchtern . Mal abgesehen davon, dass der Farbton dem Foto ziemlich nah kommt
02.02.2010 18:54 geli59
DU bist schüchtern,
kann ich kaum glauben

grinsende grüsse geli
02.02.2010 19:19 kruemel
geli59 schrieb:
DU bist schüchtern,
kann ich kaum glauben

grinsende grüsse geli


Tipp für iPhone-Benutzer: Du kannst alle Kommentare durchblättern, indem du zwei Finger zum Scrollen verwendest.
Anzeige
Zum Seitenanfang