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Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

„Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht: Geschichten aus der arschlochfreien Zone“
110 mal angesehen
04.02.2010, 20.38 Uhr

Herr Moor und Brandenburg

Letzten Sonntag zappe ich so gelangweilt durch die Kanäle – und normalerweise hätte ich wohl längst ausgeschalten, aber ich kann mich irgendwie mal wieder nicht losreißen… und da bleibe ich bei 3sat hängen weil mir mein Fernseher sagt, da käme gerade eine Sendung, die „Bauer sucht Kultur“ heißt. Im ersten Moment fürchte ich, dass 3sat sich an einem intellektuellen Abklatsch von „Bauer sucht Frau“ versucht hat – wie auch immer das funktionieren soll. Vielleicht bewerben sich da Theater-Ensembles oder Museen, um die Aufnahme in einem Dorf, oder so?

Auf jeden Fall sehe ich da Dieter Moor zusammen mit Rainald Grebe mitten in der brandenburgischen Pampa sitzen und ein Interview führen. Ich denke, der eine oder andere von euch wird Grebes Brandenburg-Lied kennen, in dem er das Bundesland mit sehr spitzer (manchmal schon fast böser) Zunge aufs Korn nimmt. Und ich denke ich höre nicht richtig, als Rainald Grebe mit voller Inbrunst sagt, dass er ganz unbedingt nach Brandenburg ziehen will. Das wäre ja wohl so ziemlich das Letzte, was ich erwartet hätte. Aber er meint, dass er nach den vielen Jahren, die er mit Touren und auf Autobahnen verbracht hat, sich nun nach einem Ruhepol sehnt. Und den würde er sich gern auf dem Brandenburger Land einrichten. Das nenne ich neue Einblicke!

Ich hab dann noch ganz kurz nach der Sendung an sich gegoogelt und herausgefunden, dass es eine sechsteilige Sendereihe ist, bei der Dieter Moor in Brandenburg auf berühmte Persönlichkeiten in Brandenburgs trifft bzw. auf Menschen, die besondere kulturelle Einrichtungen in Brandenburg betreiben. Zu den „Stars“ zählen neben Rainald Grebe zum Beispiel Henry Maske, Rolf Zacher, Volker Schlöndorff oder Anna Loos. Außerdem stellt er beispielsweise das Dorf Leppin vor, dass seine eigenen Opernfestspiele veranstaltet, er fährt zum „ Herrn von Ribbeck in Ribbeck“ (falls jemandem, das Gedicht was sagt [www.ribbeck-havelland.de] der jetzt handgemachten Birnen-Essig herstellt.

Jede Sendung besteht aus etwa 4-5 kleinen Beiträgen, also sehr abwechslungsreich. Schade, dass ich die anderen schon verpasst habe, aber die letzten beiden Teile werden noch am 14. Und 28. Februar 2010 jeweils um 19.10 Uhr ausgestrahlt. Wieso jetzt aber ausgerechnet Dieter Moor die Sendung moderiert – normalerweise kenne ich ihn nur aus titel thesen temperamente, und das hat meist recht wenig mit Landleben zu tun - , und wieso er nur in Brandenburg unterwegs ist, war mir allerdings immer noch nicht ganz klar.

Bis ich meiner Mutter später von der Sendung erzählte und sie nur so meinte: „Ja macht ja auch Sinn. Dieter Moor war doch auch erst in allen Medien, weil er jetzt Biobauer in Brandenburg ist.“ Aha. Gut, dass ich das auch schon weiß. Aber es erklärt doch so einiges . Vor sechs Jahren schon hat er wohl seinen Bauernhof in der Schweiz verkauft, weil er nach Berlin ziehen wollte. Allerdings stellte sich die Frage, was aus den Tieren werden sollte. So erwarben er und seine Frau 70 Hektar Land in Brandenburg. Heute leben auf dem Demeter zertifizierten Hof 70 Schafe, 70 Wasserbüffel und vier Esel. Der Hof trägt sich noch nicht finanziell selbst, das soll in 5 Jahren soweit sein.

Bis dahin muss er noch ein wenig Fernsehen machen und außerdem hat er über sein Leben in Brandenburg ein Buch geschrieben mit dem schönen Namen „Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht: Geschichten aus der arschlochfreien Zone“ (siehe auch das Bild). Darin erzählt er von skurrilen Erlebnissen und dem ein oder anderen Missgeschick rund um das Landleben aber auch über die raubeinigen und dennoch herzlichen Nachbarn. Alles in allem scheint sich Herr Moor in Brandenburg sehr wohl zu fühlen, der Sendung „Bauer sucht Kultur“ hat man es allemal angemerkt.

[www.utopia.de]
[www.berlinonline.de]

Video der Sendung mit Rainald Grebe [www.youtube.com]
[www.youtube.com]

Foto: „Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht: Geschichten aus der arschlochfreien Zone“
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kruemel

kruemel

Alter: 37 Jahre,
aus Südhessen

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Kommentare

04.02.2010 21:50 chrisbe
Ich werde mir den 14. und 28. Februar 2010 vormerken.
Danke für den Hinweis!
LG Christiane
05.02.2010 22:42 kruemel
chrisbe schrieb:
Ich werde mir den 14. und 28. Februar 2010 vormerken.
Danke für den Hinweis!
LG Christiane


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