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"Urwald" Im "Urwald" Menschen im "Urwald"
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01.04.2010, 12.55 Uhr

"Urwald"

Das Hochland Äthiopiens war ursprünglich bewaldet. Der Bedarf an Bau- und Brennholz führte dazu, dass die Urwälder verschwanden, größere Waldgebiete gibt es nur noch im Süden. Am Langanosee hat man wenigstens die Illusion von Urwald. Es sind bescheidene Waldstücke in einer Parklandschaft mit riesigen Bäumen, die landwirtschaftlich genutzt wird.
Vor einigen Jahren las ich in einer Zeitung von einem Herd, der mit Sonnenlicht betrieben wurde. Durch Reflektoren wird das Licht wie durch Brenngläser in den Topf geleitet. Eine großartige Idee, dachte ich, man kocht umsonst und schont die Wälder. Die Herde wurden in Äthiopien eingeführt, gingen aber am Bedarf der Menschen hier vorbei. Auf dem Land machen sie kein Wasser heiß und kochen auch keine Nudeln. Die Hauptnahrungsmittel, Fleisch und Fladen aus Teffmehl, Injeras, werden auf Holzfeuer gebraten.
Die gepflegten Wege, auf denen man durch den "Urwald" spazieren kann, werden nicht von der Forstbehörde (die es es hier nicht gibt) unterhalten, sondern von den Frauen, die auf ihren Eseln Feuerholz heranschaffen.
Es ist ein wunderschöner Wald mit riesigen Bäumen, Kossobäume, Affenbrotbäume, Ficus, den wir in bescheidenen Ausmaß aus unseren Wohnzimmern kennen. Unterholz, Luftwurzeln und Kletterpflanzen lassen ihn an manchen Stellen undurchdringlich erscheinen.
Es wird auch aufgeforstet, aber meistens mit Eukalyptusbäumen. Da sie schnell wachsen, sind sie wirtschaftlich. Unter Eukalyptus wächst nichts mehr.
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Rosalie

Rosalie

Alter: 75 Jahre,
aus Frankfurt

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Kommentare

02.04.2010 11:45 leola
Hallo Rosalie! Das sieht ja toll aus, wie immer! Leben denn die Einheimischen tatsächlich noch häufig in solchen Hütten wie auf dem Bild, oder steht das da nur für Touristen? Ich kann mir kaum vorstellen, wie das ist. Und wie gehen die Einheimischen mit den Unterschieden von Stadt und Land um? Das stelle ich mir sehr merkwürdig vor, wenn ein Teil der Bevölkerung in solchen Hütten lebt und der andere Teil in Addis Abeba im Hilton residiert ...
Liebe Grüße,
leola.
03.04.2010 09:11 Rosalie
leola schrieb:
Hallo Rosalie! Das sieht ja toll aus, wie immer! Leben denn die Einheimischen tatsächlich noch häufig in solchen Hütten wie auf dem Bild, oder steht das da nur für Touristen? Ich kann mir kaum vorstellen, wie das ist. Und wie gehen die Einheimischen mit den Unterschieden von Stadt und Land um? Das stelle ich mir sehr merkwürdig vor, wenn ein Teil der Bevölkerung in solchen Hütten lebt und der andere Teil in Addis Abeba im Hilton residiert ...

Liebe Grüße,

leola.

Hallo leola,für Touristen sind nur die Lodges gebaut, sonst nichts. Die Menschen leben wirklich in solchen Hütten. Es gibt Probleme, z.B. wenn jemand aus einem solchen Dorf Ingenieurswissenschachaften studiert. Die Studenten können sich meistens nicht ihren Studiengang aussuchen, sondern werden zugeteilt. Ein junger Mensch aus dem Busch kommt dann an die Universität, soll Elektroingenieur werden und hat keinerlei Erfahrung mit elektrischen Geräten. Es ist schwer, einen guten Handwerker zu finden. In den Hotels, auch den neuen, hängen die Steckdosen aus den Wänden. Obwohl man sonst keinen Aufwand und keine Mühe scheut, wird gar nicht wahrgenommen, dass hier etwas nicht funktioniert.
Herzliche Grüße
Rosalie
04.07.2010 20:24 simientrekker
Hallo Rosalie,
wie heisst denn diese Lodge am Langano so schön am Wald? Ich war mit der Familie immer auf der trockenen Seite zwischen Wabe Shebelle und Bekele Molla. Ich plane nächstes Jahr nach der Regenzeit zur silbernen Hochzeit mit Frau und allen 5Kindern das Land nochmals zu bereisen. Alle ehemaligen Baustellen zu besuchen zu wandern und natürlich den Traum der Kinder den Langano auch nicht auszulassen. Wenn du mir da einen guten Tip geben kannst wirst du eine ganze Familie glücklich machen
Mit lieben Grüssen
Walter
06.07.2010 12:47 Rosalie
simientrekker schrieb:
Hallo Rosalie,

wie heisst denn diese Lodge am Langano so schön am Wald? Ich war mit der Familie immer auf der trockenen Seite zwischen Wabe Shebelle und Bekele Molla. Ich plane nächstes Jahr nach der Regenzeit zur silbernen Hochzeit mit Frau und allen 5Kindern das Land nochmals zu bereisen. Alle ehemaligen Baustellen zu besuchen zu wandern und natürlich den Traum der Kinder den Langano auch nicht auszulassen. Wenn du mir da einen guten Tip geben kannst wirst du eine ganze Familie glücklich machen

Mit lieben Grüssen

Walter

Ich werde demnächst einen Blogbeitrag zur Lodge schreiben.
Herzliche Grüße
Rosalie
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