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Land&Natur

(25 Einträge)

Frau Bischoff von der Märchenschule RosenRot vor Publikum In der Märchenschule RosenRot Frau Bischoff von der Märchenschule RosenRot beim Erzählen
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24.02.2010, 15.27 Uhr

Märchenschule RosenRot – Moderne Barden in der Großstadt

iPods, Spielkonsolen, die neuesten Handys – es vergeht kaum ein Monat, in dem nicht eine neue technische Errungenschaft auf den Markt drängt. Und doch verliert im Gegenzug eine alte Welt nichts von ihrer Faszination: die Welt der Märchen.

In allen Kulturen sind sie zu finden, die kleinen Prosaerzählungen, die sich in ihrem Kern immer um die elementaren Fragen des Lebens drehen: Wer bin ich? Was sind meine Stärken? Wie finde ich meinen Weg? Sie lassen eine Welt entstehen beherrscht von Leben und Tod, Liebe und Hass, großem Glück und tiefster Trauer.

Eine, die sich dieser Welt verschrieben hat ist Barbara Greiner-Burkert, die seit 2002 gemeinsam mit Angela Corah Bischoff die Märchenschule RosenRot führt. „Während des Studiums brachte mich die Familie, auf deren Kinder ich aufpasste, auf den Gedanken, meine Leidenschaft für das Erzählen auf professionelle Füße zu stellen und eine Märchenschule zu besuchen.“

Wer an einer Ausbildung zum Märchenerzähler interessiert ist, hat einige Möglichkeiten im deutschsprachigen Raum. Zwei weitere Beispiele sind die Europäische Märchengesellschaft und die Nürnberger Märchenschule DornRosen bei der auch Frau Greiner-Burkert ihre zweijährige Ausbildung absolviert hat. „Es kommt darauf an, in welchen Bereich man möchte: Märchenerzählen oder Storytelling. Ob man bei Festivals auftreten möchte oder eher im kleinen Bereich.“

Von der Familie inspiriert

Nimmt das Interesse an Märchenerzählern zu? Ja, meint Frau Greiner-Burkert, die hauptberuflich als Pädagogin tätig ist. „Auch das Interesse an Märchen steigt, aber trotz allem ist es eher ein hartes Brot, wenn man davon leben will.“ Die Inspiration zum Märchen erzählen bekam sie früh. „Meine Eltern hatten vorgelesen und ich hatte eine Großmutter, die eine wundervolle Erzählerin war. Weniger Märchen und Erzählungen, sondern vielmehr Familiengeschichten, kleine Anekdoten. Sie hat dann vielleicht auch das Feuer bei mir gelegt, selbst zur Erzählerin zu werden.“

Obwohl Märchen zur Kindheit gehören, kann es vorkommen, dass die Kleinen ängstlich auf die Geschichten reagieren. „Wir nehmen an, dass Märchen viel von der menschlichen Persönlichkeit widerspiegeln“, erklärt Frau Greiner-Burkert weiter. „Der böse Wolf ist der triebhafte Anteil, der gute König das höhere Selbst, und es geht eigentlich immer darum, etwas, das nicht im Gleichgewicht ist, in die Ganzheit zu kommen, den Wandel vom Negativen ins Positive zu vollziehen.“

Man gehe davon aus, dass Kinder dies instinktiv verstehen, ohne dass man es ihnen deuten muss. Gerade in den ersten sieben Jahren, wenn sie noch in einer magischen Welt leben, verstehen sie es intuitiv. Allerdings müsse man bedenken, dass nicht alle Märchen für die ganz Kleinen geeignet sind.

TV überlagert die kindliche Bilderwelt

Wenn ein Kind Märchen ablehnt, kann das mehrere Gründe haben. „Möglicherweise wurden zu früh die falschen Märchen vorgelesen. Etwas, das sich negativ auf das Vorlesen auswirkt, ist zudem das Fernsehen. So geht dieses kindlich-magische Weltbild auch ein Stück verloren. Die eigene Vorstellungswelt wird überlagert von vorgefertigten Bildern, die Kindern Angst machen können. Auch Märchenkassetten und Filme verfremden die eigene Vorstellung eines Kindes. Gerade Geräusche können das Kind in Schrecken versetzen.“

Hat RosenRot ein Ziel mit der Märchenschule? Vor allem solle die Schule intensive Kurse im kleinen, liebevollen Rahmen anbieten. „Für mich ist es einfach eine Herzensangelegenheit, die weniger dem Profit geweiht ist, als vielmehr die Menschen und ihre Herzen zu erreichen – mit Märchen.“

Weitere Informationen zu Kursen und Veranstaltungen gibt es auf:

[www.maerchenschule-rosenrot.de]




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Kommentare

25.02.2010 18:48 Bauernhofurlaub
Märchen sind etwas ganz wunderbares und das nicht nur für Kinder. Darin steckt so viel Weisheit und Wahrheit, da findet sich jeder in irgend einer Rolle oder Stelle des Märchens wieder. Ich habe für mich erkannt, das ich mich in der Deutung des Märchens "Sterntaler" wieder finde. Ich war auch schon mal in einer tollen anderen Märchenschule, sie heißt Troubadour Märchenzentrum mit Sitz in Vlotho, dort habe ich damals ein Märchen-Power-Seminar besucht, was mich sehr inspiriert hat, so sehr, dass ich später meine eigenen Märchen geschrieben habe, die sogar fast veröffentlicht wurden. Es scheiterte mal wieder am lieben Geld... Es waren spirituelle Märchen mehr für Erwachsene als für Kinder.

Schön, dass es so eine Märchenschule ganz in meiner Nähe gibt, komme aus Füssen, da werde ich gleich mal die Homepage studieren - ich wünsche Euch viel Erfolg und märchenhafte Stunden und Geschichten aus aller Welt...

liebe Grüße

Bauernhofurlaub
alias Sabine

[www.bauernhofurlaub.de]
25.02.2010 20:09 kruemel
Eine tolle Sache, diese Märchenschule!
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