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Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

www.abgespeist.de
59 mal angesehen
06.04.2010, 20.28 Uhr

Der goldene Windbeutel 2010

Ich hatte ja letztes Jahr schon vom „Goldenen Windbeutel“ berichtet, der damals zum ersten Mal für dreiste Werbelügen vergeben wurde. „Gewonnen“ hatte Danone Actimel für den Versuch den zuckerhaltigen Trinkjoghurt als Gesundheitsprodukt zu verkaufen.

Auch dieses Jahr wird dieser Preis wieder verliehen. Zur Auswahl stehen folgende fünf Produkte:

1. Das Bio-Getränk „Beo Heimat Apfel-Birne“, das mit rein natürlichen Zutaten, Bio-Qualität, dem Geschmack von Heimat sowie Nachhaltigkeit und Gesundheit wirbt. Allerdings sind hier nur – wie bei vielen anderen Bio-Getränken – gerade mal 5,5% Bio. Nämlich der Zucker und das Gerstenmalz. In der Flasche befinden sich außerdem noch nicht mal Spuren von Äpfel noch Birnen, sondern allein „natürliche Aromen“, die wahrscheinlich mit Hilfe von Hefepilzen oder Bakterien hergestellt wurden. Diese stammen außerdem nicht aus biologischem Anbau. Was die Nachhaltigkeit angeht, so kann der Hersteller Carlsberg nicht nachweisen, ob Zucker und Gerstenmalz nach entsprechenden Richtlinien angebaut wurden.

2. Die Pasta-Sauce „Gegrilltes Gemüse“. Bertolli möchte hier suggerieren, dass man ein gesundes Produkt mit hochwertigen Zutaten kauft. Doch seit einer „verbesserten Rezeptur“ haben Geschmacksverstärker und Aromen Einzug in die Sauce gehalten. Neben hochwertigerem Olivenöl wird nun vor allem auch preiswerteres Pflanzenöl verwendet und Vegetarier dürften sich über die neuerdings verwendete Sardellenpaste ärgern.

3. Der Eistee „Der Gelbe Zitrone-Physalis von Pfanner“. Der selbsternannte „Wellness-Tee“ soll laut Hersteller gut tun mit den heilsamen Kräften der Kräutern und den Vitaminen und Mineralien von Zitrone und Physalis. Wer denkt, hier findet sich vor allem hochwertiger gelber Tee und Physalis Karton, der irrt. Der gelbe Tee macht gerade 15% aus - der Rest ist ganz normaler, preiswerter Kräutertee - und Physalis ist überhaupt nicht vorhanden, sondern nur so ähnlich schmeckende Aromen. Dafür enthält der Tee immerhin 47 Stück Würfelzucker in der 2-Liter-Packung.

4. Die „Champignon Creme-Suppe“ von Escoffier, die sogar von Alfons Schubeck kräftig als Gourmet-Suppe beworben wird und auch entsprechend kostet. Das Neue an der Suppe ist, dass ein Fond und trockene Zutaten getrennt bleiben, bis sie zusammen aufgekocht werden. Das klingt erst einmal anspruchsvoll, aber letztenendes ist es nicht viel anderes als eine Tütensuppe, bei der das Wasser gleich mitgeliefert wird, da der „Fond“ auch nur Größtenteils aus Wasser, Salz, Gewürzen, Aromen und Hefeextrakten besteht. Okay ein bisschen Lauch und Tomatenmark ist auch noch drin. Der Pulverteil besteht wie bei vielen anderen Tütensuppen neben getrocknetem Gemüse ebenso aus Verdickungsmitteln, Farbstoffen, Stabilisatoren und Geschmacksverstärkern. Es besteht also kein Verhältnis zwischen den Zutaten und dem gepfefferten Preis.

5. Der Monte Drink von Zott – laut Hersteller eine „leckere Zwischenmahlzeit“ mit „gesunder Milch“, Schokolade und dem „Besten der Haselnuss“, der ideal für Schule und Freizeit ist. Schoko und Haselnuss sind noch nicht mal jeweils zu einem Prozent enthalten. Die Milch ist ultrahocherhitzt und damit alles andere als frisch und gesund und der meiste Geschmack kommt aus Aromen. Das größte Problem ist aber wohl, dass so ein Fläschchen immerhin 8 Stück Würfelzucker enthält. Zum Vergleich: Cola enthält bei derselben Menge „gerade mal“ 7 Stück. Also ein typisches Kinderprodukt mit viel Zucker, das den Eltern als „wertvoll“ untergejubelt werden soll.

Wer mitmachen möchte, kann seine Stimme noch bis zum 22. April 2010 abgeben. Je mehr Leute teilnehmen, umso mehr Gewicht hat der „Goldene Windbeutel“ bei der Vergabe!
[www.abgespeist.de]

Foto: www.abgespeist.de
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kruemel

kruemel

Alter: 36 Jahre,
aus Südhessen
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Kommentare

07.04.2010 11:46 Paradiesgarten

Diese Werbelügen sollten noch viel mehr öffentlich gemacht werden, frei nach dem Motto: Steter Tropfen höhlt den Stein !
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