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Das Leben eines Krümels

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21.02.2010, 20.39 Uhr

Die Schrottjäger – das Fazit

Vor kurzem lief die letzte Folge der Schrottjäger auf ZDFneo und ich wollte das ganze Thema wenigstens noch mal abschließen und ein letztes Fazit ziehen. Wer noch mal nachlesen will, worum es ging, kann hier noch einmal nachlesen. Also grundsätzlich hat mir die Sendung und vor allem das Konzept gut gefallen. Es gab aber durchaus ein paar große Aber.

1. Aus wahrscheinlich dramaturgischen Gründen wurde das Projekt extrem unter Druck gesetzt – mit nur einem Monat Zeit und gerade mal 5.000 Kanadischen Dollar als Budget um dieses Loft da auszubauen. Das hat es zwar sehr spannend gemacht, aber manchmal durchaus auch nervig. Ab der Mitte waren alle Beteiligten so überarbeitet und angespannt, dass sie sich oft nur noch angekeift haben.
2. Der Teamleiter und die Innen-Architektin haben die ganze Zeit nur darüber gestritten, wer das Alpha-Tier sein darf. Man kann ja mal diskutieren, aber über alle Folgen hinweg, ist das echt nicht mehr lustig.
3. Ständig waren die „Verschwender“ (Bauerarbeiter, Innenarchitektin etc.) geschockt, dass Sachen vom Müll wie Sachen vom Müll aussehen und meistens nicht mehr funktionieren… und die Designansprüche der Innenarchitektin waren sowieso nie zu erfüllen. Ist ja auch kein Wunder, wer wirft denn schon Designerstücke auf den Müll??
4. Der Auftraggeber hat ständig einen auf harten Burschen gemacht, der immer wieder damit drohte alles rauszureißen, aber nicht mal 500 Dollar extra rausrücken wollte. Man, war der unsympathisch.
5. Es roch mir öfters zu sehr nach dramatischer Inszenierung. Gerade dieser Auftraggeber und seine irren Forderungen… da kann mir keiner erzählen, dass das alles echt war.

Aber es war nicht alles schlecht. Die professionellen Schrottjäger gingen die Sache sehr viel gelassener an und bildeten einen wirklich vernünftigen Gegenpol zu den manchmal hysterisch keifenden Projektleitern. Da ging auch schon mal so mancher Satz zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus. Aber wirklich spannend, wo sie auf „Schatzsuche“ gingen - natürlich auf Wertstoffhöfen und da wo gerade Grobmüllabfuhr war. Aber auch ein altes Lager vom Flughafen oder ein Fluss in Toronto lieferten Material – beim Fluss zum Beispiel in Form von „versenkten“ Einkaufswägen.

Auch ihre Kreativität war wirklich beeindruckend. Da wurden aus den alten Einkaufswägen oder auch aus Eisenrahmen und alten Büchern Stühle gebaut. Aus einer aufgeschnittenen Wanne und einem alten Kissen wurde eine Couch, aus Kirchenbänken ein großer Konferenztisch und aus einem alten Pianorahmen ein Couchtisch. Unter diesem Zeitdruck dann solche Sachen zu zaubern, das hat wirklich meinen Respekt.

Geackert haben alle in den 4 Wochen wie die Verrückten. Da sah man am Schluss schon die einen oder anderen Augenringe. Aber das Ergebnis fand ich wirklich beeindruckend, hätte ich nicht gedacht, dass es am Schluss noch so toll aussehen würde, beziehungsweise, dass sie es überhaupt schaffen würden. Am Ende besichtigte der Auftraggeber das fertige Loft mit seinen potenziellen Mietern, wohl irgendwelche IT-Manager. Davon waren 2 begeistert und 2 eher nicht. Also musste er entscheiden (was für ein Zufall!!), ob er alles wieder rausreißen lässt, oder ob er es behält. Und natürlich hat er sich dafür entschieden, alles zu behalten. Ich meine jetzt mal ehrlich… erstens kriegt er so ein Loft doch nie wieder für so einen Spottpreis eingerichtet und zweitens wäre er schön doof gewesen, alles noch mal rauszureißen. Bis auf ein paar Kleinigkeiten ist es wirklich super geworden, und ein neues Sofa oder einen neuen Schreibtisch kann man schließlich immer noch hinterher reinstellen.

Jetzt hoffe ich mal inständig, dass es dieses Loft wirklich noch so gibt, und dass es genau so genutzt wird, und dass es nicht nur für die Sendung erstellt und hinterher wieder weggerissen wurde. Das würde ja sonst der Grundidee komplett widersprechen und wäre nur eine Farce…

Hier ist noch eine Diashow vom ZDF mit Bildern vom fertigen Loft, damit ihr einen kleinen Eindruck bekommt: [www.zdf.de]

So und jetzt, liebes ZDFneo, wünsche ich mir noch „Dirty Jobs with Mike Rowe“!! Da macht ein Typ die anstrengendsten und dreckigsten Jobs der Welt. Vom Kanalarbeiter über den Farmer bis hin zum Arbeiter auf ner Ölplattform. Eine prima Mischung aus Wissenssendung und Schadenfreude, denn es macht einfach Spaß ihm dabei zuzukucken, wie er oft ziemlich tollpatschig im Schmutz wühlt . Und auf jeden Fall eine Anerkennung für die Leute, die diese Jobs täglich machen!
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kruemel

kruemel

Alter: 36 Jahre,
aus Südhessen
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