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Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

Foto: Templermeister / www.pixelio.de
47 mal angesehen
18.02.2010, 19.52 Uhr

Ein Engländer in China

Vorgestern machte mich meine Mutter auf eine Dokumentation auf Arte aufmerksam, wo ein lustiger Engländer durch China reisen soll. Und ich dacht mir so: britischer Humor und ein spannendes Land – das könnte interessant werden. Also recherchierte ich kurz auf der Internetseite von Arte und siehe da, die erwähnte Doku gab es online, und so wagte ich schon mal einen kurzen Blick. Da kommt also dieser auf den ersten Blick recht unscheinbare Komiker Paul Merton mitten im Moloch Peking an. Es ist 2007, also kurz vor der Olympiade 2008 an, und vor ihm liegt eine 6 Wochen dauernde Rundreise quer durch das gesamte Land.
Innerhalb der ersten 10 Minuten verfährt er sich 2 Stunden lang mit einem Taxifahrer, entdeckt den chinesischen Humor in einem öffentlichen Park und beendet seinen ersten Tag damit, mit einer einheimischen Chinesin angewidert aber tapfer Geschlechtsteile von einer Schlange und Eselpenis zu essen…

Alles in allem: vielversprechend! Ich schaue mich also durch die drei bereits hochgeladenen Videos - das von heute fehlt mir noch – und es hat sich wirklich gelohnt. Er reist mit großer Offenheit und Neugier durch das ganze Land – zumeist begleitet von seiner Übersetzerin Emma, oder anderen Menschen, die er zufällig vor Ort getroffen hat. Dabei will er nicht ganz profan bloß die Sehenswürdigkeiten abklappern. So verzichtet er auf einen Besuch der Großen Mauer, weil er in der Zeitung von einem Bauern gelesen hat, der ohne Ausbildung, Roboter baut. Es kommt zu einer wunderbaren und gleichzeitig total skurrilen Begegnung mit diesem Menschen, der Tag und Nacht nichts anderes Macht, als kleine Roboter zu bauen, die laufen, oder springen können. Die Bauteile hat er sich alle vom Schrott geholt. Aber was erzähle ich von kleinen Robotern, er hat auch einen lebensgroßen menschenähnlichen Roboter gebaut, der eine Rikscha ziehen kann…

Und so geht es weiter zu einem nachgebauten französischen Schloss aus dem 17. Jahrhundert, aus dem inzwischen ein sehr verqueres Schloss geworden ist. Merton nimmt Kung-Fu-Unterricht im berühmten Shaolin-Kloster, ist beeindruckt von den buddhisten Mönchen in Tibet und besucht dort auch eine Nomadenfamilie, die es so wohl bald nicht mehr geben wird. Er besucht eine kommunistische Kommun, schläft in der Sechuan-Oper ein, lässt sich mit traditioneller chinesischer Medizin behandeln und noch vieles mehr.

Das Alles ist wahnsinnig witzig, dank Mertons unvergleichlicher Art und seinem komischen Talent. Mal abgesehen von seinem Talent, sich in skurrile, ja fast surreale Situationen zu bringen. Und doch hat man nie das Gefühl, er würde die Menschen oder ihre Kultur bloß stellen wollen. Er ist, wie gesagt, sehr offen, kommt immer schnell in Kontakt mit den Menschen und ist ehrlich an ihnen interessiert. Er weiß auch meist genau, wann ein sensibler Punkt erreicht ist (was in China ja recht schnell passieren kann), wo Komik nicht mehr angebracht ist.

Alle Videos können noch bis sieben Tage nach ihrer Ausstrahlung in der Mediathek von Arte angeschaut werden – da habe ich sie nämlich auch gekuckt . Und zwar hier: [plus7.arte.tv]

Ab morgen um 16.50 Uhr geht es auf Arte übrigens sogar noch weiter mit „Ein Engländer in Indien“, wo er in 2 Monaten und 6 Folgen durch das widersprüchliche Land reist.

Ganz neu und gerade erst in diesem Jahr im britischen Fernsehen ausgestrahlt ist „Paul Merton in Europe“, und die erste Folge ist über Deutschland.... Wer mal in ein Stückchen reinkucken mag: Merton in Deutschland (allerdings nur auf Englisch) [www.youtube.com]

Foto: Templermeister / www.pixelio.de
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kruemel

kruemel

Alter: 36 Jahre,
aus Südhessen
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Kommentare

21.02.2010 11:31 Eugenius
Danke für den guten Tip.Habe die Sendung auf Arte über die China-Reise gesehen und fand sie auch sehr interessant und lustig zugleich.Wirklich sehenswert
LG.
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