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Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

Der Schwarm
59 mal angesehen
02.03.2010, 21.15 Uhr

Der Schwarm

Ich hatte ja schon in meinem vorletzten Blogeintrag angedeutet, dass ich gerade „Der Schwarm“ lese, und dieses Wochenende habe ich es auch tatsächlich geschafft, das Buch zu Ende zu lesen. Es waren immerhin 1000 Seiten… Schon lange kein so dickes Buch mehr gelesen, und eigentlich auch in einer für mich recht bemerkenswerten Zeit – zumal ich im Moment nicht immer so viel Zeit zum Lesen habe. An sich ist das ein gutes Zeichen für die Qualität eines Buches! Und trotzdem habe ich es ein wenig mit gemischten Gefühlen aus der Hand gelegt. Ich weiß ja nicht wie es euch ging… denn sicherlich hat der eine oder andere auch schon den gelesen.

Nun ja, aber kurz zum Anfang, also zur Inhaltsangabe. Nicht so einfach ein so umfangreiches Buch mit ein paar Sätzen zusammenzufassen. Aber es beginnt damit, dass auf und in allen Ozeanen der Welt plötzlich ungewöhnliche Dinge passieren. Zuerst verschwinden südamerikanische Fischer während ihrer Arbeit. Wale beginnen, Schiffe anzugreifen. Überall tauchen riesige Schwärme hochgiftiger Quallen auf. Hummer sind mit tödlichen Algen vergiftet. Der Höhepunkt des ersten Teil des Buches besteht in einem riesigen Tsunami, der über Norwegen und die anderen Nordseestaaten hereinbricht, und unvorstellbare Verwüstungen hinterlässt.

Auf Grund dieser ganzen Katastrophen, die auch im weiteren Verlauf nicht abreißen, versammeln die USA Wissenschaftler aus der ganzen Welt in Kanada (übrigens in den Whistler Mountains bei Vancouver, also genau da, wo gerade die Olympischen Winterspiele stattgefunden haben!). Dort versuchen sie herauszufinden, was all diese Ereignisse ausgelöst hat, und wie man ihnen begegnen kann. Nachdem die ebenso dort anwesende CIA auf Terroranschläge tippt, sind die Experten schon bald überzeugt, dass es sich um intelligente Wesen aus dem Meer handeln muss, die versuchen, die Menschheit auszurotten. Ob die Wissenschaftler es schaffen, das zu verhindern, verrate ich jetzt aber nicht .

Ich geb’s zu, das mit den Wesen klingt ziemlich nach Science Fiction. Aber es ist gut begründet, und überhaupt scheint mir das Buch wissenschaftlich sehr fundiert und überaus gut recherchiert. Ich liebe es, wenn ich beim Lesen „nebenbei“ noch etwas lernen kann, und das liefert das Buch über weite Strecken auf sehr beeindruckende Art und Weise! Nach eigenen Angaben konnte Frank Schätzing gerade mal 20% seiner 5jährigen Recherchearbeit im Buch unterbringen, deswegen hat er noch zusätzlich das Sachbuch „Nachrichten aus einem unbekannten Universum“ veröffentlicht.

Weiterhin ist die Geschichte durchaus komplex und anspruchsvoll, auch an Spannung mangelt es nicht. Und dennoch… es ist trotz vieler guter Voraussetzungen nicht eines meiner Lieblingsbücher geworden. Vielleicht liegt es daran, dass es zwar durchaus sympathische und vielschichtige Figuren gab, von denen mich aber keine wirklich berührt hat. Außerdem war es mir etwas zu katastrophen- und insbesondere zum Ende hin zu actionlastig. Das ist einfach nicht mein Genre, da kann Herr Schätzing auch nichts dafür. Ich bin immer noch der Meinung, dass dem Buch 300 Seiten weniger auch nichts geschadet hätten und bei mancher Formulierung hätte ich mir einen aufmerksameren Lektoren gewünscht (und ich bin wahrlich nicht der Typ, der auf sowas achtet, da muss es mich schon anspringen…).

Insgesamt also durchaus gut gemacht, mein Wissen über die Meere hat sich auf jeden Fall vergrößert! Allerdings eben nicht 100%ig meins.
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kruemel

kruemel

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Kommentare

02.03.2010 22:01 JaguarE
Danke für den Tipp. Hatte auch schon daran gedacht, mir dieses Buch zu kaufen, aber 1000 Seiten erscheinen mir auch zu viel ...
03.03.2010 11:37 Paradiesgarten

Hat nicht das Büchernörgele gesagt, ein Buch mit mehr als 300 Seiten hat nichts mehr zu sagen ?
03.03.2010 20:42 kruemel
Paradiesgarten schrieb:

Hat nicht das Büchernörgele gesagt, ein Buch mit mehr als 300 Seiten hat nichts mehr zu sagen ?


Was war denn gleich noch mal das Büchernörgele?
04.03.2010 10:14 Paradiesgarten
kruemel schrieb:
Was war denn gleich noch mal das Büchernörgele?


Der sehr geschätzte Reich Ranitzki
(siehe auch Wunschpunsch von M. Ende)
LG
04.03.2010 16:31 kruemel
Paradiesgarten schrieb:
Der sehr geschätzte Reich Ranitzki
(siehe auch Wunschpunsch von M. Ende)
LG


Ach Gott, naja auf dessen Meinung geb ich eigentlich nicht so irre viel . Mir sind Menschen zutiefst suspekt, die nur kritisieren und kaum selbst mehr produzieren, als die eigene Meinung.

Hm... den Wunschpunsch von Ende hab ich sogar gelesen. Ich glaub ich muss ma googeln gehen, was das eine jetzt mit dem anderen zu tun hast
05.03.2010 11:53 Paradiesgarten
kruemel schrieb:
Ach Gott, naja auf dessen Meinung geb ich eigentlich nicht so irre viel . Mir sind Menschen zutiefst suspekt, die nur kritisieren und kaum selbst mehr produzieren, als die eigene Meinung.

Hm... den Wunschpunsch von Ende hab ich sogar gelesen. Ich glaub ich muss ma googeln gehen, was das eine jetzt mit dem anderen zu tun hast


Im Wunschpunsch hat er das nicht gesagt mit den 300 Seiten, ist ja ein Kinderbuch, ich glaub das andere hat er in so einer Büchersendung mal gesagt, aber ist schon länger her, daher weiss ich es nicht mehr genau. (Man wird alt !...)
05.03.2010 15:09 Edeltraut
1000 Seiten sind mir auch zu viel...ein Buch sollte so dreihundert haben, dann kann man es gut an zwei, drei Abende lesen...aber ich bewundere alle, die so viel Ausdauer haben.
05.03.2010 17:47 kruemel
Oh, nicht dass hier ein falscher Eindruck entsteht. Ich habe nix gegen dicke Bücher mit 1000 Seiten oder mehr, wenn sie gut erzählt sind und die Geschichte es hergibt. Aber künstlich in die Länge gedehntes kann ich nicht ab .
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